Ungereimheiten

22. Januar 2020 10:34; Akt: 22.01.2020 16:51 Print

Schweizer Formel-E-Organisatorin ist pleite

Die Swiss E-Prix Operations AG macht Konkurs. Die Firma offenbarte bei der Organisation der zwei Schweizer Rennen diverse Ungereimtheiten.

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Sollten die Formel-E-Boliden auch künftig durch Schweizer Städte rasen, wird eine neue Firma hinter der Organisation stehen. (Bild: Keystone)

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Was sich bereits früher angedeutet hatte, ist jetzt definitiv. Die Swiss E-Prix Operations AG, die 2018 in Zürich das erste Schweizer Formel-E-Rennen organisierte und 2019 in Bern nachlegte, wird liquidiert.

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Wie die «Berner Zeitung» schreibt, können die finanziellen Forderungen, die von den Gläubigern gestellt werden, nicht erfüllt werden. Wie hoch diese offenen Forderungen sind, sei offen. «Das laufende Verfahren können wir leider nicht kommentieren», heisst es bei der Firma.

Im Herbst war von Ausständen «im mittleren sechsstelligen Bereich» die Rede. Wie sich später herausstellen sollte, umfassten die Forderungen gar eine siebenstellige Summe.

Dies ist nicht die einzige Ungereimtheit, welche die «Berner Zeitung» aufführt: Nach den Krawallen im Vorfeld des E-Prix in Bern gaben die Organisatoren die Schuld an ihrem finanziellen Schlamassel den Demonstranten, die zwei Tage vor dem Event Werbebanden zerstörten und angeblich Kabel durchtrennten. Dies habe ein Loch von 400'000 Franken in die Kasse gerissen, hiess es.

Kantonspolizei dementiert

Diese Summe dürfte allerdings massiv zu hoch sein – und hätte wenn schon durch eine Versicherung gedeckt sein müssen. Nicht eben vertrauensbildend sei auch die wiederholte Behauptung der Organisatorin, sie habe wegen der Sachbeschädigungen Anzeige erstattet – denn die Kantonspolizei dementierte.

Im Handelsblatt ist mit Datum vom 21. Januar 2020 eine neue Firma Swiss E-Prix GmbH eingetragen worden. Firmenzweck: Organisation und Durchführung des Swiss E-Prix. Die drei Gesellschafter: Pascal Derron, Chef der in Konkurs gegangenen Swiss E-Prix Operations AG, sowie deren Mediensprecher und die Verantwortliche für «Verkauf und Partnerschaften».

Will heissen: Die führenden Köpfe der untergegangenen Swiss E-Prix Operations AG wollen mit einer neuen Trägerschaft weitermachen. Ein weiterer Aspekt, der die Gläubiger erzürnt haben dürfte.

Die Durchführung von Formel-E-Rennen in der Schweiz dürfte so oder so nur noch dann möglich sein, wenn diese durch öffentliches Geld mitfinanziert werden.

Motorsport

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Linda die Echte. am 22.01.2020 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch

    ein Witz! Die gehen Pleite und mit wenig Ausnahmen sind die neuen ( alten ) wieder dabei. Zuerst alte Rechnungen begleichen. Dann könnt ihr den nächsten Absturz planen.

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  • Peter Felsig am 22.01.2020 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das Gesetz ist sehr unfair

    Schulden tragen Private bis ans Lebensende, während eine Gesellschaft einfach dicht machen kann, die Gläubiger in den meisten Fällen die Forderungen abschreiben müssen und die Verantwortlichen fröhlich davon ziehen. Eine Schande!

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  • Ephraim Lercher am 22.01.2020 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr schön

    Geld in die eigene Tasche stecken und dann den Pleitier machen. Auch eine Art Geschäft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PS;L am 23.01.2020 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Geld Geld Geld Geld

    Fans des "echten" Motorsports werden sich nicht für E-Fahrzeuge begeistern lassen, so lange diese keine besseren Fahrleistungen wie die Verbrenner erreichen. Motorsport ist Leidenschaft, wie vieles Andere auch - Wer würde Fussball schauen, ohne Ball?

  • tinu am 23.01.2020 05:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ursula Wyss und Michael Aebersold

    Hat irgendjemand was anderes erwartet? Man wusste schon vorher, dass es nur eine teure Wahlkampfverstaltung auf Kosten der Allgemeinheit sein würde!

  • Valnes am 23.01.2020 01:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmertum

    Wichtig ist, dass den Gläubigern der ersten Gesellschaft keine Vermögenswerte entzogen werden. Aber sonst sehe ich nicht, weshalb die Organisatoren nicht nochmals aufstehen und einen neuen Versuch starten sollen. Hoffentlich haben sie aus den Fehlern gelernt, sodass es im zweiten Anlauf klappt. Wenn jedem Unternehmer, dessen Businessplan nicht aufgegangen ist, gleich der Kopf abgeschlagen würde, dann würde wohl jegliches Unternehmertum in der Schweiz im Keim erstickt. Das wäre dann definitiv nicht im Interesse unserer Gesellschaft.

    • kurt am 23.01.2020 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      Frechheit

      ah ja? Und warum dürfen private das nicht auch einmal im Leben wieder von Null anfangen und die Schulden abschreiben? Frechheit.

    • PS;L am 23.01.2020 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      Insolvenz geht auch privat

      Dürfen Sie, Sie können auch eine private Insolvenz anmelden.

    • Unternehmer am 24.01.2020 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Valnes

      Sollte ja eigentlich allen klar sein was abgeht, wenn kurz vor der Konkurseröffnung eine neue Gesellschaft von und mit den vorherigen Akteuren eröffnet wird! Aber dafür gibt es leider keine gesetzlichen Gegensteuermethoden! Ich weiss wovon ich spreche, habe selbst schon deswegen Geld verloren.

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  • Beo Bachter am 23.01.2020 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    E-Mobilität / Rennen ist für nix

    ... es interessiert eh niemanden und widerspiegelt das, was ich schon immer davon gehalten habe: Einen grünen Heiligenschein und nix dahinter!

  • huschmie am 23.01.2020 00:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte kein Geld geben

    Jeder soll es sich zweimal überlegen, ob er der neuen Firma Geld in den Rachen stecken will. Die öffentliche Hand soll dafür keine Steuergelder vergeuden.

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