Das Glück in der Offensive

16. Mai 2019 08:30; Akt: 16.05.2019 08:30 Print

Von der Barrage befreit, peilt der FCL Platz 3 an

von E. Tedesco, Basel - Der FCL kann in den letzten zwei Runden den Kontrollblick in den Rückspiegel sein lassen. Vom Barrage-Albtraum befreit, schaut David Zibung nur noch nach vorn.

Der Ligaerhalt ist gesichert, doch David Zibung will mehr, schaut noch nach vorne und peilt Rang 3 an. (Video: 20 Minuten)
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David Zibung muss trotz der Schmerzen im Fuss lachen. «Hat er wirklich Jahrgang 2000?» Der Goalie schüttelt ungläubig den Kopf. Mit «er» meint Zibung Yannick Marchand, jenen Basler, der ihn kurz vor Schluss in jugendlichem Leichtsinn – unabsichtlich, aber nicht minder gefährlich – von den Socken kippte. Yannick wer? Für Zibung, der mit ihm schmerzhafte Bekanntschaft gemacht hat, und alle, die mit dem neuen Namen beim FC Basel noch nichts anfangen können:

Yannick Marchand feierte gegen den FCL seinen Super-League-Einstand. Die Einwechslung des Basler Eigengewächses in der 69. Minute liess bei Präsident Bernhard Burgener sicher das Herz einen Dreifachsalto schlagen. Zu Burgeners Vorlieben gehört, die Einsatzminuten seiner rotblauen Junioren mitzuzählen. Seit Mittwoch kann er einen neuen Youngster in seiner Liste aufnehmen.

Und der passt hervorragend in das rotblaue Konzept: Seine ersten Schritte machte Marchand beim FC Aesch, wo einst auch Alex Frei und Marco Streller begannen. Streller ist heute Sportdirektor. Bei Frei spielte Marchand in der U-18. 2009 entdeckte ihn ein Scout in Aesch und holte ihn zum FCB. Zehn Jahre später feierte er nun beim 3:2-Sieg gegen den FCL sein Super-League-Debüt. Und legte sich gleich mit einem Dino der Liga an.
Das sagen die FCB-Profis Albian Ajeti und Taulant Xhaka zum 3:2-Sieg gegen den FCL und warum es doch noch eng wurde. (Video: 20 Minuten)

Sion sei Dank

Als Marchand bei der U-10 des FCB einstieg, unterschrieb Zibung seinen ersten Profivertrag in der Zentralschweiz. Er habe noch einmal Glück gehabt, sagt der Oldie und zeigt auf seinen geschwollenen Fuss. Das heftige Einsteigen des Youngsters hätte
Folgen haben können. Hat es aber nicht, und der um 16 Jahre ältere Profi ist dem jungen Spieler auch nicht böse.

In positiven Momenten ist der Mensch auch toleranter. Denn die gute Nachricht kam für den FCL vom Totomat nach dem Spiel. Weil Sion gegen Xamax (1:0) gewann, ist der FCL aus dem Schneider und muss nicht mehr in den Rückspiegel schauen. Die Barrage ist abgewehrt. Der FCL kann durch die Frontscheibe schauen und die Europacupplätze anvisieren.

«Gegen Zürich zu Hause und auswärts bei YB heisst es nur noch: Vollgas nach vorne. Das sind zwei Spiele gegen gute, grosse Mannschaften, aber wir werden alles versuchen, um noch auf Platz 3 zu kommen», so Zibung. «Wir haben das ganze Jahr um den Barrageplatz herum verbracht. Jetzt ist das weg. Und ich glaube, dass es wirklich besser ist, wenn man sein Glück in der Offensive sucht. Darum: Vollgas nach vorne – etwas anderes gibt es nicht.»

Luzern erging es wie dem FCZ. Die Liga spielt dieses Jahr verrückt. In einer Runde ist man in den Kampf um den Barrageplatz involviert, in der nächsten winkt die Chance auf Europa.

Fussball

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vorstädtler am 16.05.2019 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    EL egal, hauptsache mehr Konstanz

    Bitte nicht Europa League, da sollen andere Teams den Kopf hinhalten! Wichtig ist für mich, dass man jetzt mit Häberli mal etwas aufbauen kann und soll, dass ist mir viel wichtiger als kurzfristigen Erfolg! Lieber über 2-3 Jahre mal mit einem Trainer ein Konzept durchziehen als alle 6 Monate den Trainer wechseln..

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  • Luzerner am 16.05.2019 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freund des Gepflegten Fussballs

    So lange der FCL nicht für die Euro-League qualifiziert ist mir egal welchen Platz sie am Schluss belegen. Die blamieren sich dort jedes x bis auf die Knochen. Nur ab zu steigen wünsche ich ihnen nicht. Das wäre schade.

  • hubsy2005 am 16.05.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt auf dem Teppich

    Bei aller Liebe zum FCL, bei dem momentanen Spielerpotential und ohne sehr gute Verstärkungen einschl. Torwart und Spielmacher wird der FCL wie in der Vergangenheit nur Durchschnitt resp. Mittelmass sein und bleiben. Träume von europäischen Wettbewerben sind zwar erlaubt aber jeder internationale Erfolg bleibt Utopie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hubsy2005 am 16.05.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt auf dem Teppich

    Bei aller Liebe zum FCL, bei dem momentanen Spielerpotential und ohne sehr gute Verstärkungen einschl. Torwart und Spielmacher wird der FCL wie in der Vergangenheit nur Durchschnitt resp. Mittelmass sein und bleiben. Träume von europäischen Wettbewerben sind zwar erlaubt aber jeder internationale Erfolg bleibt Utopie.

    • urschweizer am 16.05.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      Wobei ...

      ... in der Schweizer "Chilbiliga" kann jedes Team ausser YB (und evtl. FCB) von dieser Euroliga träumen. Bedenklich was sich da alles "Fussballstar" nennt und den Kopf sehr hoch trägt und zu noch viel zu viel verdient.

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  • super league am 16.05.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niveau

    spricht für das unterirdische niveau der liga. vor kurzem noch auf dem schleuderstuhl und jetzt wird schon über platz 3 gefaselt...

  • thomythewho am 16.05.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Fliegenfänger

    Scheint ganz so, als hätte sich Zibung bei seiner Schauspieleinlage doch ernsthafter verletzt!:--)

  • Urszli am 16.05.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EL?

    Egal, welcher Fast-Absteiger in die EL-Quali kommt, es gibt ein Desaster.

  • Rechner am 16.05.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Barrage immer noch möglich!

    Äääh Luzern hat 40 Punkte, Xamax 36, kann also noch auf 42 kommen... Luzern ist überhaupt noch nicht gerettet!

    • Der mit dem Überblick rechnet am 16.05.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Nachgerechnet

      Die 3 Punkte vom abgebrochenen GC-Spiel dürfen getrost dazu gezählt werden. Ein Wiederholungsspiel gibt es da nicht ._))

    • Mathe Prof. am 16.05.2019 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rechner

      Plus 3 Punkte aus dem abgebrochenen Spiel gegen GC ergibt nach Adam Riese 43 Punkte. Das heisst sie sind gerettet :)

    • Vorstädtler am 16.05.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

      GC Spiel zählt noch nicht...

      nicht vergessen, Luzern kriegt noch 3 Punkte vom Spielabbruch am SO...eigentlich hat der FCL also 43 Punkte!

    • Richtig Rechner am 16.05.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Forfait

      @Rechner. Da vergisst aber der Rechner das Luzern mit 1 Spiel weniger mit 40 Punkten da steht, das GC Spiel wird zu 100% Forfait Luzern als Sieg zugesprochen. Also 43 Punkte! So geht ihre Rechnung gar nicht mehr auf

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