Super League

26. Oktober 2019 18:36; Akt: 30.10.2019 18:37 Print

Xamax mit einer feinen Premiere

Die Neuenburger feiern mit dem 2:0 gegen ein schwaches Luzern den ersten Heimsieg der Saison. Sion und Servette zeigen wenig und spielen 1:1.

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Zwei Fragen hatten sich vor dem Spiel zwischen Neuchâtel Xamax gegen Luzern aufgedrängt. Wann gelingt Xamax der erste Heimsieg? Und wie wirkt sich bei Luzern die turbulente Woche in der Clubführung mit vier Rücktritten im Verwaltungsrat auf das Team aus?

Die Neuenburger begannen flott und erspielten sich einige gute Chancen. Daran oft beteiligt war Maren Haile-Selassie. Er war es auch, der in der 11. Minute die Xamax-Führung mit einem feinen Pässchen einleitete. Gaëtan Karlen vollendete die schöne Vorlage mit einem wuchtigen Schuss aus der Drehung.

Verdienter Sieg der Neuenburger

Kurz darauf verpassten Marcis Oss mit einem Pfostenschuss und Raphaël Nuzzolo das zweite Tor, das nicht unverdient gewesen wäre. Xamax zeigten einen erfrischenden Fussball, während die Luzerner, zuletzt mit drei Siegen aus vier Spielen, ungewohnt lethargisch wirkten. Dennoch kamen sie wie aus dem Nichts zu einer erstklassigen Möglichkeit durch Ibrahima Ndiaye, der jedoch Xamax-Torhüter Laurent Walthert anköpfelte. Der Ausgleich wäre ein sehr guter Lohn für die Zentralschweizer gewesen. Vor dem Spiel hatte Luzerns Trainer Thomas Häberli noch von einem «goldenen Oktober gesprochen». Doch von den Fortschritten der letzten Spiele war von seinem Team in Neuenburg nichts zu sehen. Francesco Margiotta beispielsweise, der Mann der letzten Spiele, hatte kaum Einfluss und wurde ausgewechselt.

Xamax musste lange auf das erlösende 2:0 warten. Erst vergab Nuzzolo eine Topchance kläglich (77.) Doch nur kurz darauf war es der lettische Innenverteidiger Oss, der nach einem Eckball furchtlos per Kopf für die Entscheidung sorgte. Neuchâtel Xamax feierte verdient den ersten Heimsieg der Saison. Für Luzern war es sportlich ein herber Rückschlag nach einer chaotischen Woche.

Müdes 100. Westschweizer Derby

Vier Minuten vor Spielende in der Partie zwischen Sion und Servette gabs dann doch noch ein wenig Action. Sion-Verteidiger Ruiz holte Imeri an der Seitenlinie übel von den Beinen. Die Servette-Spieler stürmten auf den Übeltäter zu, der Gefoulte krümmte sich am Boden, und Servette-Coach Alain Geiger fuchtelte wie wild mit den Armen. Schiedsrichter Tschudi zeigte Ruiz die Gelbe Karte, die Situation beruhigte sich - und wenig später war die Partie zu Ende. 1:1 stand es auf der Anzeigetafel. Es war ein müdes 100. Westschweizer Derby.

Beide Mannschaften sicherten die Defensive

Keine der beiden Teams machten in den 90 Spielminuten den Anschein, als wollten sie für einen möglichen Sieg auch nur das kleinste Fünkchen Risiko eingehen. Sion hatte zuvor in der Meisterschaft vier Mal verloren, Servette gewann zum letzten Mal im August. Und so warteten beide Mannschaften lieber ab und sicherten die Defensive.

In der 34. Minute wurde das Bollwerk des Heimteams das erste und einzige Mal durchbrochen. Servettes Schalk traf nach schöner Eigenleistung zum 1:0. Doch nur fünf Minuten später war es ein fragwürdiger Elfmeter, der die Sittener wieder ranbrachte: Angreifer Doumbia verwandelte souverän. Bis zur Schlussphase und der Rudelbildung an der Seitenlinie blieb dies das letzte Highlight einer highlightarmen Partie.

Telegramme

Neuchâtel Xamax - Luzern 2:0 (1:0)
5685 Zuschauer. SR Bieri. Tore: 11. Karlen (Haile Selassie) 1:0. 80. Oss (Haile Selassie) 2:0.

Neuchâtel Xamax: Walthert; Neitzke, Oss, Xhemajli; Seydoux, Corbaz, Ramizi (84. Di Nardo), Kamber; Haile-Selassie (88. Mulaj), Karlen (66. Seferi), Nuzzolo.

Luzern: Müller; Kakabadse, Cirkovic, Lucas, Sidler; Ndiaye, Voca, Grether, Schürpf (86. Demhasaj); Margiotta (70. Matos); Eleke (57. Males).

Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Doudin (gesperrt), Dugourd, Djuric und Farine (alle verletzt). Luzern ohne Schwegler, Ndenge, Arnold, Schulz, Binous (alle verletzt) und Knezevic (gesperrt).
Verwarnungen:71. Grether (Foul). 74. Matos (Foul). 78. Ndiaye (Foul).

Sion - Servette 1:1 (1:1)
11'800 Zuschauer. SR Tschudi. Tore: 32. Schalk (Iapichino) 0:1. 40. Doumbia (Foulpenalty) 1:1.

Sion:Mitrjuschkin; Abdellaoui, Ndoye, Ruiz, Facchinetti; Song, Toma; Fortune, Grgic (67. Uldrikis), Itaitinga (81. Zock); Doumbia (69. Patrick).

Servette:Frick; Sauthier, Rouiller, Sasso, Iapichino; Ondoua, Cognat; Stevanovic, Wüthrich (78. Imeri/92. Routis), Tasar; Schalk (84. Kyei).

Bemerkungen:Sion ohne Rafael, Fickentscher, Kasami, Kouassi und Khasa (alle verletzt), Lenjani (nicht im Aufgebot). Servette ohne Koné (verletzt).
Verwarnungen:12. Toma (Foul). 45. Ondoua (Foul). 54. Abdellaoui (Foul). 80. Tasar (Foul). 83. Patrick (Foul). 89. Ruiz (Foul).

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(rom/tmü)