Button stichelt gegen Vettel

10. Juli 2009 08:14; Akt: 10.07.2009 13:08 Print

«Wir werden uns für die Schlappe revanchieren»

von Peter Haab - Beim Silverstone-GP vor drei Wochen war Sebastian Vettel der Stimmungskiller. Mit seinem überlegenen Sieg hat er Jenson Button die (Heim-)Show gestohlen. Am Sonntag auf dem Nürburgring will WM-Leader Button den Spiess umdrehen. Aber Vettel strebt ein ganz anderes Ziel an.

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Zeit für ein Spässchen: Sebastian Vettel gibt Journalisten mit einer gefälschten Brille Antwort.

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Vor dem Grand Prix von Deutschland auf dem Nürburgring stellen sich fast alle dieselbe Frage: War der überlegene Sieg von Sebastian Vettel in Silverstone der Auftakt zur grossen Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte oder eben nur ein kurzes Strohfeuer? Eines steht mit Sicherheit fest: Wenn sich Jungstar Vettel im Kampf um den WM-Titel weiterhin Hoffnungen machen will, muss er WM-Leader Jenson Button auch am Sonntag auf dem Nürburgring niederkämpfen. Sowohl Vettel als auch Button sind überzeugt, dass sie den Deutschland-GP gewinnen können. Vom Auto her sind auf dem Nürburgring beide Fahrer in etwa gleich gut bedient. Red-Bull-Pilot Vettel sähe es allerdings gern, wenn die Wetterverhältnisse am Sonntag so sind, wie es die Wetterfrösche für das Eifel-Gebiet angekündigt haben: eher kühl mit Temperaturen um die 17 Grad, gelegentliche Regenschauer ebenfalls nicht ausgeschlossen. Bei solchen Verhältnissen wäre Button vermutlich im Nachteil, weil das Brawn-Team immer noch Schwierigkeiten hat, eine Fahrzeug-Abstimmung zu finden, welche die Reifen auf die nötige Betriebstemperatur bringt.

Viele Teams mit neuen Teilen

Nach drei Wochen Rennpause haben am Nürburgring viele Teams neue Teile im Gepäck. Brawn-GP will mit einem neuen Front- und Heckflügel den technischen Rückstand auf Red Bull aufholen. Diese neuen Teile waren zwar schon in Silverstone dabei, aber die Lösung der Reifenprobleme war damals wichtiger als der Test mit der neuen Aerodynamik-Konfiguration. Sicher ist: Der Nürburgring ist in vielen Bereichen eine technische Herausforderung. Die Strecke hat von allem etwas zu bieten: schnelle Kurven, langsame Kurven, Schikanen und viele harte Bremsmanöver.

«Wir werden uns für die Schlappe revanchieren»

«Der Nürburgring ist eine schwierige Strecke. Aber er hat zwei wichtige Charakteristiken, die unserem Auto entgegenkommen dürften», blickt WM-Leader Button voraus. «Erstens ist es eine relativ langsame Strecke mit vielen mittelschnellen Kurven. Und zweitens ist es einer jener Kurse, auf dem die Bremsen extrem beansprucht werden. Genau diese beiden Dinge zählen wohl zu den grössten Stärken unseres Autos.» Für Button ist die Zielsetzung damit sonnenklar: «In Silverstone hat uns das Red-Bull-Team ziemlich schlecht aussehen lassen. Aber das wird auf dem Nürburgring nicht mehr geschehen. Wir werden uns für die Schlappe revanchieren.»

Vettel vor besonderem Erfolg

Sebastian Vettel, im WM-Zwischenklassement mit 25 Punkten Rückstand Buttons härtester Widersacher, hat ein ganz anderes Szenario vor Augen. Denn er möchte sich am Sonntag am Nürburing in ein ganz besondere Liste einschreiben: Mit einem Sieg wäre er nach den Brüdern Michael und Ralf Schumacher der dritte deutsche Formel-1-Fahrer, der im eigenen Land einen Formel-1-Grand Prix gewinnt. Das wäre selbst für den sonst stets nüchternen Red-Bull-Piloten ein ganz besonderes Erlebnis. Vettel zu seiner generellen Stimmungslage vor dem Heim-Grand-Prix: «Ich würde sagen, es ist ähnlich, wie wenn man im Fussball ein Heimspiel hat. Ein Sportler gibt im Prinzip immer 100 Prozent. Aber bei einem Heim-Grand-Prix ist die Motivation noch etwas höher, weil man sich zu Hause einfach immer besonders wohl fühlt.»

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