Super League

05. Mai 2019 15:17; Akt: 05.05.2019 18:54 Print

GC nach Xamax-Sieg so gut wie abgestiegen

Die Neuenburger schlagen Thun 2:0, GC kann sich nur noch durch die Tordifferenz retten. YB gewinnt locker bei Sion und Lugano besiegt Luzern.

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Für Neuchâtel Xamax ist der direkte Ligaerhalt wieder greifbar. Die Neuenburger setzen ihre Aufholjagd mit einem 2:0 in Thun fort und liegen nur noch einen Punkt hinter dem FC Zürich und Sion.

Das entscheidende 1:0 im Berner Oberland erzielte erneut Joker Kemal Ademi. Der 23-Jährige, der schon bei seinen letzten beiden Einsätzen gegen YB und Luzern die entscheidenden Treffer erzielt hatte, war eine Viertelstunde vor Schluss mit einem platzierten Schuss aus gut 20 Metern erfolgreich. Er führte seine Mannschaft damit einen weiteren Schritt näher an den Ligaerhalt.

Dank sieben Siegen aus den letzten zwölf Spielen hat Xamax den Anschluss ans dicht gedrängte Mittelfeld definitiv hergestellt. Zwischen dem Tabellendritten, neu Lugano, und dem Tabellenneunten Xamax liegen jetzt noch fünf Punkte. Xamax' nächster Gegner Zürich liegt noch einen Punkt vor dem Barrageplatz, ebenso wie Sion.

Thun trotz Unterzahl mit Chancen

Xamax' Sieg in Thun war verdient, auch wenn der Gegner trotz langer Unterzahl ebenfalls Chancen zum 1:0 hatte. Das Heimteam agierte wegen einer berechtigten Gelb-Roten Karte gegen Chris Kablan ab der 37. Minute in Unterzahl, und schon zuvor hatten die zunächst auf Konter lauernden Neuenburger eine grosse Chance zum 1:0. Raphaël Nuzzolo traf in der 27. Minute die Latte, später lenkte Thuns Goalie Guillaume Faivre einen Kopfball von Charles Pickel an den Pfosten. Thuns beste Möglichkeit vergab Marvin Spielmann nach einer Stunde, als er den Ball alleine vor Laurent Walthert am Tor vorbeischob.

Am kommenden Samstag steht für Xamax das nächste Schlüsselspiel auf dem Programm. Zuhause gegen den FC Zürich muss die Mannschaft des Ende Saison scheidenden Trainers Stéphane Henchoz indes auf seinen wichtigsten Spieler verzichten. Raphaël Nuzzolo ist nach seiner Gelben Karte gegen Thun gesperrt.

YB überrollt Sion problemlos

Der FC Sion muss sich vorderhand nicht mehr mit seiner Europacup-Sperre beschäftigen. Die Walliser verlieren zuhause gegen die Young Boys 0:4 und sind nach drei Niederlagen zurück im Abstiegskampf.

Nach der Niederlage bei Xamax und dem Unentschieden gegen Lugano präsentierte sich Meister YB im Walliser bei angenehmen Bedingungen und guten Platzverhältnissen wieder in Normalform. Sion war unter diesen Voraussetzungen bis auf wenige kurze Phasen überfordert. Jean-Pierre Nsame mit dem frühen 1:0 sowie Christian Fassnacht, Thorsten Schick und Guillaume Hoarau mit seinem 21. Saisontreffer als weitere Torschützen sorgten für das klare Verdikt, das den Verhältnissen entsprach und den FC Sion zurück in den Abstiegskampf manövrierte. Xamax, das in Thun 2:0 gewann, liegt auf dem Barrageplatz noch einen Punkt hinter den Wallisern.

Vor allem in der Anfangsphase konnten sich die Sittener bei ihrem Goalie Kevin Fickentscher bedanken, dass sie nicht noch mehr Gegentore kassierten. Mehrere Male verhinderte dieser mit seinen Reflexen Schlimmeres. Dennoch lag die Mannschaft von Trainer Murat Yakin ab der 7. Minute im Hintertreffen.

Weil die Walliser selbst im Abschluss glücklos waren, blieben sie zum dritten Mal in Folge ohne Torerfolg und verdeutlichte sich das Verdikt im weiteren Verlauf. Bastien Toma (27.), Moussa Djitté (61.) als auch Birama Ndoye (89.) trafen die Torumrandung, auf der anderen Seite kombinierten sich die Berner wiederholt sehenswert durch die inferiore Sittener Hintermannschaft. Den schönsten Angriff, eine One-Touch-Kombination über mehrere Stationen, vollendete Nsame zur frühen Führung.

Luzerns Probleme mit Wind und Gegner

Der FC Lugano dehnt seine Ungeschlagenheit in der Super League auf zehn Spiele aus. Mit dem von Alexander Gerndt erzielten 1:0 im Cornaredo überholen die Tessiner Gegner Luzern in der Tabelle. Die Mannschaft von Trainer Thomas Häberli hat nach zwei Siegen wieder verloren und befindet sich in der Tabelle in einer zwiespältigen Lage. Ein Platz in der Europa-League-Qualifikation ist zum Greifen nah, zugleich aber ist die Barrage noch eine Bedrohung.

Dank der Partie im Cornaredo wissen wir jetzt, dass auch ein Fussballspiel eine Windlotterie sein kann, nicht nur ein Skispringen. Ein anhaltender stürmischer Wind von Norden, von den Bergen her, erschwerte die Aufgabe für beide Mannschaften ungemein und machte das Spiel schon in der ersten Halbzeit beinahe irregulär. Fehlpässe hüben und drüben nahmen jede Attraktivität aus der Partie. Fans aus beiden Lagern quittierten das Geschehen mit Pfiffen. Für viele schienen die offensichtlichen Mühen der Spieler unbegreiflich zu sein.

Dass das einzige Tor - kurz vor der Pause - auf einen Freistoss fiel, war wohl nicht zufällig. Und auch hier schien der Sturmwind mitzumachen. Luzerns Goalie David Zibung bleib nach dem Schlenzer von Alexander Gerndt wie angewurzelt auf der Linie stehen. Zibung, für gute Reflexe bekannt, hatte augenscheinlich mit einer ganz anderen Flugbahn gerechnet. Die Luganesi hatten vor und nach dem Tor die besseren Szenen und verdienten sich den vierten Sieg in der Serie der Ungeschlagenheit vollauf.

Auch wenn man die Unbill durch den Wind berücksichtigt, blieben die Luzerner über eine Stunde lang alles schuldig. Etwas besser wurde es nach der Einwechslung des offensiveren Shkelqim Demhasaj anstelle von Christian Schneuwly nach 65 Minuten. Mehr als zwei Drehschüsse von Ruben Vargas und Goalgetter Blessing Eleke aus guten Position in der Schlussphase schauten jedoch nicht heraus. Das Team von Trainer Fabio Celestini zog sich zurück immer mehr, war aber mit seinen Kontern gefährlicher.

Resultate und Rangliste:

Resultate. Samstag: Basel - Zürich 3:0 (0:0). Grasshoppers - St. Gallen 0:1 (0:0). - Sonntag: Lugano - Luzern 1:0 (1:0). Thun - Neuchâtel Xamax FCS 0:2 (0:0). Sion - Young Boys 0:4 (0:2).

Rangliste: 1. Young Boys 32/82 (85:30). 2. Basel 32/62 (61:39). 3. Lugano 32/41 (45:44). 4. Thun 32/40 (54:53). 5. Luzern 32/40 (47:54). 6. St. Gallen 32/39 (42:54). 7. Sion 32/37 (45:52). 8. Zürich 32/37 (37:47). 9. Neuchâtel Xamax FCS 32/36 (41:57). 10. Grasshoppers 32/24 (28:55).

Fussball

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dplu am 05.05.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Fan

    Sind wir heute alle einwenig Xamax Fan ? Ich ja .....

  • Hoch Spannung am 05.05.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird ein spannender Kampf

    in den letzten Runden um den Barrasch Platz. Der direkte Absteiger steht ja wohl bereits fest.

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  • Mario am 05.05.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Und so hoffe ich auf ein gutes Gelingen.

    Ich wünsche Lugano und Xamax viel Glück zu einem Gewinn. Die beiden müssten es hart erkämpfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alain Pfäffli am 06.05.2019 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    früh reagieren ...

    Ich habe nicht alle Daten im Kopf, aber es lohnt sich, die Formkurven der involvierten Mannschaften zu studieren. Der FCZ macht mir am meisten Sorgen, er ist in dieser Saison so ziemlich nach unten durchgereicht worden, die Führung wird wie bei Sami Hyypiä viel zu spät reagieren. An Mannschaften wie Luzern oder Xamax sieht man, was ein Trainer- (und Mentalitäts-?) wechsel zur Rechten Zeit bewirken kann. Ähnlich spannend macht es die ChL mit Lausanne und Aarau!

  • rüdisühli am 06.05.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    lieber SFV

    Die Klubs sind seit einiger Zeit auf Gedeih und Verderben auf ihre Nachwuchsstützpunkte angewiesen. Von dort sollen die Talente zu den Grossklubs stossen. Glarnerland zu St. Gallen, wieso? Rapperswil zu GCN wieso? usw., usw. Schaffen diese jungen Spieler den Sprung nicht, hören sie mit dem Fussball auf. Ein Trugschluss, dass es mehr Spieler nach oben Schaffen. So müssen halt eben zweit oder drittklassige Ausländer "weiterhelfen".

  • Der Realist am 06.05.2019 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Vorschlag

    Die Super League müsste die Gesellschaft besser vertreten: ein Viertel der Mannschaften geführt von Superreichen (am besten aus Herrliberg), ein Viertel von Ultras (die MK kann dann die Ticketpreise selber festlegen), ein Viertel vom Staat und ein Viertel vom normalen Büezer. Dies bei 12 Mannschaften sodass der Klub aus Niederhasli weiter mitmachen könnte. Und der Präsident wechselt jedes Jahr. So würde aus der Suppenliga wieder eine Super Liga

  • Gringo am 06.05.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Fussballwelt

    Wenn GC der Geldhahn nicht zugedreht, sondern das Budget sogar noch erhöht wird, stehen die Chancen recht gut, dass der sofortige Wiederaufstieg Realität wird. Umgekehrt haben CH-Tschallensch-Liig Clubs mit weniger grosszügigem Budget kaum eine Chance, sich nach dem Aufstieg in der CH-Suppen-Liig zu halten.

  • Felix am 06.05.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur motzen über unsre Liga!!

    all die Fussballexperten die unsre Liga als Gurkenliga abtun schauen wohl gar kein Fussball oder die Zusammenschnitte der besten Szenen der jeweiligen in ihren Augen Super Liga!!!!Glaube nicht das sie ein ganzes Spiel einer Liga in der angeblich so super Fussball gespielt wird gesehen haben .Dann hätten sie gesehen das auch nicht alles Gold ist was glänzt!!!!