Monaco-Qualifying

25. Mai 2019 16:34; Akt: 26.05.2019 00:26 Print

Ferrari verzockt sich im Qualifying schwer

Obwohl noch genug Zeit war, um eine Runde zu fahren, wurde Charles Leclerc nicht mehr auf die Strecke gelassen. Für ihn hat das massive Folgen.

Charles Leclerc wird wegen einer Fehleinschätzung seines Teams stark benachteiligt. Video: SRF
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Es ist ja nicht so, dass Ferrari in den ersten fünf Rennen dieser Saison eine reelle Chance gehabt hätte, die Dominanz von Mercedes zu brechen. Gut, in Bahrain war man nahe dran. Charles Leclerc fuhr ein grandioses Rennen, absolvierte Runde um Runde an der Spitze, war seinem ersten GP-Sieg nahe. Dann gab ein Zylinder den Geist auf und der ehemalige Sauber-Pilot verlor pro Runde mehrere Sekunden, am Schluss landete er auf Platz 3 und war die tragische Figur des Rennens.

Beide Mercedes-Piloten hatten sich Leclerc geschnappt und feierten den zweiten Doppelsieg der Saison, mittlerweile sind sie bei fünf angekommen. Etwas zu melden haben die anderen Teams da nicht, Herausforderer Nummer 1, Ferrari, mit eingeschlossen. Mercedes ist zu stark. Doch Ferrari macht sich das Leben zuweilen auch selber schwer.

So geschehen im Qualifying von Monaco. Es handelt sich hier um den Heim-GP von Leclerc, zum zweiten Mal darf er hier starten, zum ersten Mal mit Ambitionen auf das Podest. Im freien Training ist der 21-Jährige noch der Schnellste. Dann läuft es Leclerc nicht sehr gut, er fährt 1:12,149 im ersten Qualifying. Teamkollege Vettel kracht in eine Mauer.

Ferrari spekuliert und schickt den Deutschen noch einmal auf die Strecke. Nicht aber Leclerc, wohl im Glauben, dass dessen Zeit locker für Q2 reichen würde. Zwei Minuten wären da noch übrig, mehr als genug Zeit, um eine Runde zu absolvieren. Leclerc verpasst den Cut. Die schnellsten 15 dürfen am zweiten Durchgang teilnehmen, der Monegasse landet auf Platz 16. Weil Vettel im letzten Moment noch auf Platz 1 fährt. Die Bilder von Leclerc, wie er durch die Boxengasse stapft (Video oben) sprechen Bände.

Auch etwas später hatte sich der 21-Jährige noch nicht wirklich beruhigt. «Ich habe keine Erklärung dafür», sagte er vor den TV-Kameras. Und weiter: «Sie meinten, wir seien sicher im Q2. Ich fragte, ob wir nicht noch einmal rausfahren sollten, aber es gab darauf nicht wirklich eine Antwort.» Leclerc erinnerte daran, dass eigentlich genug Zeit für einen weiteren Versuch da gewesen sei, weshalb es heute Abend noch etwas Redebedarf gibt: «Ich brauche jetzt ein paar Erklärungen.»

Motorsport

(mro)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felice1 am 25.05.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Champion

    Wenn Charles Leclerc nicht permanent (ausge-)gebremst würde, wäre er bereits in der kommenden Saison heisser Kandidat auf den WM-Titel.

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  • Mercedes am 25.05.2019 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewerbe dich

    Bei Ferrari wird wohl bald eine Stelle frei :-)

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  • Tom - Bern am 25.05.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    ein Schelm wer Böses dabei denkt

    Das Erste, was mir dabei in den Sinn gekommen ist war "da hat sich wohl jemand zu sehr beschwert, dass er andauernd SV Platz machen muss". Aber vielleicht tue ich dem Strategen bei Ferrari auch unrecht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Samot am 26.05.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grashalm vs Löwenzahn

    Ich freue mich wenn der Grashalm den Löwenzahn in voller Blühte überholt. Und das in meinem eigenen Garten. Das ist doch spannend. Oder?

  • Urszli am 26.05.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Ihr seid immer noch am Qualifying? Aufwachen - das Rennen ist vorbei.

  • Crash am 26.05.2019 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langeweile pur

    Was gibt es noch langweiligeres als ein Formel 1 GP? Das einzig spannende ist der Start, wo man auf einen Crash in der ersten Kurve hoffen kann. Gebt endlich jedem das gleiche Auto, den gleichen Motor, die gleichen Reifen, dann werden wir sehen wer wirklich fahren kann.

    • Bollä am 26.05.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Formel E

      Was es noch Langweiligeres gibt als F1? Formel E. Das ist für die Tonne!

    • British Power am 26.05.2019 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Crash

      Hornussen und Schwingen z.b.

    • Reto / Innerschweiz am 26.05.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Die F1 Zeiten sind vorbei....

      Welcher klar denke Bürger schaut sich noch diese veraltete und schon längst überholte Veranstaltung an? Es geht nur noch um die Reifen, und um die Stallorder. Die 70er bezw. 80er Jahre sind schon längst vorbei. Da musste ein F1 Pilot noch fahren. Und was Formel E betrifft, Sorry Slotcar kann ich bei bedarf auch im Wohnzimmer absolvieren.

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  • RoMa am 26.05.2019 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Pirelli

    Das Problem sind die Reifen. Während letztes Jahr Mercedes Probleme hatte diese abzukühlen, haben dieses Jahr alle anderen Probleme diese ins Fenster zu bringen. Die Reifenentwicklung bevorzugt Mercedes. Wo ist Red Bull? Letztes Jahr dominierten sie in Monaco! Montiert die 2018 bitte wieder drauf, dann wirds spannend.

    • w8 am 26.05.2019 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RoMa

      Also Pirelli ist schuld das Ferrari mal um mal Fehler bei der taktik macht. Oder das der Ferrari auf Platz 1 liegend ausfällt. Alle Hersteller hatten für die test die gleichen Reifen.

    • RazorsEdge am 26.05.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RoMa

      Ein Mann mit Durchblick, bravo

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  • Adriano am 26.05.2019 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Rennsport in der Box

    Wenn die Platzierungen in der Box ausgemacht werden, müssten die Piloten eigentlich nicht mehr fahren und ihren Kopf riskieren. Da sind ja Würfelspiele spannender.

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