GP von Europa

24. Juni 2011 11:52; Akt: 24.06.2011 19:42 Print

Diskussionen um Red Bull - Alonso mit Bestzeit

Fernando Alonso hat in seiner Heimat die Tagesbestzeit in den ersten beiden freien Trainings aufgestellt. Zu reden geben aber viel mehr die Red-Bull-Boliden.

Der Stadtkurs in Valencia. (Quelle: Allianz)
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In Valencia sorgen vor dem Grand Prix von Europa zwei Regelanpassungen mitten in der Saison für heftige Diskussionen und Spekulationen. Die Überlegenheit von Red Bull-Renault steht auf dem Prüfstand.

Ab dem Rennen in Silverstone (Gb) am 10. Juli ist das System des automatischen Zwischengases verboten, das gemäss den Regelhütern des Automobil-Weltverbandes (FIA) eine unerlaubte aerodynamische Hilfe darstellt. Dank dieser Technik kann mit dem Anströmen heisser Luft auch ohne Betätigung des Gaspedals pro Runde bis zu einer halben Sekunde herausgeholt werden.

Regel gegen Red-Bull-Dominanz?

Zwar nutzen neun von den zwölf Formel-1-Teams dieses System, jenes von Red Bull-Renault scheint bis anhin jedoch das effektivste gewesen zu sein. Beim österreichisch-britischen Team, deren Champion Sebastian Vettel die WM-Wertung derzeit mit 60 Punkten Vorsprung anführt, war der Ärger über das Verbot denn auch besonders gross. Von einer «Lex Red Bull» und einem «Einbremsmanöver» seitens der FIA war die Rede. Verwunderung herrscht vor allem darüber, dass die einschneidende Regelanpassung mitten in der Saison vorgenommen wird. Weder beim umstrittenen Doppel-Diffusor vor zwei Jahren noch beim F-Schacht letzte Saison geschah ein derartiger Eingriff.

«Es ist keine triviale Sache, mit der man die Teams einfach so mitten in der Saison konfrontiert, aber sie werden sich alle darauf einstellen», ist sich Mark Webber sicher. Dessen Teamchef bei Red Bull, Christian Horner, gibt sich - zumindest nach aussen - gelassen: «Das Geheimnis eines schnellen Formel-1-Autos ist nie eine Sache alleine. Es gibt viele Gründe für unseren Erfolg.» Experten gehen davon aus, dass Ferrari von der Regeländerung am meisten profitieren wird. «In der zweiten Saisonhälfte werden wir sehen, wie das Kräfteverhältnis wirklich aussieht», so Ferraris Teamchef Stefano Domenicali.

Zweite Regeländerung schwächt Red Bull

Bereits an diesem Wochenende tritt in Valencia eine andere Änderung in Kraft. Ab sofort ist es verboten, die Einstellung der Motoren zwischen Qualifying und Rennen mittels entsprechender Software-Programmierung automatisch anzupassen. Gerade die Dominanz Red Bulls bei der Ausmarchung der Startpositionen beruhte wohl auch darauf, am Samstag jeweils mit einer sehr riskanten Motoreinstellung unterwegs gewesen zu sein.

Tagesbestzeit für Alonso - Perez ohne Beschwerden

Fernando Alonso realisiert im Training zum Grand Prix von Europa in Valencia die Tagesbestzeit. Sergio Perez verspürt keine Beschwerden mehr und ist bereit fürs Rennen am Sonntag.
Ferrari-Fahrer Alonso war am Hafen der drittgrössten spanischen Stadt in der Tageswertung um 0,227 Sekunden schneller als Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes. Mit drei Zehntelsekunden Rückstand klassierte sich WM-Leader Sebastian Vettel im 3. Rang.

Sergio Perez, der vor zwei Wochen in Montreal nach dem ersten freien Training wegen Übelkeit auf weitere Einsätze verzichtet hatte, absolvierte im Sauber C30 auf dem Valencia Street Circuit insgesamt 57 Runden beschwerdefrei und klassierte sich in den beiden Trainings in den Rängen 14 und 16. Perez blieb zweimal vor Teamkollege Kamui Kobayashi, der jeweils mit Platz 17 vorlieb nehmen musste. Sébastien Buemi war nur am Nachmittag im Einsatz und wurde im Toro Rosso-Ferrari mit knapp zweieinhalb Sekunden Rückstand auf Alonso Fünfzehnter.

Dritter Stadtkurs in Serie

Nach Monte Carlo und Montreal findet am Sonntag in Valencia zum dritten Mal in Folge ein Rennen auf einem Stadtkurs statt. Erstmals fand im Hafenareal der Mittelmeer-Metropole, wo 2007 und im Vorjahr der America's Cup ausgetragen worden war, vor drei Jahren ein Grand Prix statt. Mit Felipe Massa (2008), Rubens Barrichello (2009) und Vettel (2010) stand bislang jedes Mal ein anderer Fahrer ganz zuoberst auf dem Siegerpodest.

Erstes freies Training zum Grand Prix von Europa in Valencia (Sp):
1. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault, 1:40,403.
2. Witali Petrow (Russ), Lotus-Renault, 0,824 Sekunden zurück.
3. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 0,836.
4. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes, 1,107.
5. Nick Heidfeld (De), Lotus-Renault, 1,177.
6. Felipe Massa (Br), Ferrari, 1,355.
7. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes, 1,523.
Ferner: 14. Sergio Perez (Mex), Sauber-Ferrari, 2,335. 16. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 2,538. 17. Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari, 2,798.

Zweiter Teil:
1. Alonso 1:37,968.
2. Hamilton 0,227.
3. Vettel 0,297.
4. Michael Schumacher (De), Mercedes, 0,347.
5. Massa 0,475.
6. Button 0,515.
7. Webber 0,563.
Ferner: 15. Buemi 2,486. 16. Perez 2,563. 17. Kobayashi 4,115.

(sda)

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