Sensationswechsel?

01. Dezember 2019 09:52; Akt: 01.12.2019 09:55 Print

Weltmeister Hamilton flirtet mit Ferrari

Der britische Mercedes-Pilot kann sich offenbar vorstellen, in Zukunft für die Scuderia zu fahren.

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Lewis Carl Hamilton kam am 7. Januar 1985 in Stevenage in der Nähe von London zur Welt. Hamiltons Grosseltern waren in den 50er Jahren aus Grenada nach England ausgewandert. Stevenage in Hertfordshire nahe London ist ein kleines Städtchen mit 80'000 Einwohnern und einer eindrücklichen Altstadt. Lewis verdankt seinen Vornamen übrigens dem US-Leichtethleten Carl Lewis, den Hamiltons Vater bewundert hatte. Am ehesten kennt man von Stevenage die St. Nicholas Church. Lewis Hamilton besuchte in seinem Heimatort The John Henry Newman Sekundarschule. Als Achtjähriger erhielt Hamilton von seinem Vater einen Go-Kart - die Rennsport-Leidenschaft war geweckt, sofort reihte sich ein Sieg an den andern. Den auffälligen Helm trägt er übrigens, damit ihn sein Vater immer sofort erkannte. Als 11-Jähriger sah Hamilton bei einer Motorsportgala den McLaren-Boss Ron Dennis erstmals. «Eines Tages werde ich für Sie fahren», sagte der Knirps dem Formel-1-Veteranen - zwei Jahre später nahm Dennis Hamilton unter Vertrag. 2001 begann in der Formel Renault - weiterhin unter seinem grossen Förderer Ron Dennis - die Profikarriere des Lewis Hamilton. Zwei Jahre später gewann er die Meisterschaft. Hier ein Siegerbild des Europapokal-Rennens vom Oktober 2002 im portugiesischen Estoril. Sieger wurde dabei der Schweizer Neel Jani (M.), Lewis Hamilton (l.) wurde Zweiter, der Argentinier Jose Lopez Dritter. Nach dem Sieg in der Formel Renault stieg Hamilton 2004 in die Formel 3 Euro-Serie auf, die der im Jahr darauf als 20-Jähriger für sich entscheiden konnte. Lewis Hamiltons Vater Anthony konnte einen weiteren Karrieresprung seines Sohnes verfolgen. 2006 stieg er in die GP2-Serie ein, die er prompt gewann. McLaren-Chef Ron Dennis hatte genug gesehen und hievte seinen Jungstar ins Formel-1-Cockpit neben Weltmeister Fernando Alonso - für viele «Experten» ein grosses Risiko. Mit 22 Jahren hatte es der britische Publikumsliebling auf die höchste Motorsport-Bühne geschafft. In Melbourne fuhr Hamilton sein erstes Formel-1-Rennen - auf jedem Meter verfolgt von einer enormen Presseschar. Bereits bei seiner Premiere fuhr der Youngster als Dritter aufs Podest. Auch in den nächsten vier Rennen zeigte der Überraschungsmann seine Klasse und fuhr jeweils auf Rang 2. Auch das Leben abseits des Formel-1-Zirkus' scheint Hamilton zu gefallen. Der intelligente und gut aussehende Shootingstar ist Single. Im Qualyfing zum sechsten WM-Rennen, dem GP von Kanada, fuhr Hamilton - der sein Vater und Ron Dennis als seine Idole bezeichnet - erstmals Pole Position. Tags darauf der grosse Coup: Lewis Hamilton holt sich seinen ersten GP-Sieg, den sechsten Podestplatz im sechsten Rennen und die zwischenzeitiche Führung im WM-Klassement. 2007 lanciert Hamilton seinen Werdegang in der F1, bereits in seiner zweiten Saison erlangt er einen ersten Höhepunkt seiner grossen Karriere. Der McLaren-Pilot wird Anfang November 2008 in Brasilien zum ersten Mal Weltmeister. Bis zu seinem nächsten Titel muss sich der Brite gedulden. Auch abseits der Rennstrecken sorgt Hamilton für Schlagzeilen: Etwa wegen seiner Beziehung zu Sängerin Nicole Scherzinger. Während Hamilton mit McLaren schwierige Zeiten durchlebte, eroberte der zwei Jahre jüngere Sebastian Vettel (M.) die Königsklasse. Der Deutsche wurde im Red Bull viermal in Serie Weltmeister (2010 bis 2013). Die Wende: Seit der Saison 2013 steht Hamilton bei Mercedes unter Vertrag. Im zweiten Anlauf klappt es: 2014 holt sich der Brite im Mercedes seinen zweiten Fahrertitel. Auch die Weltmeisterschaften 2015, 2017, und 2018 gehen an Hamilton und Mercedes. Erinnern Sie sich, wer sich den Titel 2016 geholt hatte? Es war Hamiltons Teamkollege Nico Rosberg. Der Deutsche erklärte nach dem Titelgewinn überraschend den Rücktritt. Und auch in diesem Jahr konnte sich der Brite bereits vorzeitig als Weltmeister feiern lassen. Es war sein sechster Titel, was ihn in der All-Time-Rangliste auf Platz 2 bringt.

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Nach der Saison 2020 könnte es in der Formel 1 zu einem bis anhin fast unvorstellbaren Wechsel kommen. Laut der «Gazzetta dello Sport» sei Weltmeister Lewis Hamilton von einem Engagement bei Ferrari nicht abgeneigt. Der 34-Jährige besitzt bei Mercedes noch einen Vertrag für ein Jahr, was danach kommt, ist offen.

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Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sagt dazu: «Lewis ist ein fantastischer Fahrer. Zu wissen, dass er 2021 verfügbar ist, kann uns nur glücklich machen.» Und auch Hamiltons Teamchef Toto Wolff fände ein Wechsel zum grossen Konkurrenten nachvollziehbar, auch wenn er sich diesen nicht wünsche: «Jeder Fahrer träumt davon, den Titel mit Ferrari zu gewinnen.»

Es soll sich bei Hamiltons Zukunftsplänen nicht nur um vage Gerüchte handeln. 2019 sollen sich die Ferrari-Bosse schon zwei Mal mit dem sechsfachen Weltmeister getroffen haben. Und Vorstandspräsident John Elkmann hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach als Hamilton-Fan geoutet.

Was passiert mit Sebastian Vettel?

Diese Bewunderung beruht auf Gegenseitigkeit. Es ist kein Geheimnis, dass Hamilton fasziniert von der Ferrari-Geschichte ist. Ausserdem stehen in der Garage des Briten zu Hause mehrere schnelle, rote Autos. Zudem pflegt Hamilton engen Kontakt mit der Gründerfamilie aus Italien.

Und trotz allem ist ein Wechsel noch alles andere als sicher. Da wär einerseits der monetäre Aspekt: Hamilton soll bei Mercedes stolze 45 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Eine Lohneinbusse würde für ihn wohl nicht in Frage kommen.

Ausserdem: Wie würde das Ferrari-Team rund um Hamilton aussehen? Sebastian Vettel besitzt noch einen Vertrag bis 2020 bei den Roten. Müsste der Deutsche dem sechsfachen Weltmeister weichen oder würde sich Ferrari auf ein gewagtes aber ultraerfolgreiches Doppel einlassen? Immerhin steht der italienische Konzern gewaltig unter Druck: Seit zwölf Jahren wartet Ferrari auf den nächsten Weltmeistertitel.

Motorsport

(tmü)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berg Bua am 01.12.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht

    Soll bleiben wo er ist. Charles Leclerc ist die Zukunft. Ersetzt den Vettel mit einem hungrigen jungen Fahrer und den Binotto gleich dazu.

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  • Phil Krill am 01.12.2019 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... Magie ...

    ... Ferrari muss halt doch etwas Magisches an sich haben ...

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  • Doktor am 01.12.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und tschüss

    Dann kann der Vettel endlich in Pension gehen. Wird Zeit. Höchste Zeit dass der geht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Auweia, dann wird ja der am 02.12.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ferrari noch röter

    Weltmeister Hamilton flirtet mit Ferrari, hat dieses Bubi keine Freundin?

  • noldi am 02.12.2019 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ja nicht

    Kein Hamilton bitte. Er ist als person nicht gut genug , soll bleiben wo er ist. Niemand will in Italien Hamilton.

  • Prince am 01.12.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vettel scheint nicht weichen zu wollen

    Ich hörte in Abu Dhabi dass ein Tausch von Leclerc und Hamilton für nächste Saison denkbar ist, Vettel wird nicht weichen und besteht auf den Vertrag.

  • Tristan15 am 01.12.2019 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz natürlich!

    So kann man einerseits den Marktwert steigern und andererseits die Ferrari-Fahrer (Vettel!) verunsichern.

    • Ziemlich natürlich am 02.12.2019 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Tristan15

      Der ist schon längst verunsichert, der arme Kerl!

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  • Bünzlisecondo am 01.12.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nur der Name ist geblieben

    Warum alle FIAT fahren wollen verstehe ich nicht.

    • luis am 01.12.2019 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bünzlisecondo

      weil die italiener halt einfach die besten sind....und die deutschen nur gutes marketing. siehe, ölverbrauch, ketten, dieselskandal...usw.

    • Rino am 01.12.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      Fiat ist der Urr-Vater im Motorsport;)

      "Leidenschaft kann man nicht beschreiben, man kann sie nur leben." Enzo Ferrari

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