Schummelvorwürfe

29. März 2011 13:49; Akt: 29.03.2011 13:49 Print

McLaren will Vettels «Gummi-Flügel» verbieten

Hoch überlegen hat Sebastian Vettel den ersten Saison-GP in Australien gewonnen. Die Konkurrenz ist geschockt und wirft dem Weltmeister wieder einmal vor, geschummelt zu haben.

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Sebastian Vettels biegsamer Frontflügel sorgt bei der Konkurrenz für rote Köpfe. (Bild: Keystone)

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Sebastian Vettel hat seinen Rivalen um den WM-Titel den Tarif früh bekannt gegeben. Beim GP von Australien triumphierte er mit 22,3 Sekunden Vorsprung auf McLaren-Pilot Lewis Hamilton. Der geschockte Ex-Weltmeister glaubt, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zu und her gegangen ist. «Habt ihr Vettels Frontflügel gesehen», beschwerte sich Hamilton gemäss der «Bild»-Zeitung unmittelbar nach dem Rennen. «Er verbiegt sich bis zum Boden, das bringt ihm eine halbe Sekunde.»

Der flexible Frontflügel bleibt das grosse Geheimnis der Roten Bullen. Bereits in der vergangenen Saison beklagten sich die Red-Bull-Rivalen, dass sich der Frontspoiler an den Boliden von Design-Genie Adrian Newey bei hoher Geschwindigkeit an den Enden weit nach unten biegt.

Der Flatterflügel wurde von der aber FIA abgenommen. Allerdings wurden die Tests im ruhenden Zustand durchgeführt. Mit 100 Kilogramm wurde der Flügel belastet, dabei durfte er sich maximal um 20 Millimeter nach unten biegen. Das Geheimnis ist nun, dass sich der Kohlefaser-Flügel bei 300 km/h anders verhält. Er wird elastisch, verformt sich und erzeugt somit mehr Abtrieb, der das Auto an die Strasse presst.

McLaren will den Flügel nachbauen

Bei McLaren fordert man nun Konsequenzen. «Entweder schliessen wird dieses Schlupfloch, oder wir bauen es irgendwie nach», droht Hamilton. Die Red-Bull-Verantwortlichen bleiben aber gelassen. «Letztes Jahr ging es schon genauso. Sie versuchen es immer wieder, aber wir bestehen jedes Mal den Test», gibt Red-Bull-Boss Helmut Marko zurück. Einem allfälligen Protest können Vettel & Co. gelassen entgegen sehen und sie dürfen den technischen Vorteil wohl noch etwas länger geniessen.

Ähnliche Diskussionen gibt es in der Formel 1 immer wieder. Vor zwei Jahren war Brawn GP der Konkurrenz dank dem ominösen Doppeldiffusor weit enteilt und dominierte zu Saisonbeginn Rennen für Rennen. Die FIA sprach sich damals gegen ein Verbot aus und so dauerte es bis Saisonhälfte, ehe die Rivalen schliesslich mit den Weissgelben mithalten konnten. Jenson Button wurde schliesslich dank sechs Siegen in den ersten sieben Rennen Weltmeister. In der zweiten Saisonhälfte gewann er kein einziges Rennen mehr.

(pre)

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