Tour de France

04. Juli 2014 13:17; Akt: 04.07.2014 13:41 Print

Contador fordert Froome heraus

Am Samstag beginnt die 101. Tour de France in Leeds. Um den Gesamtsieg kämpfen wohl Titelverteidiger Christopher Froome und der wiedererstarkte Spanier Alberto Contador.

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Der Deutsche Tony Martin gewinnt das Einzelzeitfahren von Bergerac nach Périgueux über 54 km überlegen. Er nimmt dem Zweiten Tom Dumoulin aus Holland 1:39 ab. Der Italiener Vincenzo Nibali verteidigt sein Leader-Trikot souverän und wird im Zeitfahren Vierter. Ramunas Navardauskas überrascht die Sprinter und gewinnt die 19. Etappe in Bergerac. Das Wetter zeigt sich nicht von der netten Seite. Gesamtleader Vincenzo Nibali hat keine Probleme und geht mit beruhigendem Vorsprung ins Zeitfahren am Samstag. Vincenzo Nibali feiert in Hautacam seinen vierten Etappensieg und baut den Vorsprung im Gesamtklassement weiter aus. Bergpreisleader Rafal Majka aus Polen gewinnt die zweite Pyrenäenetappe von Saint Gaudens nach Saint Lary-Soulan 29 Sekunden vor dem ersten Verfolger. Gesamtleader Vincenzo Nibali wurde mit 49 Sekunden Rückstand Etappendritter. Der Australier Michael Rogers (Bild) gewinnt die erste Etappe in den Pyrenäen vor Thomas Voeckler. Vincenzo Nibali zeigt keine Schwäche und ist weiter auf Titelkurs. Der Ruhetag hat nicht geholfen: Weltmeister Rui Costa (rechts) muss wegen Problemen mit den Bronchien die Tour de France abbrechen. Alexander Kristoff jubelt über seinen Sprintsieg. Der Schweizer Martin Elmiger (l.) und Jack Bauer prägen die Etappe mit einer Soloflucht, werden aber kurz vor dem Ziel eingeholt. Gute Sicht auf den Tour-Tross. Am Vortag noch Zweiter, jetzt überquert der Pole Rafal Majka als Erster die Ziellinie. Er gewinnt die zweite Alpen-Etappe solo. Leader Vincenzo Nibali ist ihm auf den Fersen und beendet das Rennen auf dem zweiten Platz. Damit baut er die Führung aus. Solo-Sieg von Tour-Leader Vincenzo Nibali. Gegen den Italiener ist auf der ersten Alpenetappe kein Kraut gewachsen. Der zweitplatzierte Pole Fafal Majka kommt mit einem Rückstand von 10 Sekunden im Ziel auf 1730 Metern Höhe an. Alexander Kristoff gewinnt die 12. Etappe im Sprint vor Peter Sagan. Es ist der erste Tour-de-France-Etappensieg für den Norweger. Vincenzo Nibali darf das gelbe Trikot weiterhin tragen. Schmerzhaft: David de la Cruz melgarejo verletzt sich bei einem Sturz und muss die Tour aufgeben. Tony Gallopin triumphiert nach dem Ruhetag im Schlusssprint der 11. Etappe. Vincenzo Nibali verteidigt das gelbe Leadertrikot souverän. Ruhetag an der diesjährigen Tour de France: Fabian Cancellara gibt bekannt, dass er aus der Rundfahrt aussteigt. Tagessieg und Gesamtführung: Vincenzo Nibali gewinnt die 10. Etappe mit der Bergankunft in La Planche des Belles Filles. Der Italiener überholt im Schlussaufstieg alle Gegner und erscheint nach 161,5 km alleine im Ziel. Tony Gallopin muss das Maillot jaune nach nur einem Tag wieder an Nibali abtreten. Mit Tränen und Schmerzen endet die 10. Etappe für Mitfavorit Alberto Contador. Der Spanier stürzt in der Abfahrt des Petit Ballon und muss mit einer Knieverletzung aufgeben. Solo-Sieg in Mulhouse: Der Deutsche Tony Martin feiert seinen Erfolg auf der 9. Etappe nach 170 Kilometern. Fabian Cancellara sichert sich mit einem beherzten Sprint in der Verfolgergruppe Rang 2 hinter Martin. Der Franzose Blel Kadri beschehrt Frankreich an der 8. Etappe der diesjährigen Tour de France den ersten Heimsieg. Die Schweizer Hoffnung Mathias Frank muss die Tour de France 2014 aufgeben. Der Luzerner stürzt auf der 7. Etappe und bricht sich den linken Oberschenkel. Nicht nur Frank stürzt. Im Schlusssprint in Nancy erwischt es auch den Amerikaner Andrew Talansky. Im Sprint setzt sich der Italiener Matteo Trentin hauchdünn vor Peter Sagan durch. Leader bleibt der Italiener Vincenzo Nibali. Wieder ein deutscher Etappensieg: André Greipel setzt sich im Sprint durch. Vincenczo Nibali belibt auch nach der sechsten Etappe im gelben Trikot. Der Holländer Lars Boom fährt bei der Pavé-Etappe zum Sieg. Nibali bleibt im Leadertrikot. Für Titelverteidiger Christopher Froome ist die Tour de France bereits vorbei. Er stürzt auf der 5. Etappe mehrmals und gibt rund 70 Kilometer vor dem Ziel auf. Von den Stürzen gezeichnet steigt er in den Team-Wagen. Die 4. Etappe von Le Toquet-Paris-Plage nach Lille wird im Sprint entschieden. NIcht zu schlagen: Der Deutsche Marcel Kittel holt seinen dritten Tagessieg. Nicht mehr dabei ist Andy Schleck. Der Tour-Sieger von 2010 hatte sich bei der 3. Etappe bei einem Sturz am Knie verletzt. Frankreich empfängt den Briten Christopher Froome nicht herzlich: Der Titelverteidiger stürzt, zieht sich heftige Schürf wunden zu, kann jedoch weiterfahren. Marcel Kittel feiert in der dritten Etappe der Tour de France seinen zweiten Tagessieg - schon in der Startetappe war er nicht zu schlagen. Die Zielgerade vor dem Buckingham Palace in London fuhr Kittel von der Spitze aus und blieb von seinen Konkurrenten unangetastet. Der Italiener Vincenzo Nibali fährt zwei Sekunden vor den ersten Verfolgern ins Ziel der zweiten Tour-Etappe. Damit fährt der letztjährige Giro-Sieger die 3. Etappe in Gelb. Marcel Kittel gewinnt den Massenspurt und darf sich als erster Fahrer ins Maillot jaune einkleiden lassen. Mark Cavendish kommt kurz vor dem Ziel zu Fall und verletzt sich an der Schulter. Fabian Cancellara (l.) entgeht dem Sturz. Sein Angriff rund 1 Kilometer vor dem Ziel bleibt aber ohne Erfolg. Königliche Unterstützung beim Tour-Start in England. Alberto Contador (r.) fordert Vorjahressieger Christopher Froome heraus. Mathias Frank ist Captain des Schweizer Teams IAM. Fabian Cancellara startet ohne grosse Ambitionen. Die 101. Tour de France beginnt am 5. Juli in Leeds und endet am 27. Juli in Paris.

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Bereits für die Jubiläums-Tour angekündigt, soll es mit einem Jahr Verspätung nun doch stattfinden: das Duell um den Gesamtsieg an der Tour de France zwischen Chris Froome und Alberto Contador. Der Auftakt zur «Grande boucle» erfolgt wie 2007 in Grossbritannien.

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Die 101. Tour de France geht am Samstag mit der Etappe von Leeds nach Harrogate los. Die 190,5 km zum Auftakt scheinen wie die folgenden zwei Teilstücke nach Sheffield (mit allerdings neun kleineren Bergpreiswertungen) und London für Sprintankünfte geeignet. Für die Anwärter auf den Gesamtsieg geht es hingegen in der ersten Tour-Woche vor allem darum, nicht zu stürzen und keine Zeit auf die Konkurrenten einzubüssen.

Wiedererstarkter Contador

Die Jubiläums-Tour im vergangenen Jahr ähnelte ab der achten Etappe nach Ax 3 Domaines, als er mit seinem Solo-Sieg die Gesamtführung übernahm, einer einzigen Triumph-Fahrt von Chris Froome. Als bester Zeitfahrer und stärkster Kletterer im Feld geriet der Brite danach kaum mehr in reelle Gefahr, den Tour-Sieg noch zu verspielen. Umso mehr als Alberto Contador daran scheiterte, die Topform seiner Siegerjahre 2007 und 2009 zu finden. Am Ende verpasste der Spanier als Vierter gar das Tour-Podest.

In dieser Saison präsentierte sich der in der Schweiz wohnhafte Contador in ganz anderer Verfassung. Der 31-Jährige aus Madrid, der alle drei grossen Rundfahrten schon mindestens einmal gewonnen hat, holte sich die Gesamtsiege beim Tirreno-Adriatico und bei der Baskenland-Rundfahrt. An der Dauphiné-Rundfahrt, der Tour-Hauptprobe, wurde er zwar nur Zweiter hinter dem überraschenden Amerikaner Andrew Talansky. Doch Vorjahressieger Froome, der nach einem Sturz nicht mehr mit der Spitze mithalten konnte, klassierte sich letztlich ausserhalb der Top 10.

Schon zuvor in der Saison war es dem erfolgsverwöhnten Briten nicht mehr so traumwandlerisch leicht wie 2013 gelaufen. «Ich hatte einige Herausforderungen zu bewältigen, hatte mehr Probleme mit Krankheiten und Stürzen», so Froome. Die Frage stellt sich nun, ob der 29-Jährige ab Samstag den Schalter einfach wieder umlegen und Contadors Attacken – die mit Sicherheit und wiederholt erfolgen werden – jeweils kontern kann. Beim Spanier seinerseits ist offen, wie er und sein Team den kurzfristigen Verlust des letztjährigen Edel-Helfers Roman Kreuziger verkraften. Der Tscheche muss wegen Unregelmässigkeiten im Blutpass vorerst pausieren. Wohingegen Froome vom Team Sky sagt: «Wir haben wahrscheinlich das stärkste Team im Feld.»

Dreikampf dank Nibali?

Vincenzo Nibali will dafür sorgen, dass aus dem erwarteten Zwei- ein Dreikampf wird. Der 29-jährige Italiener, Giro-Sieger 2013 und Tour-Dritter 2012, zeigte sich allerdings vor drei Wochen im Dauphiné mit seinem Formaufbau noch im Rückstand. Zu beachten ist Nibali, der wie Contador gerne offensiv fährt, allemal. Aussenseiterchancen werden auch dem spanischen Routinier Alejandro Valverde (34) sowie den zwei 25-jährigen Amerikanern Andrew Talansky und Tejay van Garderen eingeräumt. Nicht mit von der Partie ist hingegen Bradley Wiggins. Der Tour-Sieger von 2012 wurde von seinem Team Sky nicht berücksichtigt, weil restlos alles auf Froome ausgerichtet ist.

Aus der Schweiz nehmen neun Fahrer teil. Fabian Cancellara hat keine grossen Ambitionen. Für einmal dürfte das Augenmerk auf Mathias Frank liegen. Der Tour-de-Suisse-Zweite führt das Schweizer IAM-Team als Captain an.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • colombiano am 04.07.2014 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    quintana

    schade fehlt nairo quintana. er hätte chris froome und alberto contador ebenfalls gefordert.

  • costa am 04.07.2014 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rui Costa

    Geheimtipp Weltmeister Rui Costa

  • Gaucho am 04.07.2014 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ballaverde

    Hoffe auf Valverde....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pendler am 04.07.2014 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachladen

    Duell des rein Pumpen und vertuschen! Mal schauen, wer mehr Stoff reinhauen kann... Will mir doch keiner sagen, dass dieser Sport noch normal ist? Von wo soll so ein Froome die Energie aufbringen? Um das ohne Stoff durchzuhalten braucht man mehr Muskelmasse, oder von wo soll er die Energie hernehmen? Innere Kraft?!

  • Gaucho am 04.07.2014 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ballaverde

    Hoffe auf Valverde....

  • gümmeli fredy am 04.07.2014 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    reputation

    contador wird nie mehr ernstgenommen werden... schade um den velosport!

  • King Dude am 04.07.2014 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    costa

    und rui costa darf man auch nicht vergessen

  • costa am 04.07.2014 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rui Costa

    Geheimtipp Weltmeister Rui Costa