Kimi Räikkönen

13. September 2018 12:55; Akt: 15.09.2018 23:21 Print

«Bei Sauber werde ich nicht glücklich»

von René Hauri - Der erste Auftritt von Kimi Räikkönen seit der Vertragsunterzeichnung mit Sauber ist äusserst unterhaltsam.

Bildstrecke im Grossformat »
Kehrt zu den Wurzeln zurück: Kimi Räikkönen steigt wieder ins Sauber-Cockpit, wo er bereits als Testfahrer im Dezember 2000 einen positiven Eindruck hinterliess. Im Januar 2001 posierte der Finne (l.) als Fahrer des Schweizer Rennstalls zusammen mit Nick Heidfeld auf dem neuen Boliden. Ab Februar 2001 startete der damals 21-Jährige sowohl auf den Formel-1-Strecken als auch hier in einem Jet der Royal Australian Air Force durch. Sauber-Chef Peter Sauber (r.) konnte immer wieder stolz auf Räikkönen sein. Im Juli 2001 gratulierte er dem Piloten zum 5. Rang beim GP von Grossbritannien. Der vielversprechende Youngster wurde 2002 von McLaren-Mercedes verpflichtet und fuhr vier Saisons für das britische Team. Räikkönens Aufstieg ging 2007 mit seinem Wechsel zu Ferrari weiter. Im selben Jahr feierte er seinen ersten und einzigen Weltmeistertitel. Dann drückte der Finne in der Rallye-Weltmeisterschaft aufs Gas. 2009 erfolgte das Debüt als Gaststarter in seiner Heimat, ab 2010 fuhr er mit Co-Pilot Kaj Lindström regelmässig Rennen. Ende November 2011 gab der Nordländer sein Comeback in der Formel 1 im britischen Lotus-Team bekannt. 2014 kehrte er als Stammfahrer zu Ferrari zurück, die ganz grossen Erfolge blieben ihm allerdings verwehrt. Denn Räikkönen wurde ständig durch den in Italien zum Heilsbringer hochstilisierten Sebastian Vettel (l.) in den Schatten gestellt. Beim GP von Singapur kollidierten die beiden Teamkollegen (r. der Finne) im September 2017, kamen allerdings glimpflich davon. Nach vier Jahren verlässt Räikkönen die Roten und schliesst sich dem Schweizer Team an. Seine Frau Minttu begleitet ihn überallhin. Die beiden haben ihren Wohnsitz in Baar im Kanton Zug, also nicht weit entfernt vom in Hinwil ZH ansässigen Sauber-Rennstall.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es ist Kimi Räikkönens erster Auftritt als künftiger Sauber-Fahrer. Und es scheint, als sei der 38-Jährige ganz glücklich mit seiner Entscheidung, die nächsten zwei Jahre für den Schweizer Rennstall zu fahren. Jedenfalls ist er an diesem Donnerstag bester Laune.

Wieso er denn am Dienstag bei Sauber unterschrieben habe, wird er an der Pressekonferenz vor dem Grand Prix von Singapur gefragt, als ob eine ernsthafte Chance darauf bestünde, dass der Finne nun zu einer langen Erklärung ansetzen würde. Tut er nicht. Er fragt: «Wieso nicht?»

So ist das mit Räikkönen und öffentlichen Auftritten. Rennen fahren, das mag er noch immer wie früher, sagte der 38-Jährige vor zwei Wochen in Monza. «Aber das ganze Drumherum nicht.» Nun sagt er mit Blick auf die Journalisten: «Man kann sich eben nicht immer nur die guten Sachen herauspicken.»

Hamilton hält sich den Bauch vor Lachen

Es ist also wieder so ein Tag, an dem er sich um das Drumherum kümmern muss, um die vielen Fragen. Etwa um diese: Brennt denn das Feuer für diesen Sport nach 17 Jahren noch? «Nein, überhaupt nicht. Ich wollte nur Psychospielchen mit euch treiben, also habe ich dort unterschrieben. Ich werde jetzt zwar zwei Jahre dort sein, aber glücklich wird mich das nicht machen.» Daneben schüttelt es Lewis Hamilton vor Lachen.

Aber die Frage Räikkönens hat durchaus ihre Berechtigung. Warum nicht Sauber? Warum nicht der Rennstall, bei dem er 2001 in die Formel 1 einstieg, zu dem er immer noch einen engen Kontakt pflegt, vor allem zu Teammanager Beat Zehnder, der Räikkönen als «einen meiner besten Freunde» bezeichnet? Warum nicht das Team, das dabei ist, sich ans Mittelfeld heranzutasten, das wieder die finanziellen und personellen Möglichkeiten hat, ein konkurrenzfähiges Auto herzustellen? Wieso nicht ein Team, bei dem Räikkönen nicht mehr die Nummer 2 sein wird, wie er es die letzten Jahre bei Ferrari war? Räikkönen sagt: «Ich habe meine Gründe, das reicht mir. Es ist mir egal, was andere darüber denken.»

Wenn der Vertrag mit Sauber endet, wird der Finne 41 sein. «Sehr wahrscheinlich» sei es deshalb, dass er dort seine Karriere beenden wird, wo er sie begonnen hat. Bereits wird darüber spekuliert, dass Räikkönen danach ins Management von Sauber einsteigen könnte. «Es gab darüber keine Gespräche», sagt er. «Ich habe einen Vertrag als Fahrer unterschrieben.» So einfach ist das. «Wieso nur macht ihr immer alles so kompliziert?», fragt Räikkönen in die Runde. Er will doch nur Rennen fahren.

Motorsport

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NachDenker am 13.09.2018 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Mann mit Seltenheitswert

    Er ist und bleibt der sympathischste Formel 1 Fahrer.

    einklappen einklappen
  • ICEMEN am 13.09.2018 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass Kimi

    Eins muss man Kimi lassen, sein Humor ist köstlich, so das sogar seine Gegner lachen müssen! "Daneben schüttelt es Lewis Hamilton vor Lachen". Da könnte sich Vettel eine Scheibe abschneiden!

    einklappen einklappen
  • Peter am 13.09.2018 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Gut für Kimi, gut für Sauber und Ferrari

    Es ist doch einfach. Ferrari wollte einen jungen Wilden. Leclerc ist hungrig. Ferrari gibt aber auch den Motor für Sauber. Also gibt es ein Interesse dass auch Sauber in die Gänge kommt. Kimi kann im Ferrari Team nichts mehr gross bewirken (ausser schnell fahren). Aber bei Sauber kann er seine Erfahrung einbringen und einen wesentlichen Schub vermitteln. Er kann der Schlüssel sein Sauber in die vordersten Ränge zu bringen. Er wohnt nahe beim Werk, er ist befreundet mit Zehnder. Alles super Voraussetzungen. Hier kann Kimi am Ende seine Karriere noch etwas leisten was ihn stolz machen kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Peter am 01.10.2018 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gute Kimi

    Ich wünsche Kimi auf jedenfall alles gute zum 2ten bei Sauber. Vielleicht kann er sich bei Sauber mehr entfalten als er das bei Ferrari je gekonnt hat, stand ja genügend im Schatten von Vettel. Möge er vielleicht auch den einen oder anderen Sieg bei Sauber einfahren... gönnen mag ichs ihm... Träumen darf man ja noch ein bischen.

  • Walter am 14.09.2018 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    Was soll er eigentlich so cool an Kimi sein? Dass er Vettel auf Befehl der Ferrari Box immer brav vorbei liess? In den Rennen immer langsamer als Vettel war (der nicht unbedingt der Massstab ist)? Dass er wenig sagt? Dass er manchmal säuft wie ein Loch? Vielleicht können sich da seine Fans wiederfinden...

  • styx_ch am 14.09.2018 05:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumenhoch

    Ich mag Motorsport sehr, aber F1 ist überhaupt nicht mein Ding. Aber bei der Aussage gehts um den Menschen dahinter und so ein Humor ist unbezahlbar :D

  • Sepp am 14.09.2018 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    Oldie/Pension

    Oldie Kimi Räikkönen mit seinen 38 Jahren auf dem Buckel hat seinen Rücktritt aus der Formel 1 verpasst. Dass er nun bei Sauber fährt ist für ihn eine Notlösung und seine Motivation fehlt. Mit dieser Einstellung sollte er besser in die Pension gehen.

    • Gesagt getan am 14.09.2018 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp

      Ferrari sagte zu Sauber, wenn Du mir Le Clerc gibst, kannst Du Raikönnen und 5 Premium Aggregate haben.

    • Fred am 14.09.2018 07:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp

      Ein Mann mit dieser Erfahrung kann jedes Team vorwärts bringen. Kommt dazu, dass Sauber dann auch wieder für wirkliche Talente interessant wird. Oder wer möchte nicht von den Erfahrungen eines Räikkönnen mitprofitieren.

    • Velosolex Rennen Weltmeister am 14.09.2018 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fred

      Bis anhin brachten immer noch die Autos die Fahrer vorwärts. Und Weltmeister wurden die Jungen nicht die alten Angsthasen. Erfahrung eines Rennfahrers lässt sich in einem 2 seitigen A4 pdf zusammenfassen. Viel Mut und noch mehr Power bis an das Limit zu gehen ist grob formuliert die Essenz zum siegen im F1 Sport.

    einklappen einklappen
  • Reto am 13.09.2018 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seltsam

    Erstaunlich, dass Kimi, der seit letztem Jahr seine Eier an Ferrari als Vettel-Knecht verkauft hat, jetzt plötzlich als der Charakter Pilot gehypt wird.....

Moto GP News