Spur nach Zürich

07. Juli 2014 13:36; Akt: 07.07.2014 22:03 Print

Wurde Schumis Akte bei der Rega gestohlen?

Vor Michael Schumachers Verlegung nach Lausanne wurde seine Krankenakte gestohlen. Ermittlungen führen nach Zürich. Brisant: Die Rega war im Besitz des Dossiers.

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Am 9. September 2014 wurde bekannt, dass Michael Schumacher zur Reha vom Spital nach Hause darf. Am 5. August ist ein Mitarbeiter der Rega wegen dringendem Tatverdacht, die Schumacher-Akte weitergegeben zu haben, verhaftet worden. Einen Tag später fand man ihn erhängt in seiner Zelle. Ein Arztbericht über Schumacher wurde gestohlen - obwohl er offenbar unter einem Decknamen im Verzeichnis abgelegt war. Die Behörden ermitteln. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer wurde von Grenoble ins Universitätsspital Lausanne CHUV verlegt, wie Schumachers Managerin Sabine Kehm mitteilte. Corinna Schumacher will, dass ihr Mann in ihrer Villa am Genfersee medizinisch versorgt wird. Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg ist beim Rennen in Melbourne auch bei Michael Schumacher - die Seite seines Mercedes ziert «#KeepFightingMichael». Schumis früherer Formel-1-Kollege Philippe Streiff kritisiert, dass der Felsabschnitt, wo Schumacher verunfallte, nicht abgesperrt war. Ferrari-Fans aus aller Welt pilgerten an Schumachers 45. Geburtstag am 3. Januar 2014 zum Spital in Grenoble. Sie gratulierten ihrem Idol und spendeten still Kraft. Auch Flaggen durften nicht fehlen. Die Familie bedankte sich am 2. Januar auf Schumis Website für die grosse Anteilnahme. Bruder Ralf (links) und Vater Rolf Schumacher betreten das Spital. Das Spital in Grenoble, in dem Michael Schumacher im Koma liegt, wird von zahlreichen Journalisten aus der ganzen Welt belagert. Angeblich wurden wichtige Arbeitsabläufe im Spital behindert, weshalb die Medien am 2. Januar vom Gelände verbannt wurden. Am 1. Januar traf Jean Todt (links), Präsident des Automobil-Weltverbands FIA und ehemaliger Teamchef von Ferrari, in Grenoble ein. Rolf Schumacher (M.) vor der Uniklinik in Grenoble, wo sein Sohn schwer verletzt auf der Intensivstation liegt. Vater Rolf und Bruder Ralf Schumacher. Schumacher-Fans zeigen ihre Unterstützung vor dem Spital von Grenoble, drapieren Ferrari-Flaggen. Die Uniklinik in Grenoble: Hier liegt Michael Schumacher auf der Intensivstation, nachdem er bei einem Skiunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Die französischen Professoren Jean-François Payen (l.) und Emmanuel Gay (r.) informieren gemeinsam mit Professor Gérard Saillant an der zweiten Medienkonferenz zu Schumachers Zustand am 31. Dezember 2013. Die Klinikdirektorin Jacqueline Hubert gibt an der Medienkonferenz Auskunft. Das internationale Interesse am Gesundheitszustand des Formel-1-Stars ist riesig. Ein Mann wirft eine Nachricht in den Briefkasten des Schumacher-Anwesens in Gland VD. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister erhält Genesungswünsche aus aller Welt. Ein Helikopter vor dem Spital in Grenoble. Hier befindet sich Michael Schumacher nach einem Skiunfall in den französischen Alpen. (29. Dezember 2013) Hätte er keinen Helm getragen, wäre Schumacher jetzt mit Sicherheit nicht mehr am Leben, meinen die Ärzte an der ersten Pressekonferenz am 30. Dezember. Sein Zustand sei kritisch, man wage keine Prognose. Schumacher hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Spital-Direktor Jean-Marc Grenier spricht vor den Medien. Vor dem Spital haben sich Schumi-Fans versammelt. Sie sind in Gedanken bei ihrem Idol. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister gilt als passionierter Skifahrer. In Madonna di Campiglio ist sogar eine Piste nach ihm benannt.

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Seit Tagen fahndet die Polizei nach dem Dieb, der die Krankenakte von Michael Schumacher gestohlen hat. Jetzt haben die Ermittler eine heisse Spur: Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein «grosses Schweizer Helikopter-Unternehmen», berichtet die französische Zeitung «Dauphiné Libéré». Ein Firmenname wurde nicht genannt.

Die Zeitung hat die IP-Adresse des Computers, von dem die Akten für 60'000 Franken zum Verkauf angeboten wurden, ausfindig gemacht. Das verwendete Gerät befindet sich offenbar im Unternehmen in Zürich.

Das Unternehmen wurde vor der Verlegung von Michael Schumacher informiert. Eine Version des Datensatzes wurde dann per Mail an das Helikopterunternehmen gesendet. Dabei ging es um die medizinische Ausstattung der Maschine, schreibt die französische Zeitung weiter.

Rega hatte den medizinischen Bericht

Die Staatsanwaltschaft in Grenoble (Fr) bestätigte am Montag diese Fakten. Ob auch der Dieb selbst gefasst wurde, blieb zunächst unklar. Weil das Helikopter-Unternehmen im Kanton Zürich seinen Sitz hat, müsste der Fall theoretisch bei der Zürcher Staatsanwaltschaft landen. Dort weiss man zum jetzigen Zeitpunkt aber von nichts. Man habe bis jetzt weder einen Fall noch ein Rechtshilfegesuch aus Frankreich erhalten, hiess es auf Anfrage.

Ein Unternehmen, das über das Dossier von Michael Schumacher verfügte, ist die Rettungsflugwacht Rega mit Sitz am Flughafen Zürich. Rega-Sprecher Philipp Keller sagt zu 20 Minuten: «Die Rega hat im Zusammenhang mit der Verlegung des Patienten von Grenoble nach Lausanne medizinische Abklärungen getroffen und den Transport per Ambulanz organisiert. Im Rahmen dieser Abklärungen wurde der Rega vom Spital in Grenoble ein medizinischer Bericht zur Verfügung gestellt.»

«Arzt- und Patientengeheimnis gewahrt»

Dass den Medien anscheinend medizinische Daten zum Kauf angeboten wurden, habe die Rega aus den Medien erfahren. Die Rega sei in dieser Sache nicht von Untersuchungsbehörden kontaktiert worden und habe keine Kenntnisse von laufenden Untersuchungen. Keller betont: «Nach heutigem Informationsstand gehen wir davon aus, dass das Arzt- und Patientengeheimnis gewahrt wurde.»

Ob neben der Rega auch weitere Zürcher Helikopterunternehmen in Abklärungen zu Schumachers Verlegung involviert waren und dazu die Krankenakte von Schumacher erhalten haben, ist unklar. Die auf Ambulanzflüge spezialisierte AAA Alpine Air Ambulance AG, die ihren Sitz ebenfalls am Zürcher Flughafen hat und unter anderem die Ambulanzflüge des TCS durchführt, teilte 20 Minuten mit, man sei nie für den Transport von Michael Schumacher angefragt worden.

Schumacher war Ende Dezember im französischen Skigebiet Méribel bei einem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt. Er erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und lag wochenlang im Koma. Am 16. Juni wurde er, bereits aus dem Koma erwacht, unter grösster Diskretion von Grenoble zur Reha nach Lausanne gebracht.

(woz/lüs/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 07.07.2014 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das gängige Praxis?

    Falls es keine Abkommen oder Datenschutzrichtlinien in solchen Fällen gibt, dass Spitäler so mit Transportunternehmen kommunizieren, dann hat das Spital schon grob fahrlässig gehandelt indem Daten von Patienten einfach via Mail verschickt werden.

  • H.peter am 07.07.2014 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na klar!

    Jemand muss es ja sein... Es ist rufschädigend einfach mal die Heli Firma öffentlich zu verdächtigen... So viele unternehmen gibt es nun auch wieder nicht oder? interessiert es noch jemanden? Ist diese Krankenakte so interessant? Hebt sie sich von den anderen ab? Schlussendlich ist auch Schumi nur ein Mensch!!

    einklappen einklappen
  • Nicht Allwissend am 07.07.2014 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Spanend, wie in unserem Volk jeder bei allen Fragen kompetent Bescheid weiss! Oder wie soll ein med. Transport seriös durchgeführt werden, wenn keine Informationen über Zustand und benötigtes Equipment vorliegen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • K. Apitalist am 07.07.2014 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Money,Money!

    Geld regiert die Welt. Leider!

  • BigBen am 07.07.2014 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skrupelose Schweizer

    Typisch Mensch, wenn er Kohle richt wird er skrupellos. Vielen Schweizern ist der Anstand abhanden gekommen!

  • Maloney am 07.07.2014 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichte ist doch erfunden

    Was will bloss einer mit einer solchen Krankenakte? Ist wie mit einem teuren Gemälde, das nutzt gestohlen auch nichts!

  • Herr am 07.07.2014 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unter der Gürtellinie

    Diese Action ist unter der Gürtellinie!! So etwas macht man NICHT!!!

  • leserin am 07.07.2014 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    nein

    das würde ich der seriösen rega nie zutrauen, ich wäre sehr erstaunt wenn dem so wäre...

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