Randy Krummenacher

04. Juni 2011 21:45; Akt: 05.06.2011 10:25 Print

Ein Loch zu viel im Auspuff

von Klaus Zaugg, Barcelona - Weil es für Randy Krummenacher keine Ausreden mehr gibt, fährt er so gut wie noch nie. Trotzdem startet er heute zum GP von Katalonien nur aus der 7. Reihe.

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Randy Krummenacher hatte im Qualifying ein Loch zuviel im Auspuff. (Bild: Keystone)

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Während der drei freien Trainings leuchtete sein Name auf den Bildschirmen zeitweise auf dem 8. Platz auf. Aber im Qualifying rutschte er auf Position 19 ab. Was ist eigentlich mit Randy Krummenacher los?

Analysieren wir erst einmal, warum er hier in Barcelona zeitweise in den Top Ten gefahren ist. Ist er so schnell, weil bei seinem 72. GP zum ersten Mal seine Freundin mit dabei ist? Das wäre denn doch eine etwas frivole oder doch oberflächliche Erklärung.

Teamchef Marco Rodrigo sieht gegenüber 20 Minuten Online handfestere Gründe. «Wir betreiben den Sport der Ausreden. Ein Fahrer kann so viele Erklärungen vorbringen, warum er langsamer ist: Die Reifen, der Motor, das Fahrgestell und am Ende auch noch die Mechaniker. Aber in der Moto2-Klasse haben alle die gleichen Motoren und die gleichen Reifen. Wir beschäftigen Techniker, die sich schon seit Jahren bewährt haben und wir haben mit Kalex ein konkurrenzfähiges Fahrgestell. Es wird ja auch von WM-Leader Stefan Bradl eingesetzt. Also haben wir Randy Krummenacher klar gemacht: Wenn es nicht besser geht, dann liegt es ganz alleine an dir. Das hat er kapiert.»

Einer der besten Neulinge

So lässt sich die eindrückliche Steigerung von Rennen zu Rennen in dieser Saison erklären: Platz 27 in Katar, Platz 27 in Jerez und Krisensitzung, seither Platz 7 in Estoril und zuletzt Platz 12 in Le Mans. Krummenacher steht in der WM-Wertung auf dem 15. Zwischenrang und ist einer der besten Neulinge.

Warum hat es beim Qualifying hier in Barcelona schliesslich doch «nur» zur 7. Startreihe (19.) gereicht? Das realistische Ziel war doch ein Platz in den ersten drei Reihen (1.–9.)?

Die Antwort ist einfach: Weil Krummenacher doch eine Ausrede hat. Im Qualifying (45 Minuten) mühte er sich während gut zehn Minuten ab, kam doch nicht auf guten Zeiten und rutschte gar auf die 32. Position ab. Die Erklärung: Ein Loch im Auspuff (bzw. ein Loch zuviel im Auspuff). Zurück an die Box, das Rohr wechseln (aber das dauerte gut eine Viertelstunde) – und immerhin fuhr er noch auf den 19. Platz (7. Startreihe).

Wenn er nach dem Rennen keine Ausrede mehr hat, dann wird es zum zweiten Mal in dieser Saison für eine Klassierung in den Top Ten reichen.

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