Motorrad-WM

18. März 2011 11:38; Akt: 18.03.2011 14:47 Print

Krummenacher: Grosse Sprüche – grosse Taten?

von Klaus Zaugg, Doha - Randy Krummenacher (20) hat das Selbstvertrauen eines Champions. In seiner ersten Moto2-WM kann er 2011 die Überraschung der Saison werden.

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Randy Krummenacher tritt zu seiner ersten Moto2-Saison an. (Bilder: Keystone)

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Randy Krummenacher hat in seiner Karriere so viel erlebt wie viele seiner Konkurrenten in einem ganzen Rennfahrerleben. Er steht 2007 schon ganz oben (3. im GP von Katalonien) und wird als neuer Tom Lüthi gefeiert. Und er musste seither ganz unten durch: Nicht mehr konkurrenzfähiges Material (KTM) und ein Unfall beim Fitnesstraining (Milzriss) haben ihn weit zurückgeworfen. Nur weil er ein starkes Selbstvertrauen hat, steht er nun vor seiner vielversprechendsten Saison.

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Der Sohn der Rennfahrerlegende Peter Krummenacher hat sich durch Rückschläge nie verunsichern lassen. Geduldig hat er auch während der letzten Saison immer wieder erklärt, er sei einfach zu gross und zu schwer für die 125er-Klasse und das Material sei nicht konkurrenzfähig. Deshalb habe er keine Chance auf eine Klassierung auf dem Podest.

Investoren ermöglichten den Aufstieg

Wie ein Grossmaul hat er deswegen nie gewirkt. Es waren tatsächlich die äusseren Umstände, die ihn an der Entfaltung seines Potenzials gehindert haben. Deshalb hat er Investoren gefunden, die an ihn glauben und ihm nun den Aufstieg in die Moto2-WM ermöglicht haben. Marco Rodrigo, ein ehemaliger Banker und Immobilienspezialist, orchestriert nicht nur die Finanzierung der Saison. Er managt auch das Team. Will heissen: einen Teil davon. Rodrigo hat sich beim Deutschen Kiefer-Team einen Platz für seinen Schützling gekauft. Krummenacher ist damit Teamkollege von Stefan Bradl (21), der grössten deutschen Töffhoffnung der letzten 25 Jahre. Bradl hat die Testfahrten in diesem Frühjahr dominiert und steht nun auch nach dem ersten Trainingstag zum GP von Katar auf dem 3. Platz. Er ist einer der WM-Favoriten. Bradl und Krummenacher fahren das deutsche Fabrikat Kalex.

Teammanager Marco Rodrigo zeigte sich denn auch nach den ersten zwei Trainings und Krummenachers 21. Position gegenüber 20 Minuten Online sehr zufrieden. «Unser Ziel ist es, in allen Trainings in die erste Hälfte des Klassementes zu kommen. Das ist uns mit Platz 21 an diesem ersten Tag zwar nicht ganz geglückt. Aber die ersten 15 Plätze sind in Reichweite. Wenn wir im Rennen einen WM-Punkt holen, dann öffne ich eine Flasche guten Wein und wenn es mehr als einen Punkt gibt, dann fahren wir Champagner auf.»

Das sind starke Worte. Aber wenn sein Fahrer tatsächlich in seinem allerersten Moto2-Rennen in die WM-Punkte fährt (Punkte gibt es bis Platz 15), dann wäre das tatsächlich ein Grund zum Feiern. Und ein erster Schritt auf dem Weg nach ganz oben.


Randy Krummenacher
24. Februar 1990
65 kg/175 cm

Motorrad: Kalex
Teamkollege: Stefan Bradl (De, 21)

Debut: GP England 2006 (20.)
67 GP 125 ccm
Beste Rennklassierung: 3. Platz

2006 Keine WM-Punkte/nur vier Rennen
2007 13. 125er-WM
2008 25. 125er-WM
2009 21. 125er-WM
2010 9. 125er WM

Saisonziel: Regelmässige Klassierungen in den ersten 15.


GP von Katar. Nach zwei von vier Trainings. Moto2.

1. Yuki Takahashi (Jap), Moriwaki, 2:01,695.
2. Scott Redding (Gb), Suter, 0,054 Sek. Zur.
3. Stefan Bradl (De), Kalex, 0,106.
4. Andrea Iannone (It), Suter, 0,288.
5. Tom Lüthi (Sz), Suter, 0,448.
6. Marc Marquez (Sp), Suter, 0,653.
7. Michele Pirro (It), Moriwaki, 0,803.
8. Aleix Espergaro (Sp), Kalex, 0,882.
9. Julian Simon (Sp), Suter, 0,925.
10. Claudio Corti (It), Suter, 0,978.

Ferner: 21. Randy Krummenacher (Sz), Kalex, 2,027. 32. Dominique Aegerter (Sz), Suter, 3,228.

39 Piloten am Start.

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