Nach dem Rallye-Unfall

07. Februar 2011 08:57; Akt: 07.02.2011 16:46 Print

Kubica kann die Finger bewegen

Formel-1-Pilot Robert Kubica hat nach seinem schlimmen Rallye-Unfall ein erstes Erfolgserlebnis. Ob seine Hand aber wirklich gerettet ist, wird sich in den nächsten Tagen erst zeigen.

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Der schwer verunglückte Formel-1-Fahrer Robert Kubica ist nach einem kurzen Aufwachen aus dem künstlichen Koma am Montagmorgen für mindestens 24 Stunden wieder ruhig gestellt worden. Die siebenstündige Operation, während der zwei Ärzteteams sich um die schweren Verletzungen am rechten Arm und Bein des 26-Jährigen kümmerten, sei gut verlaufen. «Roberts genereller Zustand ist viel besser heute», lautete die Medienmitteilung von Kubicas Arbeitgeber, dem Formel-1-Team Lotus-Renault.

Weitere Operationen sind aber möglich. Kubica sei am Montag im Santa Corona Hospital von Pietra Ligure von den Ärzten kurz aufgeweckt worden und habe mit seinen Verwandten sprechen können. Er habe die Finger seiner rechten Hand bewegen können, «was für den weiteren Genesungsprozess Mut macht», hiess es.

Das Bangen dauert an

Chirurg Mario Igor Rossello habe keinerlei Schwellung oder Infektion am rechten Unterarm von Kubica ausmachen können. «Das ist ein weiteres gutes Zeichen», schrieb das Team. Allerdings dauere es noch einige Tage, bis man wisse, ob der siebenstündige Eingriff mit insgesamt sieben Ärzten zu 100 Prozent erfolgreich war. Kubica werde zur Vermeidung von physischem Stress unter leichte Medikation gestellt, so dass er mindestens 24 Stunden schlafe. In der Zwischenzeit wollen die Mediziner entscheiden, wie sie die Ellbogen- und Schulterfrakturen des 26-jährigen Piloten behandeln, der am Sonntag bei einer Rallye in Italien verunglückt war. «Robert könnte sich noch mal einer Operation unterziehen lassen müssen.» Aber nicht in den nächsten Tagen, hiess es.

Zuverlässige Prognose erst in sechs Monaten möglich

Eine verlässliche Prognose zum Heilungsverlauf wird nach Auskunft der behandelnden Ärzte frühestens in sechs Monaten möglich sein. Noch länger wird es dauern, bis Kubica sich annähernd vollständig erholt haben dürfte. «Es war ein sehr schwieriger Eingriff. Selbst bei einem optimalen Heilungsprozess wird es mindestens ein Jahr dauern, bis er seine Hand wieder vollständig bewegen kann», sagte Professor Mario Igor Rossello, der Chefarzt der San-Paolo-Klinik in Savona.

«Robert Kubicas Unterarm war an zwei Stellen aufgerissen, die Blutzirkulation unterbrochen, Knochen und Sehnen waren erheblich zerstört.» Zusätzlich haben man noch eine gravierende innere Blutung stoppen müssen, so Rossello. Am Ende der OP sei die rechte Hand warm und durchblutet gewesen, das sei ein gutes Zeichen. «Robert Kubica ist in einem stabilen, aber nach wie vor kritischen Zustand», sagte Rossello. Im Anschluss an die Operation wurde der Pole in ein künstliches Koma versetzt.

Heidfeld als Ersatz?

Renaults Teamchef Eric Bouillier kündigte an, zusammen mit Kubicas Teamkollegen Witali Petrow nach Italien zu fliegen und seinen schwer verunglückten Fahrer zu besuchen. «Er soll wissen, dass wir ungeduldig auf seine Rückkehr warten», sagte Bouiller, der sich aber trotz aller Treueschwüre für die am 13. März in Bahrain beginnende Saison kurzfristig nach einem zweiten Fahrer umsehen muss. Ein Kandidat für das Renault-Cockpit ist unter anderen der Deutsche Nick Heidfeld. An diesem ist der Unfall seines ehemaligen Sauber-Teamkollegen Kubica nicht spurlos vorbeigegangen. «Lieber Robert, nach den schockierenden Meldungen des heutigen Tages sind meine Gedanken bei dir und ich wünsche dir eine schnelle Genesung», steht auf der offiziellen Homepage des Deutschen.

Crash bei einer Rallye

Kubica hatte von Renault die Erlaubnis für einen Rallye-Start im Auto eines anderen Herstellers bekommen. Nach dem Unfall, bei dem er mit einem Skoda Fabia bei der Ronde di Andora von der Piste abkam und in der Gemeinde San Lorenzo in der Nähe von Genua gegen die Mauer einer kleinen Kirche prallte, wurde der Pole von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit und sofort per Helikopter ins Spital eingeliefert. Sein Beifahrer Jakub Gerber blieb unverletzt und kletterte selbständig aus dem Wrack.

Für Kubica, der nach seiner Bestzeit bei den ersten Testfahrten in Valencia als Geheimtipp für die kommende Formel-1-Saison galt und zuletzt immer wieder mit Ferrari in Verbindung gebracht wurde, war es bereits der dritte schwere Unfall seines Lebens. 2007 beim Grand Prix in Montreal stockte den Zuschauern der Atem, als sein Sauber-BMW abhob und sich mehrfach überschlug. Der 26-Jährige überstand den schlimmen Crash aber nahezu unverletzt. Bei einem Unfall im Strassenverkehr 2003 erlitt Kubica einen Armbruch.

Robert Kubicas Unfallwagen

(Quelle: YouTube)

(si/mon)

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