FCZ-Captain

17. Juli 2014 18:06; Akt: 17.07.2014 18:42 Print

Yassine Chikhaoui erfindet sich neu

von Sandro Compagno - Nicht ein Transfer, sondern der neue Captain ist die herausragende Veränderung beim FC Zürich. Yassine Chikhaoui nimmt Stellung. Auf Deutsch!

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Er lächelt etwas schüchtern, beugt sich leicht nach vorn in Richtung Mikrofon und sagt dann: «Ich versuche es auf Deutsch, bitte nicht lachen.» Yassine Chikhaoui hatte am Donnerstag an der Medienkonferenz des FCZ vor der am Samstag beginnenden Saison seinen ersten Auftritt als Captain des FC Zürich. Jener Yassine Chikhaoui, der in sieben Jahren aufgrund einer schier endlosen Verletzungshistorie ganze 85 Meisterschaftsspiele bestritten hat. Jener Yassine Chikhaoui, der nach einem verunglückten Interview anno 2008 im «SonntagsBlick» kaum noch mit den Medien sprach. Chikhaoui, der Dauerverletzte, der Missverstandene und Misstrauische.

An diesem Donnerstagnachmittag erfindet sich der tunesische Super-Techniker neu. Freundlich, nahbar und witzig gibt der 27-Jährige Auskunft über seine neue Rolle beim Cup-Sieger: «Ich bin sehr stolz, Captain des FC Zürich zu sein, es ist eine unglaubliche Ehre für mich.» Für FCZ-Trainer Urs Meier war ganz einfach der Zeitpunkt richtig, seinen besten Mann stärker in die Verantwortung zu ziehen: «Wir Trainer sehen in die Seelen, die Herzen und die Köpfe der Spieler.» Und bei Chikhaoui sehe er «einen top-motivierten Spieler, der seine Aufgabe ernst nimmt, der Vorbildfunktion übernimmt». Er werde alles daran setzen, die Mannschaft anzuführen, so Meier: «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Zeichen standen auf Abschied

Vor einem halben Jahr noch hatte nichts auf diese Entwicklung hingedeutet. FCZ-Präsident Ancillo Canepa gab bekannt, den auslaufenden Vertrag seines Lieblingsspielers nicht zu verlängern. Die Zeichen standen nach sieben Jahren auf Abschied, auch weil Chikhaoui viel zu teuer war. Rund 1,4 Millionen Franken habe der Tunesier verdient, berichtete die «Handelszeitung» im April. Einen Monat später verlängerte der Ausnahmespieler zu mutmasslich deutlich tieferen Konditionen bis 2017.

«Meine Frau ist der Chef»

Dabei spielten nicht nur sportliche Argumente eine Rolle. «Die letzten sechs Monate waren eine merkwürdige Zeit», sagt Chikhaoui, «aber jetzt freue ich mich sehr, hier zu sein. Das ist auch gut für meine Familie.» Der neue FCZ-Captain ist Familienvater, den Entscheid zu bleiben, fällte er nicht allein, wie er lächelnd zugibt: «Natürlich hat meine Frau mitentschieden. Sie ist der Chef!»

Auf dem Platz soll und will Yassine Chikhaoui der Chef sein. Ein Lautsprecher ist er nicht. Leise spricht er mit den Medien, «aber ich kann schon laut werden, wenn es sein muss». Bleibt die ewige Frage nach der Fitness: Seit Chikhaoui 2007 von Etoile du Sahel in seiner Heimatstadt Sousse zum FC Zürich kam, bestritt er nur rund ein Drittel aller möglichen Spiele. Wird das in der neuen Saison anders? Lässt sein fragiler Körper 30 oder gar 40 Spiele zu? «Ich hoffe es. Ich hatte in den letzten Jahren wirklich nicht viel Glück mit Verletzungen. Aber ich habe alles dafür gegeben, eine gute Saison zu spielen.» Seine Ziele jedenfalls formuliert der vielleicht beste Fussballer, der je in der Schweiz gespielt hat, mit grossem Selbstvertrauen: «Ich möchte als Captain einen Meisterpokal in den Händen halten!»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hampi am 17.07.2014 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Talent

    Er wäre eine der besten Spieler, die in der Schweiz gespielt haben, hätte er das Verletzungspech nicht. Er galt mal als eines der grössten Talente.

  • Tibor Hofmann am 17.07.2014 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Yassinne

    Chikhaoui würde heute vielleicht für Real Madrid spielen, hätte er das grosse Verletzungspech nicht gehabt. Dann würde er heute keinen Meisterpokal sondern einen CL-Pokal in den Händen halten. "Bester Spieler der Schweiz" oder eher "Gewinner des Ballon Dor". Wer weiss?

  • Hopper1886 am 18.07.2014 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yassine

    Wünsche Yassine eine gute Saison und freue mich, dass er der neue Captain ist. Der FCZ hat endlich wieder einmal eine Identifikationsfigur. Lieber Yassine, alles Gute, ausser am Sonntag und in den anderen Derbies ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stadionbesucher am 18.07.2014 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realist

    So gut wie die Medien ihn haben wollen, ist er um Meilen nicht.

  • Leo am 18.07.2014 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ich nicht Lache 

    Ha der FCZ wird weiterhin sein blaues wunder leben müssen mit diesem Chikhaoui es wird nicht lange dauern und er wird wieder als verletzungsbester FCZ Spieler seine hunderte von tausend franken schön gemütlich abkassieren.

    • Paulo am 18.07.2014 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      dann lach

      dann lach du mal, du Besserwisser und "Menschenkenner" *IronieAus*

    einklappen einklappen
  • Hopper1886 am 18.07.2014 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yassine

    Wünsche Yassine eine gute Saison und freue mich, dass er der neue Captain ist. Der FCZ hat endlich wieder einmal eine Identifikationsfigur. Lieber Yassine, alles Gute, ausser am Sonntag und in den anderen Derbies ;-)

  • Tom am 17.07.2014 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    YB

    Fredy Bickel wird ihn sicher noch holen.

  • Tibor Hofmann am 17.07.2014 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Yassinne

    Chikhaoui würde heute vielleicht für Real Madrid spielen, hätte er das grosse Verletzungspech nicht gehabt. Dann würde er heute keinen Meisterpokal sondern einen CL-Pokal in den Händen halten. "Bester Spieler der Schweiz" oder eher "Gewinner des Ballon Dor". Wer weiss?