Formel 1

04. Februar 2011 14:52; Akt: 04.02.2011 15:20 Print

So soll Überholen vereinfacht werden

Weniger Langeweile, mehr Action: Überholmanöver sollen in der Formel 1 leichter werden - dank einem neuen verstellbaren Heckflügel. Erste Videos zeigen wie es funktioniert.

Der neue verstellbare Heckflügel am Sauber C30 (Video: YouTube)
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Rundenlang kein Überholmanöver – was letzte Saison noch bei jedem zweiten Rennen der Fall war, soll 2011 nicht mehr vorkommen. Um das Überholen zu erleichtern, erlaubt die FIA für die nächste Saison einen aus dem Cockpit steuerbaren Heckflügel. Im Training darf das neue technische Hilfsmittel frei eingesetzt werden, im Rennen gibt es Auflagen: Nur an bestimmten Stellen und nur bei weniger als einer Sekunde Rückstand auf den Vordermann ist es erlaubt, den Flügel zu verstellen. Zusammen mit dem ebenfalls nicht obligatorischen KERS soll dies ein Zusatzschub und zu mehr Überholmanöver führen. So die Theorie.

In der Praxis gibt es bereits erste Bilder. Eine Videokamera, montiert auf dem neuen Sauber C30 von Kamui Kobayashi, liefert Bilder vom neuen «Origami-Flügel». Auf der Geraden wird der obere Teil bis zu 40 Millimeter hochgeklappt – der Luftdurchlass verringert den Widerstand, und sorgt für zusätzliche Beschleunigung. Beim Anbremsen oder bei der Durchfahrt bei einem Kontrollpunkt klappt das Teil automatisch wieder herunter. Dafür sorgt die elektronische Steuerung.

Elektronische Anlagen auf den Strecken

Für den Einsatz des Hilfsmittels werden auch die Strecken modifiziert. Eine aufwendige elektronische Anlage liefert den Fahrern die Informationen, ob sie den Flügel heben dürfen oder eben nicht. Während sich Fernando Alonso laut «Totalf1.com» nach wenigen Tagen an die zusätzliche Fingerübung am Steuerrad gewöhnt hat, klagen andere. «Es ist kein Genuss mehr – Knöpfe drücken, Gänge wechseln, drücken, halten…», meinte Oldie Rubens Barrichello. Michael Schumacher ist im «Motorsport-Magazin» anderer Meinung: «Der Flügel ist eine gute Innovation. Ich freue mich, solche Entwicklungen zu sehen.» Und Adrian Sutil bringt es im Interview mit «Eurosport» auf den Punkt: «Es ist sehr modern, ein bisschen wie Playstation. Man kann da alles drücken und kriegt ein bisschen Extra-Power. Ich fand es einerseits ganz gut, als ich es im Simulator probiert habe. Andererseits schaust du die ganze Zeit nur noch aufs Lenkrad. Es ist schwierig, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Es kann auf jeden Fall sein, dass man einmal eine Hundertstelsekunde nicht da ist, weil man gerade aufs Lenkrad schauen muss.» Tönt nicht nur nach Überhol- sondern auch nach Crash-Hilfe. Wir sind gespannt.

(tog)

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