Tödlicher Unfall in Spa

02. September 2019 08:54; Akt: 02.09.2019 09:24 Print

«Wir hatten viele Jahre Glück»

Der Zustand des in den tödlichen Unfall in Spa verwickelten Rennfahrers Juan Manuel Correa verbessert sich langsam. Die Aufarbeitung läuft.

Tödlicher Unfall in der Formel 2: Der 22-jährige Franzose Anthoine Hubert stirbt nach einem schweren Unfall.
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Wie am Montag auf der Internetseite des 20-Jährigen mitgeteilt wurde, musste sich Correa am Sonntag einer vierstündigen Operation unterziehen, um die Brüche an beiden Beinen zu behandeln. Sein Zustand sei aber weiter stabil und er bei vollem Bewusstsein. Seine Eltern sind mittlerweile am Krankenbett im belgischen Lüttich angekommen und unterstützen Correa, der «völlig überwältigt von Traurigkeit ist».

Bei dem Horror-Crash auf der Rennstrecke im Rahmen der Nachwuchsserie Formel 2 war Correa am Samstag mit voller Geschwindigkeit in der querstehenden Wagen des Franzosen Anthoine Hubert gerast. Der 22-jährige Hubert starb später an seinen schweren Verletzungen. Hubert war in die Begrenzung gekracht, sein Fahrzeug wurde zurück auf die Strecke geschleudert. Correa hatte keine Chance auszuweichen. Der Fahrer des Sauber Junior Teams überschlug sich und sein Wagen blieb kopfüber auf der Strecke liegen. Das Rennen wurde abgebrochen.

Correa, der zur Beobachtung noch einen Tag auf der Intensivstation bleiben soll, drückte der Familie von Hubert aus dem Krankenhaus sein Mitgefühl aus und betet für sie. Sobald sein Zustand es zulässt, soll der in Ecuador geborene Fahrer in die USA geflogen werden. Dann könne die lange Rehabilitation beginnen, hiess es in der Mitteilung. Neben Beinbrüchen hatte Correa auch eine leichte Verletzung an der Wirbelsäule erlitten.

«Ein Sport für Gladiatoren»

Nach dem tödlichen Unfall ist eine neue Diskussion um die Sicherheit im Motorsport entbrannt. Doch Rennserien wie die Formel 1 wird es ohne Restrisiko nicht geben - da sind sich Macher und Piloten einig. «Egal in welcher Rennserie, egal in welchem Auto: das ist ein Sport für Gladiatoren, es geht um Mut, Können und Risikobewusstsein», sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und ergänzte: «Wir hatten viele Jahre Glück, nicht solche Unfälle erleben zu müssen. Vielleicht haben wir vergessen, wie gefährlich der Sport ist.»

Das Drama um Hubert hätte der Öffentlichkeit wieder vor Augen geführt, welches enorme Risiko die Fahrer eingehen. «Es wird immer gefährlich bleiben, wenn man mit diesen Geschwindigkeiten fährt», sagte Ferrari-Jungstar Charles Leclerc nach seinem Sieg am Sonntag in Belgien. «Es wird immer Kurven geben, die sehr herausfordernd sind und gefährlich bleiben.»

Die berüchtigte Eau Rouge ist eine davon. Hubert verunglückte am Ende dieser Kurve auf dem schwierigen Kurs in den Ardennen. «Der Sport wird noch lange überschattet sein, wenn ein junger Mann sein Leben bei so einem Unfall verliert. Wir können jetzt nicht einfach zur Normalität übergehen», sagte Wolff. Deswegen sei es verständlich, dass erneut Fragen nach mehr Sicherheit aufgeworfen werden.

«Mir stehen die Haare zu Berge»

Bei aller Tragik um den Tod von Hubert erinnerte Alain Prost, der Mentor des jungen Franzosen, auch an einen anderen Aspekt von schweren Unfällen im Motorsport. «Diese Unfälle haben letztlich auch dazu geführt, dass wir heute sehr sichere Autos haben», sagte der viermalige Weltmeister laut Fachportal «speedweek.com»: «Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich höre, wie viele schlimme Reitunfälle es gibt. Aber da gibt es keinen Aufschrei. Nur bei uns.»

FIA arbeitet tödlichen Unfall auf

Der Motorsport-Weltverband FIA hat mit der Aufarbeitung des tödlichen Unfalls begonnen. Die Untersuchung sei bereits am Samstag unmittelbar nach dem dramatischen Vorfall angelaufen, sagte FIA-Renndirektor Michael Masi im Anschluss an den Grossen Preis von Belgien auf der Unglücksstrecke in Spa-Francorchamps. Die FIA wird demnach mit dem nationalen belgischen Automobilverband und den Behörden zusammenarbeiten, um mehr Erkenntnisse zum Unfall zu gewinnen.

Masi betonte, dass es keinen zeitlichen Rahmen gebe und die Aufarbeitung vor allem gründlich durchgeführt werden solle. «Wir werden eine vollständige Untersuchung durchführen, wie es die FIA bei allen schwerwiegenden Vorfällen tut», sagte der Australier.

Motorsport

(dpa)

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