GP von Montreal

10. Juni 2018 21:53; Akt: 10.06.2018 23:03 Print

Vettel schnappt Hamilton die WM-Führung weg

Der Deutsche zeigt in Montreal eine Gala-Vorstellung und schafft den Start-Ziel-Sieg. Hamilton wird ein schlechtes Qualifying zum Verhängnis.

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Das Bild änderte sich bis zum Schluss des Rennens nicht. Sebastian Vettel führt das Feld beim Start souverän an und lässt auch danach nichts anbrennen. Der Deutsche holt den ersten Sieg für Ferrari in Montreal seit Michael Schuhmacher 2014. Dahinter behauptete Valtteri Bottas den zweiten Platz. Nicht ganz so souverän wie Vettel zwar, aber er behauptete ihn. Bottas wurde vor allem am Start und kurz vor Schluss vom Holländer Max Verstappen stark unter Druck gesetzt. Lewis Hamilton hingegen verlor einen Platz, er startete von Platz vier, wurde nach seinem Boxenstopp vom Australier Daniel Ricciardo überholt. Damit verliert der Brite seine WM-Führung an Vettel, das Duell wurde vor allem in den letzten zwei Runden nochmals spannend, als Hamilton Ricciardo immer näher kam. Der Australier im Red Bull sicherte sich den vierten Platz schlussendlich. Für das Highlight aus Schweizer Sicht sorgte einmal mehr der Monegasse Charles Leclerc, der einen tollen Start zeigte und sich danach lange gegen Altmeister Fernando Alonso zu behaupten wusste. Später fiel der Spanier wegen einem Defekt aus, Leclerc holte seinen zehnten Punkt in dieser Saison. Teamkollege Ericsson enttäuschte dafür erneut und fuhr nur auf Platz 15. Den Aufreger des Rennens lieferte Lance Stroll bereits in der ersten Runde. Er verlor die Kontrolle über sein Auto, schnitt darum Brendon Hartley so den Weg ab, dass dieser in die Mauer prallte, über die Strecke flog und Stroll gleich mitnahm. Das Rennen war somit für beide zu Ende.

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Auch für die an Höchstgeschwindigkeiten gewöhnten Formel-1-Fahrer geht es nicht immer in zügigem Tempo voran. Auch sie haben damit zu leben, dass die Umsetzung von Vorgaben und persönlichen Zielen ab und zu etwas mehr Zeit beansprucht. Als Angestellter von Ferrari hat Sebastian Vettel diese Erfahrung in den vergangenen drei Jahren machen müssen. Aus dem angestrebten WM-Titel ist bisher nichts geworden. An den Fahrern von Mercedes führte kein Weg vorbei.

Das Warten aufs Jubiläum

Eine Geduldsprobe hat Vettel auch in dieser Saison schon hinter sich. Nach den Siegen in den ersten zwei Grands Prix in Australien und in Bahrain, den Nummern 48 und 49, schien das Jubiläum zum Greifen nah. Doch die ersten vier Möglichkeiten, die «50» perfekt zu machen, liess der Deutsche in China, Aserbeidschan, Spanien und Monaco ungenutzt. Neun Wochen waren mittlerweile ins Land gezogen - eine Ewigkeit für einen wie Vettel, der nichts mehr «hasst als zu verlieren», wie er selber zugibt.

Am Sonntag wars endlich soweit. Vettel stand wieder ganz oben. Das Jubiläum war unter Dach und Fach. Dass es in Montreal klappte, war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Auch auf dem Circuit Gilles Villeneuve lief es Vettel vorerst nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Am Freitagnachmittag war er wegen Anpassungen am Auto während eines grossen Teils der für die Vorbereitung für Qualifying und Rennen zur Verfügung stehenden Zeit zum Nichtstun gezwungen gewesen. Er selber fand, wie er den ersten Tag des Rennwochenendes in Kanada zusammenfasste, auf den wenigen Runden den Rhythmus nie richtig.

Der Aufreger des Rennens: Stroll und Hartley crashen in der ersten Runde ineinander. Quelle: Twitter

Wiederum war also Geduld gefragt und waren Vettel und seine Mitstreiter gefordert, die Ruhe zu bewahren. Aber Hektik ist ein schlechter Ratgeber, wenn es darum geht, Lösungen zur Verbesserung der Performance zu finden. Bei Ferrari fanden sie die Lösungen. Am Samstag lief es Vettel wie geschmiert, am Sonntag nutzte er die optimale Ausgangslage zum zweiten Sieg in Montreal nach jenem vor fünf Jahren.

Ein souveräner Sieg

Vettel tat dies auf souveräne Art. Er hatte vom ersten Meter an alles unter Kontrolle, schlug eine Pace an, der keiner seiner Konkurrenten folgen konnte, und hielt so seinen ersten Verfolger, den Finnen Valtteri Bottas im Mercedes, stets sicher auf Distanz. Dritter wurde der zuletzt viel gescholtene Niederländer Max Verstappen im Red Bull. Dass das Rennen derart zu einer Veranstaltung der langweiligeren Sorte verkam, konnte Vettel egal sein.

Lewis Hamilton, der die letzten drei Grands Prix und insgesamt schon sechs Mal auf dem Circuit Gilles Villeneuve gewonnen hat, musste sich hinter Verstappens Teamgefährte Daniel Ricciardo mit Platz 5 bescheiden. Dies reichte nicht, um die Führung im WM-Klassement zu verteidigen. Vettel hat nunmehr einen Punkt mehr auf dem Konto als der Engländer.

Weiterer WM-Punkt für Leclerc

Was Geduld heisst, wissen sie auch in der Equipe Alfa Romeo Sauber. Sie dürfen nach zwei Saisons im Niemandsland aber konstatieren, dass die Zukunft wieder rosiger aussieht. In Montreal lieferte Charles Leclerc sein bereits drittes zählbares Ergebnis ab.

Der talentierte Monegasse, der in Aserbeidschan als Sechster überrascht hatte, wurde wie in Spanien Zehnter. Marcus Ericsson kam mit der Strecke auf der Insel Notre-Dame weit weniger gut zurecht. Der Schwede musste sich mit zwei Runden Rückstand mit Rang 15 bescheiden.

Montreal. Grand Prix von Kanada: 1. Sebastian Vettel (GER), Ferrari. 2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 6,496 zurück. 3. Max Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 7,702. 4. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 19,625. 5. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 21,408. 6. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 27,308. 7. eine Runde zurück: Nico Hülkenberg (GER), Renault. 8. Carlos Sainz (ESP), Renault. 9. Esteban Ocon (FRA), Force India-Mercedes. 10. Charles Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. Ferner, zwei Runden zurück: 15. Marcus Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. - 20 Fahrer gestartet, 17 klassiert.

WM-Stand (7/21): 1. Vettel 121. 2. Hamilton 120. 3. Bottas 86. 4. Ricciardo 84. 5. Räikkönen 68. 6. Verstappen 50. 7. Alonso 32. 8. Hülkenberg 32. 9. Sainz 24. 10. Magnussen 19. 11. Gasly 18. 12. Perez 17. 13. Ocon 11. 14. Leclerc 10. 15. Vandoorne 8. 16. Stroll 4. 17. Ericsson 2. 18. Hartley 1. - Teams: 1. Mercedes 206. 2. Ferrari 189. 3. Red Bull-Renault 134. 4. Renault 56. 5. McLaren-Renault 40. 6. Force India-Mercedes 28. 7. Toro Rosso-Honda 19. 8. Haas-Ferrari 19. 9. Alfa Romeo Sauber-Ferrari 12. 10. Williams-Mercedes 4.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Senna am 10.06.2018 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Hilft Ericsson auch ein bisschen oder ist er zu frieden mit den letzten plätzen?? Würde mal ein Fahrerwechsel in betracht ziehen. Leclair fährt ihm ja nur um die Ohren

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  • Raffa am 10.06.2018 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Gib nie einem Model die Zielflagge. Peinlich!!

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  • R.Z. am 10.06.2018 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ehemaliger Fan

    Jetzt mal ganz ehrlich...viel langweiliger gehts ja wohl nicht, oder?? Was ist nur aus der guten alten F1 geworden?!?!? Millionenteure Autos, Fahrer die zich Millionen verdienen im Jahr und was wird uns geboten??!! Autos die von Anfang bis Ende schön in der gleichen Reihenfolge hinter einander her fahren!! Diese Rennserie wurde offiziell zu Grunde gerichtet!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz am 11.06.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Chequered flag

    Naja, dass das Model nich weiss, wann die Flagge zu schwenken ist, ist kein Wunder. Passt denn niemand auf sie auf und sagt Ihr, wann sie schwenken muss? Das ist nicht nur für das Model peinlich.

  • Phil Krill am 11.06.2018 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... und in Zürich ?

    ... und wer hat dad Formel E in Zürich gewonnen? ...

  • Herr Paternoster Live i de Chnlle am 11.06.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    ja henau

    Herr Vettel hat es mit der Fahnen Lady verbockt vermutlich doch

  • Thana am 11.06.2018 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    F1 - Einst und jetzt

    Es war einmal mein Traum Automechanikerin zu werden und in einem F1-Team zu arbeiten. Damals gab es diesen Beruf jedoch für Frauen nicht. :-( Das Rennfieber von damals ist leider verschwunden. Fast eintönig ziehen die Boliden ihre Runden. Nebst dem fahrerischen Können entscheidet heute hauptsächlich das Auf-(s)rüsten der Fahrzeuge. Einzig in der Tatsache, dass für die Sicherheit der Fahrer sehr viel getan wurde sehe ich einen entscheidenden Fortschritt.

  • unglaublich am 11.06.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Michael Schumacher war bzw. ist nach wie vor der Beste F1 Fahrer aller Zeiten! Das sagen die Zahlen! 7 WM Titel ! Um nicht die anderen Zahlen zu nennen. Übrigens Ferrari ist schon eine Ewigkeit in der F1 dabei. Die anderen kommen und gehen...so wie BMW auch.

    • Herr Paternoster Live us de Chnelle am 11.06.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      ja henau

      der bester Rennfahrer aller Zeiten war bestimmt Herr Joe Siffert vermutlich doch und nicht Herrr Schuhmacker

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