Erhoffter Befreiungsschlag

25. März 2011 07:55; Akt: 25.03.2011 09:34 Print

Zitterspiele – ein Fall für die Schweizer Nati

von Eva Tedesco, Sofia - Die Schweiz steht in der EM-Quali schon vor dem Aus. Dass sich eine solche Situation aber schnell ändern kann, hat die Nati schon mehrfach bewiesen.

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Beim Start zur WM-Qualifikation 2010 kam die Schweiz in Israel nicht über ein 2:2 hinaus. Darauf folgte sogar eine peinliche 1:2-Niederlage zuhause gegen Luxemburg. Dank dem 2:1-Auswärtssieg gegen Griechenland kam die Schweiz wieder auf die Erfolgsstrasse und qualifizierte sich am Schluss für die WM-Endrunde in Südafrika. In der WM-Qualifikation 2006 erreichte die Schweiz dank einem 0:0 auswärts gegen Irland die Barrage. In dieser spielte die Schweiz gegen die Türkei und gewann das Hinspiel zuhause 2:0. Das Rückspiel in Istanbul ging zwar 2:4 verloren, Alex Frei per Penalty und Marco Streller (Bild) sicherten den Schweizern aber dank der Auswärtstorregel die Qualifikation für die Endrunde in Deutschland. Nach dem Spiel kam es im Şükrü-Saracoğlu-Stadion in Istanbul zu Tumulten unter den Spielern. In der EM-Qualifikation 2004 kamen die Schweizer gegen Schluss ins Zittern. Im zweitletzten Gruppenspiel verloren die Eidgenossen auswärts gegen Russland 1:4. Mit dem 2:0-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Irland buchte die Schweiz das Ticket nach Portugal aber sicher. Der Start in die EM-Qualifikation 2012 ging gründlich daneben. Zuhause setzte es für die Schweiz gegen England eine 1:3-Pleite ab. Im zweiten Gruppenspiel auswärts gegen Montenegro hätte sich die Schweiz im City Stadium in der Hauptstadt Podgorica mit einem Sieg zurückmelden können, doch nach dem 0:1 sah es noch übler aus. Immerhin wurde danach Wales mit 4:1 besiegt. Doch um sich wirklich wieder ins Gespräch um ein EM-Ticket zu bringen, brauchts in Bulgarien einen Sieg - sonst wird die EM 2012 ohne die Schweiz stattfinden. Am 4. Juni sorgte Tranquillo Barnetta mit zwei Toren im Wembley für die Basis des 2:2 im EM-Qualispiel gegen das Mutterland des Fussballs.

Erfolgreiche Schweizer Reaktionen in Spielen der letzten Chance.

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Wenn die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld am Samstag in Sofia gegen Bulgarien ran muss, ist ein Punktverlust gleichzusetzen mit dem vorzeitigen Aus für die EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine.

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Trotz dieser Tatsache macht es wenig Sinn, sich bereits einen Tag vor dem Spiel über ungelegte Eier Gedanken zu machen. Das sehen auch die Spieler von Naticoach Ottmar Hitzfeld so. «Wir wollen uns unbedingt für den fünften Grossanlass in Folge qualifizieren», sagt Reto Ziegler. Der Sampdoria-Söldner weiss auch wie: «Jeder muss über seine Grenzen hinausgehen und kämpfen.» Gebetsmühlenartig schiebt Ziegler eine übliche Binsenweisheit aus Fussballerkreisen nach: «Wir müssen hinten zu null spielen und vorne ein Tor machen.»

Erfahrung mit Nervenspielen

Schon während der letzten Qualifikationsphasen zu Europa- und Weltmeisterschaften (ausser für die EM 2008 im eigenen Land, für die die Schweiz als Gastgeber gesetzt war) standen die Eidgenossen immer wieder mal mit dem Rücken zur Wand – und konnten bislang jedes Mal zum Befreiungsschlag ausholen. Auf einen herben Dämpfer folgte meist direkt die Wiedergutmachung. «Wir haben schon gezeigt, dass wir es können», sagt auch Mittelfeld-Puncher Valon Behrami. Der Tessiner, der nach neun Monaten Absenz in der Nati am Samstag sein Comeback geben wird, ist vom Potenzial des Teams überzeugt. «Wenn alle am gleichen Strick ziehen und zeigen, dass sie mit Stolz das Trikot der Nationalmannschaft tragen.» Mit Herz, Kampf und viel Selbstvertrauen könne man das Glück auf seine Seite zwingen. «Und wenn es nicht anders geht», so Behrami, «dann eben mit der nötigen Härte.»

Vielen Fans sind wohl die Zitterspiele zur Qualifikation für die WM 2006 im Gedächtnis haften geblieben. Im letzten Spiel der Qualifikationsphase sicherte sich das Team unter dem damaligen Trainer Köbi Kuhn mit einem 0:0 in Irland den Barrage-Platz. Gegner in den zwei Entscheidungsspielen war die Türkei. Dem 2:0-Sieg im Heimspiel folgte ein hartumkämpftes 2:4 in Istanbul. Dank den erzielten Auswärtstoren war die Schweiz für die Endrunde in Deutschland teilnahmeberechtigt.

Auch während der EM-Qualifikation 2004 zogen die Eidgenossen den Kopf gerade noch aus der Schlinge. Mit einem 4:1-Heimsieg am zweitletzten Spieltag rückte Russland in der Tabelle bis auf einen Punkt an den Leader Schweiz heran. Doch das Kuhn-Team reagierte brillant, besiegte Irland zuhause 2:0 und sicherte sich das Flugticket an die EM in Portugal.

Der Start in die Qualifikationsphase für die WM 2010 ging ebenfalls in die Hose. Nach einem 2:2 in Israel verlor das Team, schon unter Ottmar Hitzfeld, im Letzigrund schändlich gegen Luxemburg 1:2. Doch die Schweiz stand sensationell wieder auf. Mit einem Sieg erst gegen Lettland und anschliessend einer exzellenten Leistung auf Biegen und Brechen in Griechenland war sie zurück im Geschäft.

Gelingt der Befreiungsschlag?

Und nun stehen die Eidgenossen am Samstag schon wieder unter Zugzwang. Frei und Co. hilft nichts ausser einem Sieg. Pikant: Wie schon beim 0:1 in Montenegro steht mit Marco Wölfli auch am Samstag «nur» die Nummer 2 im Schweizer Tor. Stammtorhüter Diego Benaglio passt verletzungsbedingt. Das muss aber nichts Negatives bedeuten. Im Gegenteil: Der YB-Keeper hat zuletzt in der heimischen Liga und auch im Europacup bewiesen, dass er ein Kämpfer ist. Und genau solche Leute braucht es gegen Bulgarien. Dann steht einem neuerlichen Befreiungsschlag der Nati nichts im Weg.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • reto guggisloch am 25.03.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    kämpfer wölfli

    wozu braucht es einen kämpfer im tor? - der goalie muss einfach alle bälle halten..., ob diego, marco oder johnny, egal, hauptsache die null steht.

  • ein fetter Steuerzahler am 25.03.2011 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Geld für Fussball in Flüchtlinge und Asylanten investieren

  • Hugo Baldig am 25.03.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Recherchieren!

    Was heisst denn "...sicherte sich das Team unter dem damaligen Trainer Köbi Kuhn mit einem 0:0 in Irland den Barrage-Platz"? Das Team hat sich damals den ersten Platz vergeigt, weil sie gegen Irland nicht gewannen und somit Frankreich erster war. Die Barrage war die Strafe dafür!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hugo Baldig am 25.03.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Recherchieren!

    Was heisst denn "...sicherte sich das Team unter dem damaligen Trainer Köbi Kuhn mit einem 0:0 in Irland den Barrage-Platz"? Das Team hat sich damals den ersten Platz vergeigt, weil sie gegen Irland nicht gewannen und somit Frankreich erster war. Die Barrage war die Strafe dafür!

  • ein fetter Steuerzahler am 25.03.2011 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Geld für Fussball in Flüchtlinge und Asylanten investieren

  • däni am 25.03.2011 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    klarer sieg der bulgaren

    wird wohl nichts aus einem sieg in bulgarien! solche immerzu viel zu positiven schlagzeilen wirken sich immer schlecht auf das spiel aus (zuletzt gesehen gegen luxemburg). dort war ein klarer, haushoher sieg der nati gepriesen worden, das resultat kennen ja wohl alle! sorry, aber wird wohl nichts mit der quali (solange frei dabei ist ist's vieleicht auch besser so! so sieht er vieleicht auch mal ein dass er nichts nützt)!!

    • Seline/Schmid am 25.03.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      Sowieso die Schweizer

      Die Schweizer haben noch fast immer gewonnen, wenn sie unter Druck standen, also kann man wirkllich auf einen Sieg hoffen!!!

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  • reto guggisloch am 25.03.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    kämpfer wölfli

    wozu braucht es einen kämpfer im tor? - der goalie muss einfach alle bälle halten..., ob diego, marco oder johnny, egal, hauptsache die null steht.

  • gerorg am 25.03.2011 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    immer noch die besten

    die schweiz wird gegen bulgarien mit sicherheit gewinnen, man darf nicht einfach vergessen die schweiz gehört zu top 10 fussball nationen der welt und der nachwuchs ist die welt beste!! auch wen wir nur gegen 2. klassigen gegner das spiess drehen können z.b. irland, israel oder lettland, gehören wir zu den 1. klassigen!!!! von der qualität her muss die schweiz dieses spiel mind. 3:0 gewinnen, vermutlich wird die schweiz schon in den ersten 20 min. das spiel für sich entscheiden. eine niederlage wäre eine peinliche sache.

    • Steve am 25.03.2011 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      vergessene ironie

      Irgendwie hab ich das gefühl das du vergessen hast zu erwähnen, das in deinem kommentar ironie vorkommt. oder meinst du das wirklich ernst was du schreibst? Weil die top10 kann ich dir schlicht und einffach nicht abkaufen. auch das mit dem nachwuchs ist so eine sache, spätestens wenn sie fürs a-kader spielen sollen wechseln sie die nation :-D

    • Dr.Stabbo am 25.03.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Ironie?

      @Steve, Bestes Beispiel dafür ist momentan gerade Gavranovic....Diesmal Ironie

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