Fabian Cancellara

11. Juni 2011 20:50; Akt: 11.06.2011 21:48 Print

«Jedem ein Bier ausgeben geht nicht»

von Herbie Egli - Fabian Cancellara bleibt im Zeitfahren das Mass aller Dinge. Der Prologsieg an der Tour de Suisse in Lugano bedeutet dem Berner sehr viel.

Fabian Cancellara bedeutet der Sieg in Lugano mehr als in anderen Jahren. (Video: 20 Minuten Online)
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Ein Etappensieg bringt nicht nur Würde, sondern auch Bürde. Siegerehrung als Etappensieger, Siegerehrung als Gesamtleader und nebenbei auch noch eine Siegerehrung der Cancellara Challenge, einem Rennen für Hobby-«Gümmeler», das am Morgen auf der gleichen Strecke stattfand. Danach musste Fabian Cancellara als Tagessieger und Gesamtleader auch noch die Dopingprobe über sich ergehen lassen und anschliessend den Medien im Pressezentrum Red und Antwort stehen.

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«Ich bin mega happy. Speziell happy, weil die Nervosität heute grösser war als in anderen Jahren. Es waren doppelt so viele Leute hier wie letztes Jahr», fasste Cancellara den Renntag zusammen. Die kurzen Kettenprobleme am Anfang des Zeitfahrens waren gemäss dem 30-jährige Berner auf die automatische Schaltung an seinem High-Tech-Rad zurückzuführen. Sie brachten ihn aber nicht aus der Ruhe. «Schlussendlich habe ich einfach mein Ding durchgezogen und es hat gereicht.» Bei der Abfahrt, die Cancellara mit 80 km/h zurücklegte, stockte vielen der Atem zum zweiten Mal. Seine Frau Stefanie, die ihm Teamauto hinterher fuhr, konnte sogar nicht mehr hinsehen. «Sie schloss kurz ihre Augen», verriet der Berner Zeitfahr-Weltmeister.

«Jedem ein Bier ausgeben geht nicht»

Cancellara geniesst seinen total 9. Etappensieg an einer Tour de Suisse mit den Teamkollegen sicher. Über die Stränge geschlagen wird aber nicht. «Wenn ich jedem ein Bier ausgebe und morgen fahren wir gemütlich hoch, das geht nicht. Die Tour beginnt erst morgen und wird noch lange gehen. Vor allem die ersten Tage sind sehr streng», sagt der Prologsieger. Eine Taktik für die 2. Etappe von Airolo über den Nufenenpass und hoch nach Crans-Montana hat Cancellara am Samstagabend noch nicht festgelegt. «Es gibt viele Fahrer, die heute schon gut fuhren und die werden sicher auch morgen schnell fahren. Es liegt sicher nicht nur an unserem Team Leopard-Trek, das Rennen zu machen.»

Cancellara selbst rechnet nicht damit, dass er am Sonntagabend im Wallis das Goldtrikot wieder überstreifen kann. Er hofft aber, dass es in der Mannschaft bleibt. «Wenn das Wetter mitmacht und alles stimmt, bleibt das Trikot vielleicht in unserem Team. Zuerst schauen wir, wie das Rennen läuft.» Den Start in Airolo geniesst der Berner aber bestimmt und auf seine eigene Art. «Wieder in Gelb loszufahren aus dem Tessin in die schönen Berge der Schweiz ist ein Superauftakt. 30 km den Nufenen hoch, los, peng.»