Grosse Leidenschaft

07. Februar 2011 14:07; Akt: 07.02.2011 14:28 Print

Warum Formel-1-Piloten gerne Rallye fahren

Trotz aller Gefahren sind Formel-1-Fahrer vom Rallye-Sport fasziniert. Auch Robert Kubica. «Man weiss nie, was passieren wird», schwärmte der Pole vor seinem Unfall.

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«Was ich am Rallye-Fahren so liebe, ist, dass man immer ein Fragezeichen vor Augen hat: Wenn man die Kurven anfährt, weiss man nie, was passieren wird. Ich mag zusätzliche Herausforderungen.» So beschrieb Robert Kubica seine Vorliebe für den Rallye-Sport vor seinem fatalen Unfall am vergangenen Sonntag in der Nähe von Genua.

In der Formel 1 könne er zu 80 oder 90 Prozent vorhersagen, was auf jeder Runde passieren wird. «Bei Rallyes kann man nichts vorhersagen», führte Kubica damals gegenüber «motorsport-magazin.com» aus. «Man fährt in die Kurve und denkt sich: Was passiert jetzt? Das gefällt mir am besten.» Der Gefahren war sich der Pole bewusst, doch der Wunsch nach dem Adrenalin-Kick war stets höher als die Angst sich zu verletzen.

Formel-1-Piloten auf Abwegen

Mit seiner Faszination für den Rallye-Sport ist Kubica nicht alleine im Formel-1-Fahrerlager. Kimi Räikkönen, Heikki Kovalainen oder Sebastian Vettel - sie alle lieben die Abwechslung, die das Rasen durch den Schnee, Matsch und Eis bietet. Räikkönen wechselte nach seinem Rücktritt aus der Formel 1 gar in die Rallye-Weltmeisterschaft, wo er aber mehr mit seinen Crashs als mit Spitzenleistungen für Aufsehen sorgte.

Nicht nur Rallye bringt den Geschwindigkeits-Junkies aus der Formel 1 den zusätzlichen Tempo-Rausch. Michael Schumacher versuchte sich vor seinem Comeback auf dem Motorrad, zog sich bei zahlreichen Stürzen aber immer wieder leichtere Verletzungen zu. Auch er wollte jedoch nicht auf sein risikoreiches Hobby verzichten.

Renault-Teamchef: «Rallye gibt ihm einen Ausgleich»

Am Sonntag lernte nun Robert Kubica die Schattenseite des Rallye-Sports kennen: Bei seinem Unfall verletzte sich der ehemalige Sauber-Pilot schwer. Neben zahlreichen Brüchen im rechten Arm und Oberschenkel zog sich der 26-Jährige innere Verletzungen zu. Ausserdem musste seine vollkommen zertrümmerte, rechte Hand in einer siebenstündigen Operation vor einer Amputation bewahrt werden. Kubicas Rennfahrer-Karriere hängt nach dem schweren Crash an einem seidenen Faden.

Lotus-Renault-Teamchef Eric Boullier verteidigte die Rallye-Einsätze des Polen stets. «Robert darf Rallye fahren, weil es ihm am Herzen liegt. Für ihn ist der Rallye-Sport wichtig, er gibt ihm einen Ausgleich», so der Franzose. Zwischen dem Renault-Piloten und dem Rennstall gab es offenbar eine Absprache, dass Kubica Rallye fahren darf. «Wir kennen alle die Risiken sehr gut», betonte er. «Aber wir wollen auch keine Roboter oder Konzernfahrer.»

(pre)

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