GP Brasilien

17. November 2019 19:00; Akt: 18.11.2019 08:34 Print

Ferrari-Drama in Interlagos

Max Verstappen holt sich den dritten Saisonsieg nach turbulenter Schlussphase, in der sich die Ferraris abschiessen.

Ein Überholmanöver mit Folgen: Vettel nimmt sich und Ferrari-Kollege Leclerc aus dem Rennen. (Video: SRF)
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Was für ein Drama! Wenige Runden vor Schluss krachen Sebastian Vettel und Charles Leclerc in Brasilien zusammen. Beide fallen aus. Der Zoff der Stallrivalen eskaliert endgültig. Max Verstappen gewinnt das vorletzte Formel-1-Rennen der Saison.

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Sebastian Vettel trat gegen das Vorderrad seines Ferrari, riss sich den Helm vom Kopf und blieb dann erstmal fast regungslos stehen. In einem einmal mehr irren Rennen auf dem legendären Kurs in Interlagos eskalierte der Zoff zwischen Vettel und seinem Teamkollegen Charles Leclerc. In der 66. Runde berührten sich die Wagen der beiden, als Vettel zum Überholen ansetzte. Leclerc riss es das rechte Vorderrad ab, Vettel konnte auch nicht mehr weiterfahren. «Was zum Teufel macht der?!», schimpfte der Deutsche nach dem Desaster in seinem 100. Grand Prix für die Scuderia.

Verstappen holt sich Sieg in verrücktem Brasilien-GP

Irres Finale

In der Box verfolgten die Ingenieure entsetzt das turbulente Geschehen, Teamchef Mattia Binotto steht vor dem Finale in zwei Wochen in Abu Dhabi in einer für Ferrari ohnehin enttäuschenden Saison vor schwersten Aufräumarbeiten. In einer wahnwitzigen Schlussphase sicherte sich Max Verstappen im Red Bull den Sieg. Lewis Hamilton überquerte die Ziellinie hinter Toro-Rosso-Mann Pierre Gasly auf Rang drei, erhielt kurz nach der Siegerehrung aber wegen eines Zweikampfs mit Verstappens Teamkollegen Alexander Albon eine 5-Sekunden-Strafe und fiel damit auf Platz 7 zurück. Neben Pierre Gasly kam damit auch Carlos Sainz zu seiner Podestpremiere.

«Der Start ist wahnsinnig wichtig, aber es kommen danach noch 71 Runden», hatte Vettels Teamchef Binotto vor dem Erlöschen der Roten Ampeln gesagt. Die Startreihe eins besass ordentlich Brisanz: Verstappen vs. Vettel. Der niederländische Heisssporn hatte die Scuderia um den deutschen Routinier wegen eines überraschenden Leistungsabfalls zuletzt der Schummelei bezichtigt. Am Freitag in Brasilien waren die beiden Ferrari noch die schnellsten gewesen, in der Qualifikation am Samstag jedoch nicht mehr.

Verstappen verteidigt Pole Position

Für Verstappen lief erstmal alles nach Plan. Der Red-Bull-Mann führte das Feld nach seiner zweiten Karriere-Pole in die ersten Runden. Der von Position zwei gestartete Vettel versuchte dagegen zu halten und zog nach rechts auf die Seite Hamiltons. Der Brite blieb im Mercedes aber cool und raste anfangs des Senna-S aussen am Deutschen vorbei.

Hamilton war zwei Wochen nach seiner sechsten WM-Krönung in Austin mit einem speziellen Helmdesign als Tribut an Brasilien und Legende Ayrton Senna gestartet. An der Spitze aber hielt Verstappen, den im vergangenen Jahr eine Kollision mit Esteban Ocon den fast schon sicheren Sieg in Interlagos gekostet hatte, seine Führung.

Leclerc mit starkem Beginn

Für eine Aufhol-Show sorgte Vettels Teamkollege Leclerc. Nach einem Motorenwechsel ging der Monegasse nur als 14. in den vorletzten Saisonlauf. Nach zehn Runden hatte er aber schon acht Rivalen überholt. Vorne raste das Trio Verstappen, Hamilton und Vettel indes auf Sichtkontakt.

Hamilton kam in der 21. Runde als erster der Sieg-Kandidaten an die Box. Endlich. Dadurch kam Action in das bis dahin eher ereignislose Rennen. Verstappen zog eine Runde später ebenfalls mit der weichen Mischung nach, wurde aber vor der Ausfahrt aus der Boxengasse von Williams-Pilot Robert Kubica fast in die Mauer gedrängt. «Was zum Teufel macht der da?!», schimpfte der Red-Bull-Fahrer über das mit einer Fünf-Sekunden-Strafe des Polen geahndete Manöver.

Unterschiedliche Reifenwahl

Vettel liess sich erst in Umlauf 25 frische Reifen aufziehen, Ferrari entschied sich hier für die mittlere Mischung. Der Deutsche versuchte, an Verstappen und Hamilton ranzukommen. Der Engländer beklagte derweil über Funk eine angeblich falsche Reifenwahl, Probleme mit dem Motor und Unregelmässigkeiten in der Elektronik. Mit der Spannung war es dann erstmal wieder vorbei.

«Die Reifen sind im Arsch», schimpfte Hamilton und erhielt in Runde 44 bei seinem zweiten Wechsel die Medium-Gummis. Red Bull wollte kein Risiko eingehen und tauschte erneut direkt in der Runde nach dem Briten die Reifen bei Verstappen. Vettel lag nun bei einem Stopp weniger mit knapp sieben Sekunden in Front.

Sein Tempo brach aber ein. 21 Runden vor dem Ende musste auch Vettel zum zweiten Mal an die Box. Bis auf Platz vier fiel der Deutsche dadurch zurück, rund 20 Sekunden fehlten ihm auf Spitzenmann Verstappen.

Spätes Drama nach Safety Car

Nach einem Motorschaden bei Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas kam in der 54. Runde das Safety Car zum Einsatz. Das Feld zog sich zusammen, die Spannung stieg. Während Verstappen nun zum dritten Mal in die Garage fuhr und für die Schlussphase noch einmal frische Reifen bekam, blieb Hamilton draussen und übernahm Rang eins. Nach fünf Umläufen wurde das Rennen wieder freigegeben - und Verstappen überholte Hamilton sofort furios. Vettel verlor den Zweikampf gegen den zweiten Red-Bull-Mann Albon und fiel zurück.

Fünf Runden vor Schluss dann das Drama! Im knallharten Zweikampf krachten Vettel und Leclerc zusammen. Beim Monegassen riss vorne rechts das Rad ab, der Deutsche schlitzte sich einen Hinterreifen auf. Vettel schimpfte, Leclerc wütete. Für beide war das Rennen beendet. Nach diesem Rennen klingt Vettels Aussage in den Tagen vorher - «Der Ort hier hat den Hang zum Drama» - fast schon zynisch.

Motorsport

(dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wodoomaster am 17.11.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schon so oft

    Jetzt hat es glaub ich der hinterste und letzte bemerkt. VETTEL MUSS WEG

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  • Greta am 17.11.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    weg damit

    Vettel wird wieder alles abstreiten und allen anderen die Schuld zuweisen. Weg mit ihm, nur noch unfair

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  • Peter Sauber am 18.11.2019 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alfas ignorieren

    spricht man hier mit Absicht nicht mehr über Alfa Romeo? Kimi und Antonio sind hervorragend auf den 4 und 5 Platz gefahren aber nichts wird erwähnt... finde ich Schade, egal ob es noch Team Sauber heisst oder nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Francesco S. am 19.11.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wo war die Stallorder?

    Eine Stallorder 7 Runden vor Schluss "Hold Positions do not overtake each other" hätte das Drama verhindert (sofern sich Vettel auch daran gehalten hätte). Nach den vielen negativen Kritiken an Ferrari bezüglich Stallorder in den unmöglichsten Momenten, haben sie reagiert und liessen beide einfach mal fahren. Und was passiert? Fahren sich gegenseitig in die Kiste! Unglaublich! Bei gewissen Fahrern ist die Stallorder halt dringend nötig.

  • rolf eberle am 18.11.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    ch kommentator formel1

    zieht endlich den kommentator vom ch fernsehen aus dem verkehr! höre und sehe nur noch ORF.

  • Hugo Hinsel am 18.11.2019 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähhhh

    Und die kriegen auch noch Geld dafür?

  • Martin am 18.11.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Vettel trifft keine Schuld

    Warum soll Vettel Schuld sein, was hat er falsch gemacht möchtegern Formel 1 Experten hier alles...

    • CH-Bürger am 19.11.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      Vettel

      hat ganz einfach falsche Abstammung.

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  • Muggonator am 18.11.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Vettel benimmt sich wie ein Kind

    Erst Lecrerc dumm vor die Nase fahren, um ihm dann noch übers Mikro die Schuld in die Schuhe zu schieben, der Typ ist echt das Letzte.

    • KnebelJo am 18.11.2019 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Muggonator

      Vettel ist halt ein richtiger racer wir Senna, Schumi oder Gilles Villeneuve

    • CH-Bürger am 19.11.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Muggonator

      falsch. Der Vettel fährt nur in der F1, weil die Verantwortlichen wissen, dass mit den deutschen F1-Fans viel Geld zu verdienen ist. Würden keine Deutschen in der F1 mitfahren, gäbe es entsprechend weniger Zuschauer aus DE. Man will die Deutschen bei der Stange halten und ihnen weissmachen, wie toll ihre Landsleute doch Auto fahren können, wenns auch nicht stimmt. In Wirklichkeit geht nur um Kohle und sonst nichts. Bin gespannt, wann man den nächsten deutschen Fahrer aus dem Hut zaubert, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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