GP von Grossbritannien

14. Juli 2019 15:19; Akt: 14.07.2019 18:55 Print

Hamilton siegt beim Heim-GP – Vettel crasht

Lewis Hamilton siegt in Silverstone vor Valtteri Bottas. Sebastian Vettel riskiert zu viel und bleibt ohne Punkte.

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Sebastian Vettel kann nach einem brachialen Risiko-Manöver beim spektakulären Grossen Preis von Grossbritannien seine geringen Titelhoffnungen fast schon ganz begraben. Auf Platz drei liegend raste der 32 Jahre alte Ferrari-Star am Sonntag in Silverstone dem niederländischen Red-Bull-Ass Max Verstappen ins Heck. Vettel musste an die Box, kehrte als Letzter auf die Strecke zurück, kassierte auch noch eine Zehn-Sekunden-Strafe und wurde am Ende 15. in England, während sein Dauerrivale Lewis Hamilton seinen Triumphzug durch die Saison fortsetzte. Der fünfmalige Formel-1-Champion feierte im zehnten WM-Lauf in diesem Jahr den siebten Sieg.

Mit seinem Erfolg am Sonntag vor 141 000 Zuschauern krönte sich Hamilton zudem zum Rekordgewinner im Home of British Motorsport. Er war von Rang zwei gestartet, profitierte bei einer tadellosen Leistung mit der schnellsten Rennrunde aber auch von einer Safety-Car-Phase. Zweiter wurde Valtteri Bottas im zweiten Mercedes vor Vettels Teamkollege Charles Leclerc, der damit auch die interne Wachablösung bei der Scuderia gegen den glücklosen und fehlerbehafteten Vettel forciert haben dürfte. Besser lief es dafür für Alfa-Romeo-Pilot Kimi Räikkönen. Der von Position zwölf gestartete Finne beendete das Rennen auf Rang acht und fuhr somit erneut in die Punkte.

Im Klassement führt Hamilton mit 223 Punkten vor Bottas (184) und Verstappen (136). Vettel liegt 100 Punkte hinter Hamilton, der seinen 80. Grand-Prix-Sieg bejubelte.

Vielversprechender Start

Dabei ging es für Vettel nach einer verkorksten Qualifikation tags zuvor eigentlich ganz ordentlich los. Ihm gelang am Start, was Hamilton dort noch nicht schaffte. Er machte einen Platz gut und schob sich an Pierre Gasly im Red Bull vorbei, nachdem der Sohn des Anfang der Saison verstorbenen Charlie Whiting das Rennen auch unter den Augen von James-Bond-Darsteller Daniel Craig freigegeben hatte. Er und alle anderen bekamen ein Rennen mit der Lizenz zum Mitfiebern geboten. Denn Hamilton machte von der erste Kurve an Druck auf seinen finnischen Stallrivalen Bottas, der sich die Pole mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung gesichert hatte.

«Das ist ein unheimlich wichtiger Grand Prix für ihn», betonte Mercedes-Teamchef Toto Wolff unmittelbar vor dem Start des Hamilton-Heimrennens. Der mittlerweile 34-Jährige wurde im rund 80 Kilometer entfernten Stevenage geboren. In der vierten Runde versuchte es Hamilton, zog auch an Bottas vorbei, die Fans jubelten, der Finne aber schlug zurück und eroberte mit einem weiteren Attackmanöver die Führung zurück. «Es ist mein Plan, der Partycrasher zu sein», hatte Bottas gesagt, ehe er von der Pole gestartet war.

Der Abstand zwischen den Silberpfeilen blieb gering, der kleinste Fehler von Bottas und Hamilton würde vorbeiziehen. Ein Nervenspiel bei 300 Sachen. Dahinter fuhr Leclerc auf seinen eigentlich schnelleren, weil weicheren Reifen mit einem deutlichen Rückstand von über vier Sekunden, es folgten Verstappen, Vettel und Gasly. Bis sich der Franzose beim Deutschen für das Startmanöver revanchierte, dann aber zum Reifenwechsel an die Box kam.

Verstappen fordert Leclerc

Eine Runde später folgten Leclerc und Verstappen, an dessen Red Bull vor dem Start wegen einer kaputten Endplatte noch hektisch geschraubt worden war. Heraus kamen die beiden aus der Box in umgekehrter Reihenfolge, Verstappen, Sieger nach einem spektakulären Manöver gegen Leclerc zwei Wochen vorher auf dem Spielberger Red Bull Ring, vor dem Monegassen. Das Duell der beiden 21-Jährigen ging knallhart weiter, wieder lieferten die potenziellen Champions der Zukunft die grösste Show. Vettel fuhr nur mit. Glück für ihn: Nach einem Dreher ins Kiesbett von Antonio Giovinazzi im Alfa Romeo muss nach 20 Runden das Safety Car auf die Strecke.

Hamilton kam schnell rein zum Reifenwechsel, Bottas hatte das vorher erledigt, Nachteil für den Finnen. Auch Vettel liess neue Gummis aufziehen, ebenso ein weiteres Mal Verstappen. Bedeutete: die drei sollten das Rennen ohne weiteren Stopp beenden können. Auch Leclerc wurde von Ferrari noch mal an die Box beordert, und kam als Sechster zurück. «Wie zur Hölle haben wir den Platz verloren», fragte der Monegasse.

Vettel lag nun plötzlich auf Rang-Zwei-Kurs - mit Verstappen im Grossformat in seinen Rückspiegeln und einem Leclerc mit Wut im Bauch. Als Verstappen dann an Vettel vorbeizog, wollte der gebürtige Heppenheimer kontern. Es endete mit einem wenig weltmeisterlichen Auffahrunfall und dem Tiefpunkt einer bereits bitteren Saison für Vettel - zwei Wochen vor dem Heimrennen auf dem Hockenheimring.

Silverstone. GP von Grossbritannien (52 Runden à 5,891 km/306,198 km): 1. Hamilton (GBR), Mercedes, 1:21:08,452 (226,419 km/h). 2. Bottas (FIN), Mercedes, 24,928 zurück. 3. Leclerc (MON), Ferrari, 30,117. 4. Gasly (FRA), Red Bull, 34,692. 5. Verstappen (NED), Red Bull, 39,458. 6. Sainz (ESP), McLaren, 53,639. 7. Ricciardo (AUS), Renault, 54,401. 8. Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, 65,540. 9. Kwjat (RUS), Toro Rosso, 66,720. 10. Hülkenberg (GER), Renault, 72,733. – Ferner: 16.* Vettel (GER), Ferrari. – * Zuschlag 10 Sekunden (verursachte Kollision mit Verstappen). – Ausfälle: Magnussen (7. Runde/20. Platz): Pedalerie. Grosjean (10./19.): Folgen Kollision mit Magnussen. Giovinazzi (20./17.): Dreher.

Motorsport

(dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nigel M. am 14.07.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder Stäubli

    Herr Stäubli ist anscheinend wieder der Einzige, der nicht weiss, dass wenn beide über die weisse Linie fahren wieder Gleichstand herrscht bzw. das Überholmanöver von Verstappen korrekt war! Er sollte einmal mehr weniger ins Mikro schreien und besser richtig kommentieren. Adieu SRF hallo ORF!

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  • Kimi Fan am 14.07.2019 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz Heppenheim weint

    Tja, man kann lange darüber diskutieren, aber Vettels Karriere bei Ferrari hängt nach der heutigen Vorstellung wohl nicht mal mehr an einem seidenen Faden. Und dass die Scuderi Kimi zu Alpha "umleitete", dürften sie längstens bereut haben.

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  • Tom Minder am 14.07.2019 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbei

    Fahrkurs für die alte Vettel. Der ist durch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • unglaublich am 16.07.2019 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    F1 Statistik Wikipedia: FERRARI vs mercedes. Keine Frage wer hier die grösste und die wichtigste Geschichte der F1 geschrieben hat. Forza FERRARI über alles.

  • Heugümper am 15.07.2019 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trauerspiel

    Was haben Federer und Vettel gemeinsam, sie wissen beide nicht wann genug ist und lassen sich dabei noch zig Millionen auszahlen

    • Experte am 15.07.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heugümper

      Was mich am meisten bei den Übertragungen von RTL nervt, sind die beiden Experten Nico und Christian, letzterer hat bei seinen Formel 1 Rennen nie etwas auf die Reihe gebracht, gleich wie unser Held Surer, die glauben sich noch immer bestens auszukennen, dabei drehten sie noch Runden zu Holzvergaserzeiten

    • rabb am 15.07.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heugümper

      Federer ist und bleit der grösste! und naja... is ein top spieler und hat in einem ausgewogenem match im Final verloren... ps: er hat 3 turniere gewonnen dieses jahr und ist immerno einer der besten spieler! da unterscheiden sich die beiden gewaltig...

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  • justus am 15.07.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das so?

    2018 die WM vergeigt mit fehler und jetzt ist er total von der rolle. Warscheinlich zuviel verdient, hats nicht mehr noetig Leistung zu bringen.

  • Chrigi87 am 15.07.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Das war ein super Rennen, es hat endlich wieder Spass gemacht zu zusehen.

  • unglaublich am 15.07.2019 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Die Strategen bei Ferrari sollten sich einen neuen Job suchen. Starten mit den roten Reifen ? Holen den Leclerc zu spät rein....Boxenstopps im falschen Moment und zudem brauchen sie zu lange um die Räder zu wechseln.

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