Bulat Tschagajew

05. Mai 2011 21:07; Akt: 27.07.2011 10:47 Print

Xamax in tschetschenischer Hand

Der millardenschwere Geschäftsmann Bulat Tschagajew hat Neuchâtel Xamax dem bisherigen Präsidenten Sylvio Bernasconi abgekauft. Das hat der neue starke Mann auf der Maladière am Westschweizer Fernsehen bekannt gegeben.

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Der ehemalige Wil-Präsident Andreas Hafen muss wegen Veruntreuung fünf Jahre ins Zuchthaus. Genua-Präsident Enrico Preziosi musste vier Monate ins Gefängnis und über 50'000 Euro Busse zahlen, nachdem er der Bestechung überführt wurde. Nach dem Aufstieg ist sein Team nächste Saison wieder in der Serie A. Der ehemalige Olympique-Marseille-Präsident Bernard Tapie wurde der Bestechung überführt. Olympique wurde die französische Meisterschaft aberkannt und in die zweite Liga zurückgestuft, Tapie im Jahr 1997 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der ehemalige Lugano-Präsident Helios Jermini veruntreute insgesamt 61 Millionen Franken. Im März 2002 beging er unter ungeklärten Umständen Selbstmord. Der langjährige Graz-Präsident Hannes Kartnig wurde im Mai 2007 verhaftet. Er wird der Veruntreuung, der Untreue sowie der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen beschuldigt. Ex-Servette-Präsident Christian Hervé (l., neben dem zweifachen FCZ-Meistertrainer Lucien Favre) wurde wegen eines dubiosen Spielertransfers im Mai in Marseille zu zwölf Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Busse von 25'000 Franken verurteilt. Ex-Servette-Präsident Marc Roger wurde im Februar 2007 in Spanien verhaftet, nachdem er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden war. Gegen Roger wird wegen ungetreuer Geschäftsführung, betrügerischen Konkurses, Urkundenfälschung und Veruntreuung ermittelt. Auch der verstobene Präsident von Atlético Madrid, Jesús Gil y Gil, sass schon hinter schwedischen Gardinen: Dem skandalumwitterten Exzentriker wurde 2002 vorgeworfen, 26 Millionen Euro veruntreut zu haben. Sion-Präsident Christian Constantin griff im Jahr 2004 zwei Schiedsrichter tätlich an und wurde daraufhin vom Schweizerischen Fussballverband für 30 Monate gesperrt. Selbst der höchste Fussball-Boss, Fifa-Präsident Josef Blatter, wurde in den letzten Jahren immer wieder angeschuldigt. Trotz verschiedenen Untersuchungen konnte dem Walliser allerdings nichts nachgewiesen werden.

Dubiose Financiers im Schweizer Fussball.

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Noch ist der Deal nicht ganz offiziell. Er muss an der ausserordentlichen GV von Xamax am 12. Mai besiegelt werden. Doch dies wird nur noch eine Formalität sein, besitzt doch die Gruppe von Sylvio Bernasconi die Mehrheit der Aktien von Neuchâtel Xamax. Der verschwiegene Tschagajew, der in Genf vier Firmen besitzt, wird die Neuenburger nicht selbst präsidieren, sondern seinen Vertrauensmann Andrei Rudakow als Statthalter vorschieben. Rudakow war Profi bei Spartak Moskau und liess seine aktive Karriere bei Fribourg und Bulle ausklingen.

Tschagajew gilt als geheimnisvolle Figur des russischen Fussballs. Sein Geld scheffelt er mit Rohstoffen und Immobilien. Er ist auch Besitzer von Terek Grosny und verpflichtete für den ehemaligen Europacup-Gegner des FC Basel keinen geringeren als Ruud Gullit als Trainer. Offenbar war auch Christian Gross bei Grosny in der engsten Wahl.

«Ich bin sehr glücklich, dass ich Xamax übernehmen darf und auf die nationale Siegesstrasse führen kann», erklärte der vermögende Tschetschene. «Mit einer motivierten und gut vorbereiteten Mannschaft werden wir die derzeitigen Mängel bald behoben haben und werden bald an der Champions League schnuppern.»

Sylvio Bernasconi, der noch aktuelle Präsident, hatte bereits im vergangenen Sommer erklärt, dass er sein Amt Ende Saison niederlegen werde. Bernasconi stand Xamax seit Juni 2005 vor.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denker am 06.05.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Na toll

    Genau sowas braucht die Schweiz... nicht!!!

  • the Boss am 05.05.2011 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    wie Sion damals?

    Wir sind gespannt....

  • hans muster am 05.05.2011 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    geldwäscherei

    sicher eine gute möglichkeit für tschagajew, durch diesen club sein unrechtmässig erworbenes geld zu waschen... traurige geschichte für xamax :-(

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Denker am 06.05.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Na toll

    Genau sowas braucht die Schweiz... nicht!!!

  • hans muster am 05.05.2011 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    geldwäscherei

    sicher eine gute möglichkeit für tschagajew, durch diesen club sein unrechtmässig erworbenes geld zu waschen... traurige geschichte für xamax :-(

    • Henri Touch am 06.05.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

      egal

      Kann uns doch egal sein, wenn Xamax CL spielen kann hat jeder gewonnen.

    • Wejagahcst am 13.05.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      Hopp Xamax

      Xamax wird sich in den nächsten fünf Jahren gut etablieren,wie Basel damals um 2000/2001. Gut für den Fussball schlecht fürs Image (Tschagajew). Hoffe nur das nicht Geld unnötig hinausgeworfen wird,sondern gute Spieler und Trainer gekauft werden.

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  • the Boss am 05.05.2011 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    wie Sion damals?

    Wir sind gespannt....