Silverstone

09. Juni 2011 21:47; Akt: 09.06.2011 19:53 Print

Stefan Bradl will Vater Helmut übertrumpfen

Töffstar Stefan Bradl kann am Sonntag beim GP in Silverstone in der Moto-2-Klasse (SF zwei live, 14.15 Uhr) seinen vierten Saisonsieg holen. Doch der 20-jährige Deutsche hat noch höhere Ziele.

storybild

Familien-Teamwork: Stefan Bradl und Vater Helmut. Foto: keystone

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eigentlich hatte der Berner Tom Lüthi in dieser WM-Saison ein Wort um den Titel mitreden wollen. Doch daraus wird wohl nichts. Weil Jungstar Bradl auf der Überholspur ist, von den letzten fünf Rennen drei gewonnen hat und in der WM-Wertung schon 43 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz hat – Lüthi liegt auf Rang 5 mit 47 Zählern. Bereits wird er in den deutschen Medien als «Motorrad-Vettel» gefeiert.

Doch abheben wird der Bayer nach den letzten Erfolgen bestimmt nicht. Dafür hat Bradl zu harte Zeiten durchgemacht. 2007 wollte er als 17-Jähriger seine Karriere beenden – er kam mit den hohen Erwartungen nicht klar. Nicht zuletzt deshalb, weil er immer wieder mit seinem berühmten Vater verglichen wurde. Auch Helmut Bradl (49) war ein Töffstar und feierte seinen grössten Erfolg, als er 1991 in der damaligen 250-ccm-Klasse Vize-Weltmeister wurde. Logisch, dass sein Sohn, der sich inzwischen beeindruckend an die Spitze zurückgekämpft hat, ihn nun übertrumpfen will: «In der Familie Bradl sollte es einen Weltmeister geben. Ich möchte einen Platz besser sein als Papa», sagt Stefan, der ein enges Verhältnis zu seinen Eltern hat und immer noch bei ihnen in Obergriesbach wohnt.

Deshalb war er auch «total schockiert», als er vor zwei Wochen in Le Mans erfuhr, dass der Papa bei einer Motorradtour im Allgäu mit einem Auto zusammengestossen sei und sich Arm- und Rippenbrüche sowie einen Leber- und Milzriss zugezogen habe. «Glück­licherweise geht es ihm inzwischen besser», sagt Bradl junior: «Das ist wichtiger als alles andere.»

(ahu/20 Minuten)

Moto GP News