24-Stunden Rennen

12. Juni 2011 15:12; Akt: 12.06.2011 17:36 Print

Historischer Sieg für Fässler in Le Mans

Marcel Fässler hat ein Stück Automobil-Rennsport-Geschichte geschrieben. Der Schwyzer gewinnt als erster Schweizer das 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

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Marcel Fässler triumphiert beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. (Bild: Leserreporter)

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Ab Samstagnachmittag um 15 Uhr hatte sich Fässler im Mekka der Langstreckenrennen am Steuer eines Audi R18 TDI mit dem Deutschen Andre Lotterer und dem Franzosen Benoît Tréluyer abgewechselt. Der 29-jährige Lotterer, 2002 als Testfahrer in Diensten des damaligen Formel-1-Teams Jaguar, und der fünf Jahre ältere Tréluyer, der seine Rennsport-Karriere als Motocross-Fahrer lanciert hatte, waren die letzten Jahre primär in Japan erfolgreich tätig. Einen Erfolg dieser Grössenordnung hatten die beiden bislang wie Fässler nicht vorzuweisen.

Nach 24 Stunden, rund 4820 gefahrenen Kilometern und 31 Zwischenhalten fürs Nachtanken und Reifenwechseln hatte das Trio einen der prestigeträchtigsten Siege unter Dach und Fach gebracht. «Das ist ein unglaublich gigantisches Gefühl. Einfach sensationell», sagte der von den Gefühlen überwältigte Fässler nach dem Triumph. «Ich bin einfach nur stolz, dieses Ziel erreicht zu haben.»

16 Jahre nach dem Wechsel ins Profilager, den er als 19-Jähriger und vor dem Lehrabschluss als Innendekorateur vollzogen hatte, ist Fässler ganz oben angelangt. Der Vater von vier Töchtern, seit 2010 bei Audi als Werkfahrer angestellt, hat in seinem Palmarès wohl zahlreiche Siege in verschiedenen Rennserien stehen. Die Strahlkraft seines jüngsten Erfolges wird aber ungleich grösser als alles Bisherige sein. Der Triumph in Le Mans kommt für einen (Langstrecken-)Rennfahrer dem Ritterschlag gleich.

Sieg nach Platz 2

Um den Sieg in Le Mans waren Fässler und seine beiden Mitstreiter schon im Vorjahr mitgefahren. Damals mussten die drei aber einem anderen Audi-Team mit den Deutschen Mike Rockenfeller und Timo Bernhard und dem Franzosen Romain Dumas den Vortritt lassen. Mit jener Leistung hatte er die Schweizer Bestwerte in Le Mans egalisiert gehabt. Zweite waren auch schon Herbert Müller in den Jahren 1971 und 1974 sowie das Duo Dieter Spoerry/Rico Steinemann 1968 geworden. Für den zuvor einzigen Schweizer Sieg hatte das Team von Peter Sauber 1989 gesorgt. Im Cockpit des C9 sassen damals aber die Deutschen Jochen Mass und Manuel Reuter und der Schwede Stanley Dickens.

Fässlers Premiere liegt eine ganz knappe Entscheidung zugrunde. Auf die zweitplatzierte Crew mit dem in Le Mans aufgewachsenen Sébastien Bourdais, dem einstigen Teamkollegen von Sébastien Buemi in der Formel 1, Simon Pagenaud und Pedro Lamy betrug der Vorsprung lediglich 13,8 Sekunden. Die beiden Franzosen und der Portugiese steuerten einen Peugeot 908. Mit dem gleichen Prototypen belegten die Franzosen auch die Plätze 3 und 4, mussten sich aber gleichwohl als Verlierer betrachten. Im «Kampf der Giganten» hatten sie gegen die Konkurrenz aus Ingolstadt ein weiteres Mal den Kürzeren gezogen. Audi und Peugeot waren mit Autos mit Dieselmotoren ausgerückt und derart der Konkurrenz mit Benzin-Aggregaten krass überlegen.

Schlimme, glimpflich abgelaufene Unfälle

Die Freude bei Audi wurde durch schlimme Unfälle der anderen zwei Werkteams getrübt. Der Schotte Allan McNish, der schon vor dem Ende der ersten Rennstunde verunglückt war, und Mike Rockenfeller blieben zum Glück vor gravierenden Verletzungen verschont. McNish hatte beim Versuch, seinen in Führung Markenkollegen Timo Bernhard zu passieren, den Ferrari mit dem Franzosen Anthony Beltoise touchiert, war durch das Kiesbeet geschlittert und hatte sich an der Streckenbegrenzung mehrmals überschlagen.

Ein Ferrari-Fahrer stand auch am Ursprung von Rockenfellers Unfall. Der Italiener Robert Kauffman übersah wohl die Lichtsignale des deutlich schnelleren Audi-Piloten und wechselte unverhofft die Spur. Der Versuch, eine Kollision zu vermeiden, endete für Rockenfeller bei Tempo 300 in der Leitplanke.

Platz 6 für Jani

Eine ausgezeichnete Leistung gelang auch Neel Jani. Der Seeländer, der das Rennen in einem Lola-Toyota zusammen mit dem Franzosen Nicolas Prost und dem Holländer Jeroen Bleekemolen bestritt, belegte Platz 6.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver am 12.06.2011 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Perfekt

    Sauber Mäse! Geiler Sieg, gute Fights, super Rennen, gute arbeit Jungs!

  • Albert Ulrich am 12.06.2011 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation zum historischen Sieg

    Herzliche Gratulation an Marcel Fässler und Audi zum Gesamtsieg in Le Mans.

  • Team auto-online.ch am 12.06.2011 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Herzliche Gratulation! Weiter so!

    Tolle Leistung!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Team auto-online.ch am 12.06.2011 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Herzliche Gratulation! Weiter so!

    Tolle Leistung!

  • fred am 12.06.2011 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Super Leistung!

    Wieso ist Fässler noch nicht in der Formel 1 z.b bei Sauber? Auf jeden Fall Glückwunsch!

    • Fässler Fan am 12.06.2011 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      Fässler you are the best

      Sauber hat nicht mal sein versprechen gehalten "Wenn Marcel ein DTM-Rennen gewinnt, kann er bei uns testen", waren die klaren Worte von Herr Sauber. Marcel gewann drei Rennen... aber aus Testfahrten wurden nichts... schade!!!

    einklappen einklappen
  • Oliver am 12.06.2011 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Perfekt

    Sauber Mäse! Geiler Sieg, gute Fights, super Rennen, gute arbeit Jungs!

  • Ronny u. Jack Alder am 12.06.2011 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wir ziehen den Hut vor Dir!!!

    Wir haben von Beginn weg (1993) an Dich geglaubt! Heute stehen wir hier und ziehen den Hut vor Dir und gratulieren Dir von ganzem Herzen. Du hast Dir den Sieg von Le Mans so sehr gewünscht - Du und Dein Team haben sich diesen hart erkämpft und Du hast ihn soooo sehr verdient! Herzlichen Glückwunsch!

  • Motorsport Fan am 12.06.2011 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!!!!

    Bravo Fässler!!! Es gibt doch noch schnelle Schweizer ;-)

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