Nach dem MotoGP-Aus

18. September 2011 16:44; Akt: 18.09.2011 16:46 Print

«Ich bin zu jung, um einen Traum aufzugeben»

von K. Zaugg, Alcaniz - Tom Lüthi sagt nach dem 7. Rang beim GP von Aragon, warum er den Moto-GP-Traum nicht aufgibt, warum es wieder nicht zu einem Spitzenplatz gereicht hat und warum er zu wenig verdient.

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Tom Lüthi hat seinen Traum von der MotoGP-Klasse noch nicht aufgegeben.

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Tom Lüthi, Sie fuhren in der zweiten Rennhälfte gleich schnell oder gar schneller als die Spitzengruppe. Aber da war alles schon verloren und es reichte «nur» zu Platz 7. Warum?
Tom Lüthi:
Das Rennen war tatsächlich nach vier Runden verloren. Bei vollem Benzintank hatte ich in den ersten vier Runden Schwierigkeiten beim Anbremsen und konnte nicht ans Limit gehen. Doch dann ging es richtig los. In den wilden Positionskämpfen am Schluss habe ich es dann nicht geschafft, den fünften Platz zu verteidigen.

Die Enttäuschung über einen weiteren vergebenen Podestplatz muss gross sein.
Ja und nein. Ja, weil ich natürlich in jedem Rennen ganz vorne mitfahren will. Nein, weil ich nach der der starken zweiten Rennhälfte auch ein gutes Gefühl habe. Ich bin sicher: Darauf können wir aufbauen.

Ihr Manager Daniel M. Epp hat entschieden: Sie fahren nächste Saison nicht in der MotoGP-Klasse. Sondern wieder in der Moto2-WM. Sind Sie enttäuscht?
Ja natürlich bin ich enttäuscht. Ich wollte diesen Aufstieg in die MotoGP-Klasse. Aber es ist für uns alle gut, dass wir nun Gewissheit haben, wie es weiter geht.

Ist damit der Traum MotoGP für immer ausgeträumt?
Nein. Er ist für die nächste Saison ausgeträumt. Aber ich bin erst 25 und noch viel zu jung, um einen Traum aufzugeben. Ich werde weiterhin alles tun, um es eines Tages doch in die MotoGP-WM zu kommen.

Sind Sie denn für die Moto2-WM 2012 noch motoviert?
Und wie! Mein Team und ich setzen alles daran, dass wir 2012 ganz vorne mitfahren.

Sind Sie denn noch dazu in der Lage, die wilde nächste Generation in Schach zu halten?
Ja, da bin ich mir ganz sicher.

Was muss nun besser werden, dass Sie 2012 tatsächlich um den Titel fahren können?
Es geht einmal darum, zu erkennen, was funktioniert und dort zu optimieren, bevor wir alles auf den Kopf stellen. Meine Saisonvorbereitung war gut und die werde ich so beibehalten. Ich möchte auch nächste Saison mit meinem Cheftechniker Alfred Willecke weiterarbeiten.

Aber da ist ja das Problem: Wie ein roter Faden zieht sich durch diese Saison, dass Sie am Freitag die Basisabstimmung nicht hinkriegen, diesen Rückstand nicht mehr aufholen können und dann im Rennen zu weit hinten starten müssen.
Das ist tatsächlich ein Problem. Aber es ist ein Problem, das wir in den Griff bekommen.

Es gibt aus Ihrem Umfeld eine interessante Analyse: Sie verdienen als Basissalär bloss um die 100 000 Franken und das sei viel zu wenig...
Das ist sehr interessant und das höre ich gerne...

...und deshalb hätten Sie nicht die materielle Sicherheit, die es braucht, um sich ausschliesslich auf den Sport zu konzentrieren und noch besser zu werden.
Wie viel müsste ich denn Ihrer Ansicht nach verdienen?

Sie sind die Nummer 1 in unserem Motorradrennsport, Sie gehören punkto Medienpräsenz zu den Top Ten der Einzelsportler. In einer vergleichbaren Kategorie würden Sie im Eishockey zwischen 400 000 und 700 000 Franken verdienen.
Puhhh, das wäre schön. Weit daneben. Es ist ja schon interessant, wie unser Sport falsch eingeschätzt wird. Die Leute denken, nur weil ich ab und zu im Fernsehen und in der Zeitung komme, müsse ich automatisch auch sehr viel verdienen wie die MotoGP-Stars. Aber so ist es eben nicht. In allererster Linie ist der Rennsport nach wie vor eine Leidenschaft.

Aber es sollte für Sie auch ein Business sein.
Ich möchte nicht, dass ich einmal nur des Geldes wegen fahre. Der Rennsport ist meine Leidenschaft und das wird immer so sein. Aber Sie haben schon recht: Das Geldverdienen ist auch ein Aspekt und ich verdiene eigentlich zu wenig.

Gibt es da eine Verbesserung?
Ja, wir arbeiten intensiv in diesem Bereich und versuchen, das Einkommen durch Privatsponsoring zu verbessern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • walter k. am 18.09.2011 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Er ist ein guter

    unser Tom !

  • Motor Sport Fan am 18.09.2011 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Leistungen

    ... und was ist mit den restlichen ca. 30 Fahrern in der Moto 2, verstehen die ihren Job auch nicht? Ich finde aus 40 Fahrern, zeigt Tom eine ausgezeichnete Leistung.

  • harald frisch am 18.09.2011 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Salär

    100'000 pro Jahr für das Ausleben einer Leidenschaft ! Da gibts eigentlich nichts zu meckern ;-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Motor Sport Fan am 18.09.2011 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Leistungen

    ... und was ist mit den restlichen ca. 30 Fahrern in der Moto 2, verstehen die ihren Job auch nicht? Ich finde aus 40 Fahrern, zeigt Tom eine ausgezeichnete Leistung.

  • M.L. am 18.09.2011 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO

    Sackstarke Einstellung TOM!!!

  • F.H. am 18.09.2011 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    MotoGP

    Meiner Meinung nach versteht Tom von der Technik nicht soviel, um so ein heikles Motorad einstellen zu lassen. Ingenieure können nur verbessern was Tom spürt und vermittelt und da happert es gewaltig. Auf jeden Fall lösen das seine Kontrahenten unter den Spitzenfahrern besser.

  • harald frisch am 18.09.2011 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Salär

    100'000 pro Jahr für das Ausleben einer Leidenschaft ! Da gibts eigentlich nichts zu meckern ;-)

    • 23 am 19.09.2011 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Reicht trotzdem nicht...

      Und was machst du, wenn deine karriere nach 10 jahren zu ende ist? Für rückstellungen reicht diese summe nicht wenn man bedenkt wie lange es noch bis zur pension dauert und ohne berufserfahrung dürfte es schwierig auf dem ordentlichen arbeitsmarkt werden...

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  • walter k. am 18.09.2011 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Er ist ein guter

    unser Tom !

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