GP von Australien

27. März 2011 13:11; Akt: 27.03.2011 15:13 Print

Beide Sauber disqualifiziert

Der Jubel im Team Sauber nach dem GP von Australien war von kurzer Dauer. Sergio Perez und Kamui Kobayashi wurden als Siebt- und Achtklassierter wegen reglementswidriger Heckflügel disqualifiziert.

storybild

Sergio Perez' Fahrt auf den 7. Rang war «illegal». (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die niederschmetternde Kunde erreichte Peter Sauber und sein Team gut drei Stunden nach Rennschluss. Die Stewards beanstandeten an den Heckflügeln «den zu geringen Wölbungsradius des obersten Elements». Für den Technischen Direktor James Key kam das Verdikt unerwartet; drei Tage zuvor bei der technischen Abnahme hatten die Autos die Vorgaben ausnahmslos erfüllt. «Die offenbar reglementswidrige Komponente ist ein relativ unwichtiger Bestandteil und bringt uns auf gar keinen Fall einen Vorteil», sagte Key. Peter Sauber kündigte an, gegen die beiden Ausschlüsse Rekurs einzulegen.

Mit einem Schlag verkamen die tadellosen Vorstellungen der beiden Fahrer zur Makulatur. Debütant Perez hatte mit dem riskanten, im Verlaufe des Rennens spontan gefällten Entscheid verblüfft, lediglich einen Boxenstopp einzulegen. Diese Strategie schien in diesem Jahr ein Ding der Unmöglichkeit, zumal die neuen, von Pirelli gelieferten Reifen stärker abzubauen neigen als die zuvor zum Einsatz gekommenden Pneus von Bridgestone. Mindestens zwei Zwischenhalte pro Fahrer und Grand Prix waren prognostiert worden.

35 Runden mit weichen Reifen

Vor allem Perez' Fahrt über 35 Runden, die im Grand Prix von Australien mehr als der Hälfte der Renndistanz entsprechen, mit gebrauchten Reifen der weicheren Gummi-Mischung liess ungläubiges Staunen aufkommen. «Für das, was Sergio gemacht hat, habe ich eigentlich keine Erklärung», hatte Peter Sauber seinen neuen Fahrer gelobt. Der Teamchef sprach aus, was wohl alle Beteiligten an diesem späten Nachmittag im Fahrerlager dachten. Nach dem Urteil der Rennkommissäre war bei Sauber die Verwunderung über Perez' Performance der Ernüchterung gewichen.

«Dieses Rennen werde ich in meinem Leben nie vergessen», hatte «Reifenflüsterer» Perez nach der Zieldurchfahrt verkündet. Die Worte des Mexikaners erlangten Stunden nach dem Coup eine ganz andere Bedeutung. Aus dem «Traumstart», wie es der Teamchef formuliert hatte, war ein Albtraum geworden. Peter Sauber hatte in Melbourne schon einmal eine Disqualifikation zu verkraften. Vor elf Jahren war der sechstklassierte Finne Mika Salo aus der Rangliste gekippt worden, nachdem die Stewards den zu nahe an den Vorderrädern montierten Frontflügel bemängelt hatten

Die Ränge 7 und 8 wären dem zweitbesten Ergebnis beim Saisonauftakt gleichgekommen. (Noch) besser als eigenständiges Team war Sauber einzig vor zehn Jahren in die Formel-1-WM gestartet. Damals hatten Nick Heidfeld und der debütierende Kimi Räikkönen die Plätze 4 und 6 belegt.

Kobayashi hielt auf dem Weg zu Rang 8 wie die meisten der Konkurrenten zweimal inne und bekundete mit den eingesetzten Pneus keinerlei Probleme. Wenigstens ist der beruhigende Beweis erbracht, dass im Zürcher Oberland unter der Federführung von James Key mit dem C30 nicht nur ein schnelles, sondern auch ein mit den Reifen bestens harmonisierendes Auto gebaut worden ist - ein vorerst schwachter Trost nach den Disqualifikationen.

Buemi von 10 auf 8

Zu den Profiteuren zählt Sébastien Buemi im Toro Rosso-Ferrari. Der Waadtländer rückte vom 10. in den 8. Rang vor. Buemi hatte in der ersten Kurve nach dem Start seine Schrecksekunde gehabt. Die Berührung mit dem Auto von Teamkollege Jaime Alguersuari verlief glücklicherweise glimpflich.

(sda)

Moto GP News