Schwerer Skiunfall

31. Dezember 2013 09:32; Akt: 31.12.2013 11:21 Print

«Schumachers Helm war gespalten»

Michael Schumacher (44) liegt im Spital in Grenoble. Während die Ärzte seinen kritischen Zustand betonen, verrät ein Retter, dass Schumachers Helm nach dem Sturz vollkommen zerstört war.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 9. September 2014 wurde bekannt, dass Michael Schumacher zur Reha vom Spital nach Hause darf. Am 5. August ist ein Mitarbeiter der Rega wegen dringendem Tatverdacht, die Schumacher-Akte weitergegeben zu haben, verhaftet worden. Einen Tag später fand man ihn erhängt in seiner Zelle. Ein Arztbericht über Schumacher wurde gestohlen - obwohl er offenbar unter einem Decknamen im Verzeichnis abgelegt war. Die Behörden ermitteln. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer wurde von Grenoble ins Universitätsspital Lausanne CHUV verlegt, wie Schumachers Managerin Sabine Kehm mitteilte. Corinna Schumacher will, dass ihr Mann in ihrer Villa am Genfersee medizinisch versorgt wird. Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg ist beim Rennen in Melbourne auch bei Michael Schumacher - die Seite seines Mercedes ziert «#KeepFightingMichael». Schumis früherer Formel-1-Kollege Philippe Streiff kritisiert, dass der Felsabschnitt, wo Schumacher verunfallte, nicht abgesperrt war. Ferrari-Fans aus aller Welt pilgerten an Schumachers 45. Geburtstag am 3. Januar 2014 zum Spital in Grenoble. Sie gratulierten ihrem Idol und spendeten still Kraft. Auch Flaggen durften nicht fehlen. Die Familie bedankte sich am 2. Januar auf Schumis Website für die grosse Anteilnahme. Bruder Ralf (links) und Vater Rolf Schumacher betreten das Spital. Das Spital in Grenoble, in dem Michael Schumacher im Koma liegt, wird von zahlreichen Journalisten aus der ganzen Welt belagert. Angeblich wurden wichtige Arbeitsabläufe im Spital behindert, weshalb die Medien am 2. Januar vom Gelände verbannt wurden. Am 1. Januar traf Jean Todt (links), Präsident des Automobil-Weltverbands FIA und ehemaliger Teamchef von Ferrari, in Grenoble ein. Rolf Schumacher (M.) vor der Uniklinik in Grenoble, wo sein Sohn schwer verletzt auf der Intensivstation liegt. Vater Rolf und Bruder Ralf Schumacher. Schumacher-Fans zeigen ihre Unterstützung vor dem Spital von Grenoble, drapieren Ferrari-Flaggen. Die Uniklinik in Grenoble: Hier liegt Michael Schumacher auf der Intensivstation, nachdem er bei einem Skiunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Die französischen Professoren Jean-François Payen (l.) und Emmanuel Gay (r.) informieren gemeinsam mit Professor Gérard Saillant an der zweiten Medienkonferenz zu Schumachers Zustand am 31. Dezember 2013. Die Klinikdirektorin Jacqueline Hubert gibt an der Medienkonferenz Auskunft. Das internationale Interesse am Gesundheitszustand des Formel-1-Stars ist riesig. Ein Mann wirft eine Nachricht in den Briefkasten des Schumacher-Anwesens in Gland VD. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister erhält Genesungswünsche aus aller Welt. Ein Helikopter vor dem Spital in Grenoble. Hier befindet sich Michael Schumacher nach einem Skiunfall in den französischen Alpen. (29. Dezember 2013) Hätte er keinen Helm getragen, wäre Schumacher jetzt mit Sicherheit nicht mehr am Leben, meinen die Ärzte an der ersten Pressekonferenz am 30. Dezember. Sein Zustand sei kritisch, man wage keine Prognose. Schumacher hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Spital-Direktor Jean-Marc Grenier spricht vor den Medien. Vor dem Spital haben sich Schumi-Fans versammelt. Sie sind in Gedanken bei ihrem Idol. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister gilt als passionierter Skifahrer. In Madonna di Campiglio ist sogar eine Piste nach ihm benannt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach seinem schweren Skiunfall befindet sich Michael Schumacher (44) weiterhin in «ausserordentlich ernstem Zustand». Der Deutsche liegt auf der Intensivstation des Unispitals von Grenoble im künstlichen Koma. Nach einer ersten Pressekonferenz am Montag wollen Schumachers Ärzte heute erneut über den Zustand des siebenfachen Champions informieren.

Derweil werden weitere Details zu dem schweren Unfall bekannt. Gemäss der «Bild»-Zeitung war Schumachers Aufprall so heftig, dass sein Helm zerbrach. Diese Meldung bestätigte eine Quelle aus ermittlungsnahen Kreisen. «Als wir zur Unfallstelle kamen, war sein Helm gespalten. Man konnte viel Blut sehen», zitiert die Zeitung einen Retter.

Notoperation wegen Bluterguss

Wirkliche Neuigkeiten konnten und durften die Ärzte an der Pressekonferenz nicht bekannt geben. Schumacher wurde am Sonntag nach der Überführung von Albertville-Moûtiers nach Grenoble notoperiert, nachdem ein Bluterguss zwischen Hirn und Schädeldecke sowie eine Hirnprellung festgestellt worden waren.

Durch die Verlegung ins künstliche Koma und weitere medizinische Massnahmen wurde - wie bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma üblich - verhindert, dass sich im Gehirn zu viel Druck aufbauen kann. Zudem kann dadurch die Körpertemperatur des verunfallten Patienten bei 34 bis 35 Grad reguliert werden.

Zu den Überlebenschancen und zum Heilungsverlauf wollten sich die Mediziner nicht äussern. «Es ist viel zu früh, um irgendeine Prognose abzugeben», sagte der leitende Anästhesist Jean-François Payen. «Wir können die Zukunft nicht voraussagen.»

Gute Fitness könnte zu Schumis Vorteil sein

Gemäss Traumaspezialist Gérard Saillant, der Schumacher 1999 nach einem Formel-1-Rennunfall in Silverstone am gebrochenen Schien- und Wadenbein operiert hatte, könnten das Alter - Schumacher wird am 3. Januar 45 Jahre alt - und die gute Fitness zum Vorteil des Patienten sein. «Wir sind beunruhigt über seinen Zustand», sagte der Professor, der allerdings betonte, nicht als behandelnder Arzt, sondern als Freund des ehemaligen Piloten zu sprechen.

Weitere Informationen wollte das Spital «je nach Entwicklung» abgeben. Aus Rücksicht auf die Familie, die sich im steten Austausch mit der renommierten Klinik befindet, wurden auch keine Informationen zu den genauen Verletzungen bekannt gegeben.

Ohne Helm hätte Schumi nicht überlebt

Schumacher war am Sonntagmorgen beim Skifahren in Méribel mit der rechten Seite des Kopfs auf einen Felsen geprallt. Die Ärzte sagten aus, dass jemand ohne Helm diesen Unfall nicht überlebt hätte. «Der Aufprall muss mit hoher Geschwindigkeit erfolgt sein.»

Gemäss verschiedenen Medienberichten soll Schumacher mit seinem 14-jährigen Sohn abseits der Piste gestürzt sein. Der Gesundheitszustand muss sich rapide verschlechtert haben: Beim Eintreffen der Rettungskräfte war der 44-jährige Deutsche offenbar noch bei Bewusstsein, bei der Einlieferung in Albertville-Moûtiers bereits nicht mehr. Er habe nicht auf Fragen geantwortet und die Extremitäten hätten sich unkontrolliert bewegt.

Von Amtes wegen hat die Staatsanwaltschaft in Albertville gemäss der Gebirgsgendarmerie eine Untersuchung eingeleitet. Das Ziel ist es herauszufinden, unter welchen Umständen es zum Unfall kommen konnte und was der Auslöser dafür war.


Lesen Sie die gesamte Pressekonferenz in unserem Live-Ticker nach

Zum Liveticker im Popup

(pwe)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Bereits seit meiner Kindheit bin ich ein Fan von ihm - und er hat sie auch geprägt. Sein Ergeiz und seine Kämpfernatur haben mich immer beeindruckt. Er wusste stets, dass er sich einer Gefahr aussetzt und hat diese dem Schicksal überlassen. Er hat bis jetzt jeden Kampf - auch mit diversen Verletzungen - gewonnen. Ich wünsche ihm, als Kämpfernatur und seiner Familie, dass er auch diesen Kampf gewinnen wird. Es zählt nicht nur das Überleben - auch dass er wieder vollkommen gesund wird und sein von Risko geprägtes Leben weiterführen darf! – Glückwünscher

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • c.b. am 30.12.2013 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    schädelhirntrauma

    Hatte diesen Februar auch einen Skiunfall mit einem mittelschweren Schädel-Hirn-Trauma. Kleine Gehirnblutungen, einige Minuten bewusstlos aber keine Operation erforderlich. Kann mich aber an den Unfall und die folgenden 4-5 Tage nicht erinnern. Hatte anfangs grosse Probleme mit dem Kurzzeitgedächntnis. Die Zeit ist nicht einfach. Man weiss nicht ob es wieder so wird wie zuvor. Dank 2 Monaten Spital+Reha und einer positiven Einstellung habe ich mich so gut erholt, dass ich keine bleibenden Schäden davongetragen habe! Konnte Studium fortsetzen! Alles Gute Schumi und überlegt was ihr schreibt!

    einklappen einklappen
  • Andy am 30.12.2013 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Vor Ort

    Schumacher fuhr knapp 20 Meter abseits der präparierten Piste. Er wollte von der einen zur anderen Piste. Dumm gelaufen, da fahren oft Leute durch. Das hier nun gleich grobe Fahrlässigkeit unterstellt wird ist sehr radikal. Gut, für manche ist man ein Raser wenn man 125 anstelle 120 auf dem Tacho hat. Ich wünsche Ihm auf jeden Fall gute besserung.

  • MaElla am 30.12.2013 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung!

    Ich hoffe, es geht ihm bald besser! Gute Besserung Michael Schumacher und viel Kraft für die Familie!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Riccardo de Sassi am 02.01.2014 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute zum Geburtstag

    Ich weiss nicht was mit der Menscheit los ist. Gewisse Kommentare sind einfach nur traurig. Es geht um ein Menschenleben und gewisse Menschen lassen einfach ihren Mist raus. Ich war nie ein Fan von Schumacher und er hat auch viele unschöne Momente auf der Rennstrecke von sich gegeben. Aber nun sollte man dies für einmal vergessen. Auch ich als Fan von Ayrton Senna schaue über dies hinweg. Ich bete für Schumacher und wünsche ihm und seiner Familie alles gute und viel Kraft.

  • M. Dietrich am 02.01.2014 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Freund geholfen

    Dass ein Helm beim Aufprall auf einen Stein (Felsen) bersten kann, braucht es kein hohes Tempo, 30KMH reichen schon aus. Der Unfallvorgang von Schumi hat sich laut seiner Managerin ganz anders zugetragen. Wer das steinige Gelände gesehen hat zwischen den zwei Pisten, muss sich ja schon ernsthaft fragen, wer würde hier aus purem Fun runter fahren. So risikofreudig ist auch Schumi nicht...

  • Lilo Scherrer am 01.01.2014 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Unglück bei Prominenten

    Ich leide leider immer, wenn ein Unglück kommt. Besonders bei Prominenten, weil ich die kenne. Michael Schumacher habe ich erst jetzt kennengelernt, weil ich weder Autorennen noch Schifahren schaue. Aber ich finde ihn sehr sympathisch. Ich hoffe, er liest das, wenn er aus der Ohnmacht (Komma) erwacht.

  • Heidi Graf am 01.01.2014 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Froh über baldige Gesundheit

    Ich bin so froh, dass es ihm nun besser geht. Ich hatte extra eine Kerze für ihn angezündet. Es hat geholfen. Ich hoffe, er kann bald wieder Schifahren.

  • P.H. am 01.01.2014 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    ACHTUNG Hier endet das gesicherte Skigebiet

    Man kann nur hoffen und sich wünschen, das die Verantwortlichen von dem Skigebiet, wo Schumacher verunfallt ist, jetzt eine ``Tafel`` aufstellt wird wo steht. ACHTUNG Hier endet das gesicherte Skigebiet, Betreten auf eigene Gefahr: Das Risiko auf ungesicherten Pisten wird oft unterschätzt, viele nehmen es bewusst nicht ernst. Grundsätzlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Die Gefährliche Gier nach Pulverschnee, macht viele Skifahrer unvorsichtig. Keiner kann unter dem Pulverschnee die Gefahr sehen.

Moto GP News