Moto2

05. Juni 2011 15:26; Akt: 05.06.2011 15:26 Print

In einem Rennen den Jahreslohn verdient

von Klaus Zaugg, Barcelona - Randy Krummenachers Stern ist vor vier Jahren in Barcelona aufgegangen. Nun hat er wiederum in Barcelona mit dem besten Rennen seiner Karriere den 5. Platz im Moto2-Rennen geholt.

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Randy Krummenacher fuhr in Barcelona das beste Rennen seiner Karriere. (Bilder: Reuters/Keystone)

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Am 10. Juni 2007 holt Randy Krummenacher (21) beim GP von Katalonien in Barcelona bei den 125ern den 3. Platz. Sein Stern geht am Motorsporthimmel auf. Aber bald wieder unter: Am 10. Juli des gleichen Jahres gelingt ihm noch ein 5. Rang beim GP von Deutschland – und dann beginnt ein langer, langer Leidensweg.

Krummenacher hat riesiges Glück, dass es wohlbestallte Männer in und um Zürich gibt, die unbeirrt an sein Talent glauben und die Geduld nicht verlieren: Er erreicht in der 125er-WM lediglich die Schlussränge 13 (2007), 25 (2008), 21 (2009) und schliesslich letzte Saison Platz 9. Der Zürcher Anwalt Robert Siegerist und der im Immobiliengeschäft wohlhabend gewordene Unternehmer Marco Rodrigo orchestrieren schliesslich die Finanzierung eines Moto2-Teams für diese Saison – und müssen erst einmal leiden: Aus den zwei ersten Moto2-Rennen 2011 resultieren lediglich zwei 27. Plätze. Doch dann geht es aufwärts: 7. in Le Mans, 12. in Estoril und nun 5. in Barcelona.

Mentales Training als Schlüssel zum Erfolg?

«Die schwierige Zeit nach der Saison 2007 und auch die Krise am Anfang dieser Saison haben mich stärker gemacht», sagt Krummenacher gegenüber 20 Minuten Online. «Durch mentales Training habe ich gelernt, mein Selbstvertrauen zu bewahren.»

Die Steigerung gegenüber den ersten beiden Saisonrennen hat für ihn eine gewisse Logik: «Ich war von Anfang an sicher, dass ich unter die ersten 15 fahren kann. Aber ich musste erst meinen Fahrstil der neuen Kategorie anpassen. Dass ich das so schnell geschafft habe, verdanke ich meinem Team.» Der Umstieg von den 125er-Zweitaktern auf die fast doppelt so PS-starken 600er-Viertakter in der Moto2-WM ist der schwierigste im GP-Zirkus.

Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen als ein 5. Platz. «Vielleicht sogar ein Podestplatz. Aber ich musste beim Sturz von Lüthi und Takahashi stark bremsen und verlor gut zwei Sekunden.» Dennoch steht Krummenacher nun in der WM bereits auf dem 12. Zwischenrang – punktgleich mit Dominique Aegerter (in Barcelona gestürzt).

Sponsoren-Deal dank Top-Ten-Platz

Vor allem aber hat Krummenacher mit dem tollen Rennen in Barcelona gleich seinen ganzen Jahreslohn verdient. Sein Manager Robert Siegrist überredete vor dem Rennen einen Sponsor, im Falle einer Klassierung unter den Top Ten eine Helmwerbung für den Rest der Saison zu buchen. Der Deal ist nun gemacht. Über die Höhe dieser unverhofften Werbeeinahmen schweigt sich der Zürcher Anwalt aus, sagt aber gegenüber 20 Minuten Online: «Wir können damit Randys Lohn in dieser Saison bezahlen.» Der liegt fix (ohne Prämien) zwischen 50 000 und 100 000 Franken.

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