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22. Dezember 2011 10:55; Akt: 22.12.2011 11:05 Print

Brisanter Managerwechsel bei Aegerter

von Klaus Zaugg - Töffprofi Dominique Aegerter (21) arbeitet neu mit Robert Siegrist zusammen. Der Manager betreute in der letzten Saison mit Randy Krummenacher noch einen anderen Schweizer.

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Dominique Aegerter bei seiner ersten Podestfahrt im November 2011 in Valencia. (Bild: Keystone)

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Robert Siegrist managt neu die Karriere von Dominique Aegerter. In der abelaufenen Saison betreute der Zürcher Anwalt noch Randy Krummenancher. Da werden die Fetzen fliegen.

Ausgerechnet? Ja. Denn Siegrist hat acht Jahre lang mit grossem Erfolg die Karriere von Randy Krummenacher gemanagt und aus dem Bub einen Töffstar gemacht. Doch im Laufe der letzten Saison ist es zum Krach und Bruch mit Krummenachers Teamchef Marco Rodrigo gekommen. Dabei waren die beiden Alphatiere jahrelang befreundet gewesen. Neu ist nun Teamchef Rodrigo zugleich Krummenachers Manager. Die Trennung von seinem langjährigen Vertrauten hat «Krummi» schwer zu schaffen gemacht.

Vertrag mit Vermarktungsagentur aufgelöst

Siegrist und Dominique Aegerter: Da kommt Haudegen zu Haudegen. Ein hemdsärmliger Zürcher Anwalt kümmert sich um einen Berner «Töffchnüttler». Kaum hat der Doktor der Rechte seine Arbeit aufgenommen, rumpelt es schon. Er hat für seinen neuen Mandanten den noch ein Jahr laufenden Vertrag mit der Vermarktungsagentur Tridem Sports AG (Marc Biver) vorzeitig aufgelöst. Begründung: Ungenügende Dienstleistungen. Oder etwas polemischer: Die Agentur, die auch Langlauf-Star Dario Cologna und die Ski-WM 2013 vermarktet, hat zu wenig Geld hereingeholt. Nach wie vor verdient Aegerter als einer der 25 besten Töffrennfahrer der Welt mit Salär, Prämien und Werbeeinahmen nicht einmal 50 000 Franken im Jahr: Für solche bescheidenen Einkünfte braucht es keine Agentur.

«Ich bin enorm motiviert», sagt Siegrist gegenüber 20 Minuten Online zu seinem neuen Engagement. «Es ist eine ganz besondere Herausforderung für einen Zürcher, einen Berner noch schneller zu machen. Dominique Aegerter ist nicht so talentiert wie Randy Krummenacher. Aber er macht inzwischen mehr aus seinem Talent.» Der ehemalige Judo-Nationaltrainer hat eine hohe Sensibilität für Sportler, er kann Aegerter sportlich und finanziell weiterbringen. Aber er hat eine eher geringe Sensibilität für Diplomatie. Es kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass es nächste Saison im Fahrerlager zu Handgreiflichkeiten zwischen Siegrist und Rodrigo kommt.

Damit es sportlich noch besser geht, wird Aegerter ein ganz besonderes Wintertraining machen: Er fliegt am 22. Januar für eine Woche nach Amerika ins legendäre Töff-Trainingscamp von Kenny Roberts in Modesto (Kalifornien).

Lüthi ist gefordert

Bereits zeichnet sich ab, dass es nächste Saison in der Schweizer Töffszene rocken und rollen wird: Die Hierarchie ist nun so flach geworden, dass Tom Lüthi (5. Moto2-WM) 2012 gegen Dominique Aegerter (8. Moto2-WM) und Randy Krummenacher (18. Moto2-WM) hart kämpfen muss, um die Nummer 1 im Land zu bleiben. Auch bei Lüthi hat es eine Veränderung im Management gegeben: Zwar ist Daniel M. Epp weiterhin sein Manager – aber Freundin Fabienne Kropf kümmert sich jetzt intensiv um die jahrelang völlig vernachlässigte Vermarktung des Weltmeisters von 2005.

Technisch gibt es keine Veränderungen: Krummenacher wird auch 2012 auf der deutschen Edelmarke Kalex ausrücken, Aegerter und Lüthi vertrauen weiterhin auf die von Eskil Suter gebauten Schweizer Töffs.

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