Tour de France

29. Juni 2011 10:07; Akt: 30.06.2011 07:27 Print

Contador erneut Favorit

Am Samstag startet die 98. Tour de France. Als Favorit steigt der Spanier Alberto Contador ins Rennen. Andy Schleck und Cadel Evans sind die prominentesten Herausforderer des Spaniers.

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Alberto Contador ist auch an der diesjährigen Tour de France Favorit.

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Für die am Samstag in der Vendée am Atlantik beginnende 98. Tour de France ist Alberto Contador der haushohe Favorit, der seinen vierten Triumph anpeilt. Als seine Herausforderer werden Andy Schleck (Lux) und Cadel Evans (Aus) gehandelt.

Dieser Alberto Contador ist zu schlagen, zumindest von seinen spanischen Berufskollegen. Bei der spanischen Meisterschaft im Zeitfahren musste der Madrilene Luis Leon Sanchez und Jonathan Castroviejo den Vortritt lassen, und im Strassenrennen wurde Contador von José Joaquin Rojas im Spurt geschlagen. Es handelte sich um die ersten beiden Rennen, die der dreifache Sieger der Tour de France nach seinem Triumph im Giro d'Italia bestritt. Ihm habe der Rennrhythmus gefehlt, bekannte Contador nach der Prüfung gegen die Uhr. Die Beine seien besser gewesen, aber er habe seinen Körper nicht übermässig beanspruchen wollen, meinte er dann nach dem Strassenrennen. Nach diesen beiden Einsätzen wolle er bis zum Start der Tour de France das Gleiche machen wie nach dem Giro: «Ich will mich ausruhen und erholen.»

Offenes Dopingverfahren

Es sind solche Aussagen Contadors, die Freund und Feind aufhorchen lassen. Im schwersten Giro seit vielen Jahren hatte der Radprofi aus Pinto bei Madrid durchblicken lassen, er habe nie richtig an seine Grenze gehen müssen. Die Gegner hingegen erreichten Mailand nach der dreiwöchigen Strapaze auf dem Zahnfleisch. Falls Contador in der Tour de France zu einer vergleichbaren Form findet wie im Mai, steht jetzt schon fest, dass die Konkurrenz lediglich um den 2. Platz fährt. Ausser wenn sich Contador selbst schlägt, indem der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne im pendenten Dopingverfahren im September den Spanier als schuldig befindet und ihm alle Ergebnisse dieser Saison gestrichen werden.

Kampfansage von Andy Schleck

«Unsere Mannschaft ist noch einen Tick besser als letztes Jahr. Ich denke, dass ich Contador schlagen kann.» Die Ansage des zweifachen Tour-Zweiten Andy Schleck tönt überzeugend. Den Beweis dafür, dass er den Worten auch Taten folgen lassen kann, muss der Luxemburger aber erst noch erbringen. In der Tour de Suisse überzeugte er keineswegs, was möglicherweise auf die grossen Trainingsumfänge der vorangegangenen Tage zurückzuführen war. Sowohl Andy als auch sein älterer Bruder Fränk sind dem Spanier im Zeitfahren unterlegen. Da gereicht es ihnen vielleicht zum Glück, dass lediglich am vorletzten Tag in Grenoble eine Prüfung gegen die Uhr über 42,5 km ausgetragen wird.

Zeit reif für Cadel Evans?

Ebenfalls auf zwei zweite Plätze in der Tour de France blickt Cadel Evans zurück. Der Australier wurde letztes Jahr durch einen Ellbogenbruch gestoppt, als er das Maillot jaune trug. Evans hat seine Saisonplanung darauf ausgerichtet, im Juli seine Hochform zu erreichen. Der Captain des BMC Racing Teams beendete zuletzt den Dauphiné Libéré als Zweiter. Dort hatte er sich in einer eher passiven Rolle gefallen. Als Evans das Wort Offensive einmal grossschrieb, wurde er 2009 in Mendrisio Strassenweltmeister.

Auf einen Platz auf dem Podium spekulieren auch Bradley Wiggins (überraschender Vierter 2009), Sieger des Dauphiné Libéré, Ivan Basso, der Zweite von 2005, Robert Gesink (Ho), der letztjährige Sechste, Jurgen van den Broeck (Be), letztes Jahr die grosse Entdeckung, und Olympiasieger Samuel Sanchez, vor zwölf Monaten auf Platz 4. Gleich mit vier Leadern will das Team RadioShack die Festung Contador knacken - mit dem Tour-de-Suisse-Sieger Levi Leipheimer (USA) sowie mit Andreas Klöden (De), Chris Horner (USA) und Janez Brajkovic (Sln).

Drei Schweizer mit dabei

25 Jahre nach dem 3. Schlussrang durch Urs Zimmermann ist das Grüpplein der Schweizer Radprofis nur noch mit einem Trio vertreten. Steve Morabito und Michael Schär wurden als Helfer für Cadel Evans aufgeboten. Fabian Cancellara steht den Gebrüdern Schleck zur Seite. Weil es kein Auftakt-Zeitfahren gibt, sind die Aussichten des Berners auf das Maillot jaune nicht so gross wie in früheren Jahren. Neben dem Mannschaftszeitfahren am zweiten Tag können sich die Sprinter bestenfalls in der 3. Etappe auszeichnen. Sowohl das erste als auch das vierte Teilstück enden mit einem Berg-Sprint, was Fahrer vom Typ eines Tyler Farrar oder Thur Hushvod bevorteilt.

Bergetappen machen den Unterschied

Neben dem Zeitfahren werden die sechs Bergetappen in dieser Tour de France für Zeitabstände sorgen. In den Pyrenäen sind es die Bergankünfte in Luz-Ardiden und auf dem Plateau de Beille. Auf dem Weg von Pau nach Lourdes ist der Aubisque wohl zu weit vom Ziel entfernt. Ein ähnliches Bild ergibt sich in den Alpen. Der Montgenèvre und Sestriere sind in der 17. Etappe zu weit weg vom Etappenziel Pinerolo, um für eine entscheidende Zäsur zu sorgen. Die Ankunft auf dem Col du Galibier wie auch die letzte grosse Steigung der Rundfahrt, die spektakuläre Alpe-d'Huez in der 19. Etappe von lediglich 109,5 km Länge, bieten den auf das Gesamtklassement fokussierten Fahrern die Möglichkeit, einen Coup zu landen.

Die Podien der letzten 3 Jahre:

2010: 1. Alberto Contador (Sp). 2. Andy Schleck (Lux). 3. Denis Mentschow (Russ).

2009: 1. Alberto Contador (Sp). 2. Andy Schleck (Lux). 3. Lance Armstrong (USA).

2008: 1. Carlos Sastre (Sp). 2. Cadel Evans (Au). 3. Denis Mentschow (Russ).

Die Sieger davor:

2007: Alberto Contador (Sp)
2006: Oscar Pereiro (Sp).
2005: Lance Armstrong (USA).
2004: Lance Armstrong (USA).
2003: Lance Armstrong (USA).
2002: Lance Armstrong (USA).
2001: Lance Armstrong (USA).

So war es letztes Jahr:

1. Alberto Contador (Sp) 91:58:48.
2. Andy Schleck (Lux) 0:39.
3. Denis Mentschow (Russ) 2:01.
4. Samuel Sanchez (Sp) 3:40.
5. Jurgen Van den Broeck (Be) 6:54.
6. Robert Gesink (Ho) 9:31.
7. Ryder Hesjedal (Ka) 10:15.
8. Joaquin Rodriguez (Sp) 11:37.
9. Roman Kreuziger (Tsch) 11:54.
10. Chris Horner (USA) 12:02.

Die Schweizer:

31. Steve Morabito 1:39.11.
75. Martin Elmiger 2:15:33.
114. Gregory Rast 3.14:11.
121. Fabian Cancellara 3:19:43.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ueli am 04.07.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    glaubwürdigkeit

    Der Radsport war auf einem guten Weg, endlich sein Image wieder etwas aufzubessern. Dass jetzt mit Mitfavorit-Contador aber ein Fahrer mit hängigem Dopingverfahren am Start ist, wirft alles wieder über den Haufen und macht den Radsport nicht gerade glaubwürdiger.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ueli am 04.07.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    glaubwürdigkeit

    Der Radsport war auf einem guten Weg, endlich sein Image wieder etwas aufzubessern. Dass jetzt mit Mitfavorit-Contador aber ein Fahrer mit hängigem Dopingverfahren am Start ist, wirft alles wieder über den Haufen und macht den Radsport nicht gerade glaubwürdiger.