Mangelnde Sicherheit?

08. Februar 2011 11:39; Akt: 08.02.2011 13:47 Print

Justiz beschlagnahmt Kubicas Auto

Die italienischen Justizbehörden haben nach dem schweren Crash von Robert Kubica die Ermittlungen aufgenommen. Dies nachdem sein Beifahrer Kritik geübt hatte.

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Am Sonntag prallte Robert Kubica als Gastfahrer bei einer Rallye gegen eine Leitplanke und dann gegen eine Kirchenmauer. Der Staatsanwalt der ligurischen Stadt Savona ordnete die Beschlagnahmung des Skoda Fabia an, mit dem der Pole unterwegs war. Die Justiz hatte sich eingeschaltet, nachdem Kubicas Beifahrer Jakub Gerber die Sicherheitsstandards kritisiert hatte. «Wir sollten keine Autos fahren, die an der Front so wenig gesichert sind», sagte Gerber. Es sei nicht das erste Mal , dass so etwas passiert sei. Deshalb sollten sich die Organisatoren Gedanken machen, wie man den Piloten mehr Sicherheit bieten könne, so der Pole in der «Gazetta dello Sport».

Der Co-Pilot schilderte dem italienischen Blatt zudem, dass die Rettungsaktion zu lange gedauert habe. «Der Krankenwagen kam sofort, dann die Feuerwehr. Die erste Crew hatte aber keine Schere, weshalb sie auf Verstärkung warten musste.» Auch konnte der Helikopter offenbar nicht in der Unfallgegend landen, weshalb Kubica zuerst per Krankenwagen transportiert werden musste. «Dadurch ging noch mehr Zeit verloren», so Gerber.

Der Gefahren bewusst gewesen

Dem verunglückten Formel-1-Fahrer, der bei der Rallye am Steuer sass, will der Co-Pilot keine Schuld am Unfall zuschieben. «In einem Wettbewerb will man so schnell wie möglich sein», so Kubicas Landsmann. «Robert ist einer dieser Fahrer, die sich Gedanken machen und immer einen Schritt vorausblicken. Er ist präzise, sauber und schnell - ein kompletter Fahrer.» Das Duo sei sich auch der Gefahren der Rallye bewusst gewesen. «Wir wussten, dass die Fahrbahn rutschig war aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit», sagt Gerber. «Wir kamen ins Rutschen und das Auto knallte gegen eine Leitplanke.» Das habe den Wagen nach aussen und gegen die nächste Leitplanke gedrückt. Nachdem sich das Eisenstück durch die Front des Rallye-Autos gebohrt hatte, war Gerber sofort klar, «dass etwas Schlimmes passiert ist.» Kubica habe einen dicken Bluterguss unter dem Auge gehabt, nachdem er den Kopf gegen das Lenkrad geschlagen hatte. Gerber: «Er verlor das Bewusstsein und ich bin durch das Fenster ausgestiegen.»

Der Co-Pilot hatte beim Unfall einen Schutzengel und blieb beinahe unverletzt. Kubica erlitt schwere Verletzungen am rechten Arm, an der rechten Hand und am rechten Bein. Nach einer siebenstündigen Operation und einem künstlichem Koma ist der Pole inzwischen wieder ansprechbar und darf auf eine vollständige Genesung hoffen.

(mon/sda)

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