«Crash-Gate»

21. September 2009 14:22; Akt: 21.09.2009 19:00 Print

Bewährung für Renault - Sauber in Wartestellung

Renault ist für zwei Jahre von der WM ausgeschlossen worden - aber nur auf Bewährung. Für das Sauber-Team ändert sich deshalb Vorderhand noch nichts. Das Schweizer Team ist weiterhin in Wartestellung für einen Startplatz in der nächsten Formel-1-Saison.

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Die FIA hat Renault für zwei Jahre auf Bewährung von der Formel-1-WM ausgeschlossen. (Bild: Keystone)

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Der Automobil-Weltverband (FIA) zeigte sich im Formel-1- Skandal um den absichtlichen Unfall von Nelson Piquet jr. wie erwartet gnädig. Der Weltverband schloss Renault für zwei Jahre von der WM aus - allerdings nur auf Bewährung.

Härter traf das Urteil die mutmasslichen Drahtzieher. Der ehemalige Teamchef Flavio Briatore wurde lebenslang aus allen FIA- Rennserien verbannt und darf künftig auch keine Fahrer mehr managen. Der 59-jährige Italiener hatte zuletzt unter anderen Fernando Alonso unter Vertrag. Pat Symonds, der ehemalige Chefingenieur des Teams, wurde für fünf Jahre von allen Tätigkeiten in der Formel 1 gesperrt. Straffrei gingen dagegen mit «Kronzeuge» Piquet und dem zweifachen Weltmeister und Profiteur Alonso zwei ebenfalls involvierte Fahrer aus.

Piquet ermöglichte im September 2008 durch seinen absichtlichen Crash in der 17. Runde des Grand Prix in Singapur und die darauf folgende Safety-Car-Phase Alonso den ersten Saisonsieg. Renault wies die Vorwürfe von Piquet, auf Teamanweisung gehandelt zu haben, zuletzt nicht mehr zurück.

Mildes Urteil dank Kooperation

Das Urteil mutet milde an. Bei härteren Sanktionen wäre der Weltverband allerdings Gefahr gelaufen, dass sich der französische Autobauer völlig aus der Königsklasse zurückzieht. Von Briatore und Symonds hatte sich Renault bereits letzte Woche getrennt.

«Das Renault F1-Team hat gestanden, dass es mit seinem Fahrer Nelson Piquet jr. ein Komplott geschmiedet hatte, beim Grand Prix von Singapur 2008 einen absichtlichen Unfall herbeizuführen», hiess es in einer FIA-Stellungnahme nach der 90-minütigen Anhörung und rund dreistündiger Beratung in Paris. Das sei ein schwerer Bruch des internationalen Sportgesetzes. Bei einem ähnlichen Vergehen in den kommenden zwei Jahren würde Renault für immer aus der Formel 1 ausgeschlossen.

Keine Strafe für Alonso

Piquet hatte die Affäre nach seiner Entlassung bei Renault Ende Juli ins Rollen gebracht. Weil sich der Brasilianer der FIA als «Kronzeuge» zur Verfügung gestellt hatte, kam er straffrei davon. Auch Alonso war in Paris zur Aussage vorgeladen. Dem Spanier konnte eine Mitwisserschaft im Komplott nicht nachgewiesen werden.

Renault akzeptierte die Strafe umgehend. «Wir entschuldigen uns vorbehaltlos bei der Formel-1-Welt für dieses unzumutbare Verhalten», lautete ein Statement des Autoherstellers. Die Franzosen, die in Paris von ihrem Motorsport-Direktor Bernard Rey vertreten worden waren, kündigten für die kommenden Tage weitere Informationen an. Laut FIA-Präsident Max Mosley werde Renault der Formel 1 nach dem vergleichsweise milden Urteil erhalten bleiben. Rey wollte dazu vorerst keine Stellungnahme abgeben. Nach der Trennung von Briatore und Symonds muss aber unter anderem die Teamführung neu besetzt werden.

Briatore, der grosse Verlierer

Briatore ist der grosse Verlierer der Affäre. Der Italiener hatte Piquet im Vorjahr offenbar angestiftet, in Singapur nach 13 Runden in Kurve 17 in die Mauer zu fahren. Eine Safety-Car-Phase war dadurch zwingend notwendig, von der vor allem Alonso profitierte. Briatore hatte Piquet, den er auch selbst gemanagt hatte, unter anderem damit unter Druck gesetzt, dass dieser zum damaligen Zeitpunkt noch keinen Fahrervertrag für 2009 besessen hatte.

(sda)

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