GP von Singapur

22. September 2019 15:33; Akt: 23.09.2019 12:29 Print

Vettel triumphiert in der Nacht von Singapur

Sebastian Vettel gewinnt vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc und Max Verstappen, die Mercedes landen neben dem Podest.

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In der Nachthitze von Singapur ist das Glück zu Sebastian Vettel zurückgekehrt. Der zuletzt schwer kritisierte Deutsche verhinderte am Sonntag den Sieg-Hattrick seines Stallrivalen Charles Leclerc und holte sich seinen ersten Formel-1-Triumph seit 392 Tagen. Bei seinem fünften Erfolg auf dem Marina Bay Street Circuit profitierte der 32-Jährige von einer Fehlrechnung der Ferrari-Strategen zum Leidwesen von Leclerc - und vom schweren Fehler der Mercedes-Taktiker. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton schaffte es nur auf Platz vier hinter Red-Bull-Pilot Max Verstappen.

Mit einer selbst fehlerlosen Leistung fuhr Vettel so völlig unverhofft seinen ersten Saisonerfolg ein - sehr zum Ärger seines Teamkollegen Leclerc. Der Monegasse war von der Pole Position gestartet und fuhr nach Spa und Monza dem nächsten Sieg entgegen. Nach dem einzigen Boxenstopp lag Vettel plötzlich vor dem 21-Jährigen, der den Rest des Rennens mit bitteren Vorwürfen an sein Team verbrachte.

Erlösung für Vettel

Hamilton wartet nun seit drei Rennen und drei Ferrari-Siegen nacheinander zwar auf seinen nächsten Sieg. Im Klassement liegt der 34 Jahre alte fünfmalige Champion aber noch immer klar vor der Konkurrenz, Vettel ist Fünfter mit 102 Zählern weniger als der Silberpfeil-Star. Sein Sieg im 235. Rennen seiner Karriere war aber eine Erlösung. Zuletzt hatte Vettel am 26. August 2018 im belgischen Spa-Francorchamps gewonnen.

Nach einem Sieg des viermaligen Champions hatte es zu Beginn noch nicht ausgesehen. 164 Meter Spannung bis zur ersten Kurve, alles ging glatt. Leclerc verteidigte nach dem Erlöschen der Roten Ampeln souverän seine fünfte Pole Position. Vettel versuchte von Position drei aus Hamilton zu attackieren. Der Brite wehrte die Angriffe aber ab. Weiter hinten demolierte sich Nico Hülkenberg auf dem engen Kurs den Wagen und musste nach den ersten fünf Kilometern an die Box, er bekam dabei gleich die härteste Reifenmischung aufgezogen und machte ordentlich Tempo. Der 32-Jährige, der ohne Cockpit fürs kommende Jahr ist, fuhr teilweise über anderthalb Sekunden schneller als die Spitze.

Leclerc stinksauer

«Ich kann nicht noch langsamer», funkte Hamilton genervt an den Kommandostand. Das Problem: Wer zu viel Gas gab, den drohten die Reifen auch schneller im Stich zu lassen. Weil aber alle auf eine Einstopp-Strategie setzten, wollten sie den Reifenwechsel so lange wie möglich hinauszögern. Für Spannung sorgte das Bummeltempo an der Spitze erstmal nicht. Wer würde als erster von den Topfahrern zum Reifenwechseln an der Box vorbeikommen? Vettel war's.

Auf einmal gab auch Hamilton Gas, verkürzte den Rückstand auf Leclerc, der nun auch zum Reifenwechsel rein- und hinter Vettel wieder rauskam. Absicht von Ferrari? Offen. «Was zum Teufel...», fluchte Leclerc, nachdem er von seinem Renningenieur zu hören bekommen hatte, Druck zu machen. Der Sieger der beiden vergangenen Rennen war stinksauer.

Auch dieses Jahr Safety Car

Beide Mercedes blieben noch auf der Strecke. Vorbei war die Bummelei. Ein paar Runden nach Bottas kam auch Hamilton rein und massgeschneidert vom Team zumindest vor seinem finnischen Gehilfen wieder auf den Kurs. Zur Rennhälfte lief alles zugunsten von Vettel, der bei einem Kompromisslos-Manöver den Toro Rosso von Pierre Gasly touchierte, Antonio Giovinazzi von Ferraris Partnerteam Alfa Romeo liess Vettel ohne Gegenwehr vorbeiziehen. In Runde 31 führte der 32 Jahre alte Deutsche das Feld an.

Und dann passierte es: Das Safety Car musste kommen, wie in jedem Jahr seit dem ersten Rennen in Singapur 2008. George Russell war mit seinem Williams in die Streckenmauer gefahren. Vettels Vorsprung auf Leclerc war dahin, der auf Hamilton auf Rang vier liegend ebenfalls. 21 Runden vor Schluss ging es wieder zur Sache, Vettel blieb vorn. Doch er war noch nicht durch. Sergio Pérez sorgte für den nächsten Safety-Car-Einsatz. Vettel blieb wieder cool, Leclerc erzürnte sich noch immer. «Ich mache keine Dummheiten, es war aber nicht fair», funkte er an die Box. Er kam an Vettel diesmal nicht ran, auch nach der dritten Safety-Car-Phase nicht.

Motorsport

(jdz/dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Plankton am 22.09.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lando Norris

    ist schon die ganze Saison stark, geht leider meist total unter. Gebt dem nächstes Jahr nen stärkeren Mclaren!

  • Francesco S. am 22.09.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Russel in die Streckenmauer gefahren?

    Wie wäre es noch zu erwähnen, dass Russel nicht durch einen Fahrfehler in der Mauer landete, sondern vom Crash Pilot Grosjean abgeschossen wurde? Frage mich sowieso warum Haas weiterhin an Grosjean für die nächste Saison hält. Die hätten gescheiter den Hülkenberg genommen und Grosjean in die Wüste geschickt. Grosjean hat praktisch in jedem Rennen Kollisionen und Scharmützel mit anderen. Der gehört wieder mal ein paar Rennen gesperrt, wäre ja nach dem Spa Crash nicht das erste Mal.

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  • sam am 22.09.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    streicht äntlich

    Singapur und Monaco, sind so langweillige Rennen Fahren auf Spahrmodus, voll cool....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Keller am 23.09.2019 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rennen

    Wann endlich verbietett man weltweit alle Fahrzeugrennen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor? Wäre doch schon ein schöner Beitrag zur co2 Einspaarung und würde keinem wehtun.

  • Reto am 23.09.2019 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    peinlicher Leclerc

    Der Leclerc wird zum peinlichen Jammerer. Er hat 2 mikrige GP's gewonnen (den letzten eher fragwürdig), und hat jetzt das Gefühl alles drehe sich nur noch um ihn.

  • Schorsch am 23.09.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Es scheint mir etwas Seltsam

    Wie ist bei Mercedes die Sache mit dem gekühlten Treibstoff ausgegangen? Seltsame Sache, dass gewisse Parallelen zur Sache mit den perforierten Felgen. Als man dies entdeckt hat, war Mercedes Kampfunfähig. Da Gegenagriff ja bekanntlich die beste Abwehr ist, vermutet nun Mercedes gewisse Regelwidrigkeiten bei Ferrari....seeeltsam seltsam. bravo Ferrari, ihr habt es diesen eingebildeten Schumler gezeigt.

  • unglaublich am 23.09.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Hat jemand die schummler Sterne gesehen ?

  • Remo am 23.09.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Vettel hat nur gewonnen weil alle Angst hatten, das er ihnen ins Heck rauscht

    • Dr. Kägi am 23.09.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Remo

      Der Remo aus dem Keller sollte besser wieder dort verschwinden. Die gute Luft bekommt ihm nicht, er fängt an zu Halluzinieren.

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