Fussballvermarktung

20. Juli 2019 19:41; Akt: 20.07.2019 19:41 Print

Zuger Agentur unter Druck wegen Werbeschwindel

Wegen verkürzten Werbesekunden steht eine Schweizer Werbeagentur am Pranger. Sie müssen mehrere Millionen zurückzahlen.

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Die Schweizer Werbeagentur Infront muss aufgrund von gekürzten Werbesekunden mehrere Millionen Euro an deutsche Fussballsponsoren zurückzahlen.

Über Jahre soll das Unternehmen mit Sitz in Zug grosse Werbekunden betrogen haben. Dies schreibt der «Tages-Anzeiger», der die Recherche zusammen mit der deutschen Zeitschrift «Spiegel» am Freitag präsentierte.

Konkret geht es um Spiele der deutschen Fussballnationalmannschaft. Während den Partien wurden mehrere Bandenwerbungen zu wenig lange eingeblendet. Anstelle von 30 Sekunden nur jeweils 29 Sekunden lang.

Enkel von Sepp Blatter leitet Infront

Die gewonnene Zeit wurde für weitere Werbungen verwendet. Bei den Unternehmen soll es sich um Grosskunden wie Rewe, Commerzbank und Bittburger handeln.

Infront steht unter der Leitung von Phillipe Blatter, einem Neffen des ehemaligen Fifa-Präsidenten. Das Unternehmen teilte bereits im Mai mit, dass sie gegen einen Ex-Angestellten eine Strafanzeige eingereicht hatten.

Der entlassene Angestellte wollte sich gegenüber dem Tages-Anzeiger nicht äussern. Allerdings zeigen Recherchen, dass er zum Gegenangriff übergegangen ist. Er beschuldigt wohl andere leitende Angestellte, dass sie vom Banden-Schwindel gewusst haben.

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(fss)