SM-Meisterschaft

26. Juni 2011 17:42; Akt: 26.06.2011 17:54 Print

Cancellara sichert sich Gold im Spurt

In Kirchdorf BE wird Fabian Cancellara zum zweiten Mal nach 2009 Schweizer Strassenmeister. Der Berner schlägt nach 176 km den Walliser Steve Morabito im Spurt.

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Die Karriere des Fabian Cancellara wurde in den Jahren 1998 und 1999 so richtig lanciert. Der Berner wurde Junioren-Zeitfahrweltmeister. Cancellara empfahl sich damit für einen Profivertrag. Er sicherte sich 1999 den Rad-Weltcup der Junioren. In seinen beiden ersten Profijahren (2001-2002) fuhr Cancellara für das Team Mapei. Bereits in seinem Debutjahr konnte er den Prolog und die Gesamtwertung der Rhodos-Rundfahrt gewinnen. Der engültige Durchbruch gelang ihm aber erst bei Fassa Bortolo 2003, als er im ersten Jahr gleich den Prolog bei der Tour de Romandie... ... und auch bei der Tour de Suisse für sich entscheiden konnte. Bei seiner ersten Tour-de-France-Teilnahme 2004 konnte sich Fabian Cancellara ebenfalls gleich in Szene setzen. Der Berner triumphierte im Zeitfahren und durfte sich für einen Tag das gelbe Trikot überstreifen. Bei den Olympischen Spielen von Athen 2004 zählte Cancellara im Zeitfahren zum erweiterten Favoritenkreis. Die Schweizer Medaillenhoffnung ging aber leer aus. Cancellara zeigte vor allem in Eintagesrennen, das immer mit ihm zu rechnen ist. So auch bei seinem Etappensieg 2005 bei Paris-Nizza. Im Herbst desselben Jahres sicherte sich Cancellara seinen zweiten Schweizer Meistertitel im Zeitfahren. Wenige Tage später fuhr er bei der WM gar aufs Podest und holte die Bronzemedaille. Auf die Saison 2006 wechselte Cancellara zum Team CSC von Bjarne Rijs. Gleich in seiner ersten Saison bei CSC gelang Cancellara sein bislang grösster Coup. Der Berner gewann mit Paris-Roubaix das berühmteste Eintagesrennen des Radsports. Mit seinem ersten Weltmeistertitel im Zeitfahren krönte Cancellara eine äusserst erfolgreiche Saison. Bei der Tour de France 2007 wiederholte Cancellara seinen Prolog-Sieg von 2004. Cancellara sicherte sich in der ersten Woche einen weiteren Etappensieg und fuhr insgesamt sieben Tage in Gelb. Im Herbst verteidigte Cancellara seinen Weltmeistertitel im Zeitfahren. Wieder endete eine Saison ganz nach dem Geschmack des Berners. Das Jahr 2008 begann für Fabian Cancellara mit einem Paukenschlag. Zunächst triumphierte er beim Tirreno-Adriatico ... ... und nur wenige Tage später entschied Cancellara auch den Klassiker Mailand-San Remo für sich. Bei seinem grossen Saisonhöhepunkt Paris-Roubaix, auch die Hölle des Nordens genannt, musste sich Cancellara aber Tom Boonen geschlagen geben. Bei der Tour de France hielt sich Cancellara meist im Hintergrund, leistete aber immer wieder Helferdienste für seinen Mannschaftskollegen und späteren Sieger Carlos Sastre. Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking trumpfte Fabian Cancellara ganz gross auf. Im Strassenrennen holte er Bronze. Später wurde es Silber, weil der Italiener Davide Rebellin des Dopings überführt wurde. Im Zeifahren vier Tage später wurde er seiner Favoritenrolle ganz gerecht: Gold für Fabian Cancellara. Cancellara war neben Federer/Wawrinka für die einzige Goldmedaille zuständig. Der Medienrummel um den Radsportler war riesig. Wieder zu Hause, hatte Cancellara Mühe das Erlebte zu verarbeiten. Er fiel in ein emotionales Tief und hatte ausserdem mit Doping-Anschuldigungen zu kämpfen. Im Dezember wurde Cancellara dann zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Er setzte sich unter anderem auch gegen US-Open-Sieger Roger Federer durch. Die Saison 2009 begann nicht wunschgemäss. Nach seinem Prolog-Sieg musste Cancellara die Kalifornien-Rundfahrt wegen einer Grippe aufgeben. Etwas später machten ihm dann auch noch Schulterprobleme zu schaffen. April 2009: Bei seinem Comeback an der Flandern-Rundfahrt war Cancellara zu Fuss unterwegs. Seine Kette war im dümmsten Moment kaputt gegangen. Im Juni 2009 gewann Fabian Cancellara zum ersten Mal in seiner Karriere eine wichtige Rundfahrt. Bei der Tour de Suisse überzeugte er vor allem im Zeitfahren und überraschend auch in den Bergen. Wenige Tage nach seinem Triumph bei der Tour de Suisse bestätigte Cancellara seine Form und wurde zum ersten Mal Schweizer Meister im Strassenrennen. Auch an der Tour de France ritt Cancellara weiter auf der Erfolgswelle. Der Zeitfahrspezialist gewann den Prolog und musste das Leadertrikot erst in den Bergen wieder abgeben. An der Vuelta durfte Fabian Cancellara bereits ins dritte Leadertrikot schlüpfen. Wieder gewann er bei der Spanien-Rundfahrt den Prolog und auch das erste Einzelzeitfahren. An der Heim-WM in Mendrisio holte Fabian Cancellara im Zeitfahren überlegen und bereits zum dritten Mal den Titel. Im Frühjahr 2010 gelang Cancellara ein weiteres Husarenstück. Der Berner gewann zum ersten Mal die Flandern-Rundfahrt. Eine Woche später doppelte Cancellara mit seinem zweiten Sieg bei Paris - Roubaix nach. Er holte damit als erst zweiter Schweizer das Double. 87 Jahre nach Heiri Suter. Bei der Tour de France 2010 gewann der Berner erneut den Prolog und trug zu Beginn während einiger Tage das Maillot Jaune. Im Herbst läuft Cancellara noch einmal zu Hochform auf. Nachdem er zuerst auf die WM verzichten wollte, gewinnt er in Australien seinen vierten WM-Titel im Zeitfahren. Als zweiter Schweizer wird Cancellara im Oktober mit dem «Velo d'Or», dem goldenen Velo für den besten Fahrer des Jahres geehrt. Der einzige Grosserfolg im Jahre 2011 ist der Gewinn der WM-Bronzemedaille im Zeitfahren. Cancellara stürzt am 1. April 2012 bei der Flandern-Rundfahrt schwer. Er zieht sich einen dreifachen Schlüsselbeinbruch zu und fällt mehrere Wochen aus. An der Tour de France 2012 ist der Schweizer wieder fit. Mit dem Sieg im Prolog holt er sich das «Maillot jaune», welches er insgesamt sieben Tage tragen darf. Die Tour bricht er vorzeitig ab, um bei der Geburt seines zweiten Kindes dabei sein zu können. Beim olympischen Strassenrennen 2012 in London stürzt Cancellara rund 15 Kilometer vor dem Ziel als Leader. Die Chancen auf Gold wären hervorragend gestanden. Er verletzt sich dabei erneut am Schlüsselbein. Trotzdem startet der Berner vier Tage später zum olympischen Zeitfahren. Die angestrebte Titelverteidigung scheitert allerdings deutlich. Cancellara wird Siebter und windet sich im Ziel vor Schmerzen. Der Schweizer beendet daraufhin seine Saison. Auch an der WM im Herbst geht Cancellara nicht an den Start. Nach einem mässigen Saisonstart 2013 kommt Cancellara auf die Klassiker-Saison in Form. Beim E3 Harelbeke in Flandern fährt der Berner seinen ersten Saisonsieg ein. Mit seinem Angriff 17 Kilometer vor dem Ziel gewinnt Fabian Cancellara 2013 die Flandernrundfahrt zum zweiten Mal in seiner Karriere. Cancellara triumphiert nur eine Woche später zum dritten Mal in seiner Karriere bei Paris-Roubaix. Er ist nach Tom Boonen erst der zweite Fahrer, der im gleichen Jahr zum zweiten Mal die Flandernrundfahrt und Paris-Roubaix für sich entscheiden kann. 1. Juli 2013: Fabian Cancellara unterschreibt einen lukrativen Vertrag über drei Saison beim Team Trek. Im WM-Zeitfahren in Florenz muss sich Cancellara mit der Bronze-Medaille zufriedengeben. Tony Martin und Bradley Wiggins waren an diesem Tag einfach stärker. Im WM-Strassenrennen musste sich der Berner gar mit Rang 10 begnügen. Cancellara gewinnt am 6. April 2014 zum dritten Mal die Flandern-Rundfahrt. Damit gehört er zu den Rekordsiegern des Frühjahrs-Klassikers. Die Saison 2015 ist für Cancellara eine schwierige. Am 27. März stürzt er beim E3 Harelbeke und bricht sich zwei Wirbel im unteren Rückenbereich. Eine Operation ist nicht notwendig, die grossen Frühjahrsklassiker finden jedoch ohne den Berner statt. Erfolgreicher zeigt sich Spartacus bei der Tour de France. Nach dem verpassten Prologsieg im Zeitfahren fährt Cancellara einen Tag später ins Maillot jaune. Er sichert sich das Leadertrikot dank einer Zeitbonifikation, die er als Etappendritter bekommt. Cancellaras Fahrt in Gelb, die insgesamt 29. an der Grande Boucle, endet wiederum nur einen Tag später. Bei der 3. Etappe ist er in einen Massensturz verwickelt. Er bricht sich zwei Lendenwirbel und muss die Tour aufgeben. Im Frühjahr 2016 erfreut sich Cancellara einer guten Frühform. Er feierte vier Erfolge, darunter den dritten persönlichen bei Strade Bianche, was ihn auch hier zum Rekordsieger macht.

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Fabian Cancellara holt sich zum zweiten Mal nach 2009 den Titel als Schweizer Strassenmeister. Auf der anspruchsvollen Rundstrecke kam es bei grosser Wärme zu einem Ausscheidungsrennen, bei dem sich die wichtigsten Profis schon kurz nach dem Start absetzten. Lediglich Simon Zahner, Mathias Frank, David Loosli und Marcel Wyss verpassten den «Postabgang».

Spannung ergab sich erst wieder auf den letzten 35 Kilometern, als das Dutzend Spitzenfahrer auf die Hälfte reduziert wurde. Die BMC-Vertreter vermochten ihre numerische Überlegenheit nicht auszunutzen. Am Schluss musste Steve Morabito die Überlegenheit Cancellaras anerkennen. Für den Kletterer aus dem Wallis war die Steigung zu wenig steil, um Cancellara hinter sich lassen zu können. Immerhin brachte das BMC Racing Team mit Martin Kohler, der den Spurt der Verfolger um den 3. Platz gewann, einen zweiten Vertreter auf das Podium.

Den Spurt um den Titel gewann Cancellara souverän. Nur 15 km von seinem Wohnort Ittigen entfernt habe er sich für das Rennen um den Meistertitel besondersmotiviert gefühlt. Das Meisterschaftsrennen bestätigte Cancellara zugleich, dass er für die am kommenden Samstag beginnende Tour de France bereit ist.

Kirchdorf BE. Strassen-SM. Männer. Elite (1276 km): 1. Fabian Cancellara (Ittigen) 4:08:56 (42,24 km/h). 2. Steve Morabito (Granges), gleiche Zeit. 3. Martin Kohler (Vilters SG) 1:29. 4. Oliver Zaugg (Solduno), gleiche Zeit. 5. Martin Elmiger (Oberwil ZG) 1:32. 6. Laurent Beuret (Delsberg) 1:34. 7. Michael Albasini (Gais) 1:42. 8. Gregory Rast (Cham). 9. Mirco Saggiorato (Unterehrendingen/Meister Elite national). 10. Ralph Näf (Andwil TG), alle gleiche Zeit. 11. Michael Schär (Geuensee) 1:46. 12. Simon Zahner (Bubikon) 7:45. 13. Danilo Wyss (Orbe), gleiche Zeit. 14. Reto Hollenstein 13:24. 15. Jan Keller (Hinteregg) 13:31. 16. Noé Gianetti (Riazzino) 14:47. - 76 gestartet, 31 klassiert. Aufgegeben u.a. David Loosli, Mathias Frank, Marcel Wyss, Andreas Dietziker.

U23 (158,4 km): 1. Marcel Aregger (Unterägeri) 4:01:48. 2. Silvan Dillier (Schneisingen). 3. Patrick Schelling (Hemberg). 4. Remo Schuler, (Geroldswil). 5. Sebastien Reichenbach (Martigny). 6. Cyrille Thiery (Chavornay), alle gleiche Zeit. 7. Arnaud Grand (Montreux) 0:21 zurück. 8. Simon Pellaud (Martigny) 0:36. 9. Samuel Horstmann (Cham) 0:44. 10. Oliver Hofstetter (Mönchaltdorf) 1:44.

Junioren (132,2 km): 1. Tom Bohli (Eschenbach) 3:20:51 (36,8 km/h). 2. Lukas Spengler (Diessenhofen). 3. Stefan Küng (Fischingen), beide gleiche Zeit.

Frauen (96,8 km): 1. Pascale Schnider (Flühli) 2:39:19 (36,46 km/h). 2. Patricia Schwager (Baltenschwil SG) 0:17 zurück. 3. Jennifer Hohl (Balgach SG) 0:38. 4. Doris Schweizer (Hägendorf SO). 5. Angelika Meier (Bülach). 6. Sandra Weiss (Sulz bei Laufenburg), alle gleiche Zeit.

Juniorinnen (61,6 km): 1. Jolanda Näf (Thal) 1:40:44 (36,69 km/h). 2. Linda Indergand . 3. Larissa Brühwiler (Dussnang), alle gleiche Zeit.

(sda)

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