Michael Schumacher

31. Januar 2014 12:48; Akt: 31.01.2014 19:09 Print

Zu hoher Hirndruck bedeutete erneutes Koma

Die Aufwachphase von Michael Schumacher ist eingeleitet worden. Die Ärzte führen zahlreiche Reflex-Tests durch. Bei zu hohem Hirndruck versetzen sie Schumi zurück in den Schlaf.

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Nach einem Monat bangen Wartens durften Michael Schumachers Familie und Fans gestern ein erstes Mal aufatmen. Das Narkosemittel werde reduziert, auf dass der Aufwachprozess beginnen könne, bestätigte Schumis Managerin Sabine Kehm Berichte, die schon seit Anfang Woche vermeldeten, Michael Schumacher werde aus dem künstlichen Koma geholt. Gemäss der Zeitung «L'Equipe» hat der 45-Jährige sogar kurz mit den Augen geblinzelt.

Seit Beginn der Langzeitnarkose erhält Schumacher regelmässig Physiotherapie, um Muskeln und Gelenke beweglich zu halten. Während der Aufwachphase führen die Ärzte nun verschiedenste Reflex-Test durch. «Wenn der Patient aufwacht, testen Ärzte seine Reflexe, um zu prüfen, ob die Nervenleitung ins Gehirn und zurück in den Muskel funktioniert», sagt Professor Heinzpeter Moecke, Leiter des Institutes für Notfallmedizin der Asklepios Klinik Hamburg, in der Bild-Zeitung vom Freitag.

Um etwa den Lidreflex zu testen, halte man ein Wattestäbchen an die Wimpern und schaue, ob sich das Auge schliesst. Die Nerven würden im besten Fall die Information «etwas stört das Auge» ans Hirn weiterleiten und dieses dann dem Lidmuskel signalisieren, er solle schliessen, erklärt Moecke weiter. «Wenn diese Reflexe funktionieren, kann der Arzt weitere neurologische Tests durchführen.»

Nach einem Monat im künstlichen Koma braucht es für den Aufwachprozess nun viel Geduld — sicher einige Tage, möglicherweise sogar Wochen. «In dieser Phase wird der Druck im Gehirn ständig kontrolliert. Sollte er zu hoch werden, versetzt man den Patienten wieder in den Schlaf und probiert es nach einigen Tagen erneut», sagt Claus Wallesch, ärztlicher Direktor der neurologischen Rehaklinik in Elzach und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation zur «Süddeutschen Zeitung».

Weitere Zwischenschritte werde sie nicht kommentieren, sagte Managerin Kehm. Sie bat um Respekt für die Privatsphäre der Familie, bedankte sich aber erneut für die grosse Anteilnahme.

Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher hatte sich bei einem Skiunfall am 29. Dezember in Méribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Er liegt seit dem Sturz im Universitätsspital von Grenoble.

(kko/sda)

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