Tour de France

22. Juli 2018 19:18; Akt: 23.07.2018 19:09 Print

Dänischer Sieg und ein Fragezeichen an der Spitze

Wie bereits am Vortag gewinnt auch in der 15. Etappe der Tour de France ein Astana-Fahrer. Im Gesamtklassement zeichnet sich eine spannende Frage ab.

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Entscheidet den Endspurt in Carcassonne für sich: Der Däne Magnus Cort Nielsen feiert seinen ersten Etappensieg an der Frankreich-Rundfahrt. Der Astana-Fahrer lässt kurz vor dem Ziel den Niederländer Bauke Mollema (M.) und Jon Izagirre aus Spanien (r.) stehen und beschert seinem Team so den zweiten Tagessieg in Folge. Daniel Martin lanciert am Pic de Nore einen Angriff, allerdings wird der Ire von seinen Verfolgern wieder gestellt und bleibt Zehnter der Gesamtwertung. Die Briten Chris Froome (v.) und Geraint Thomas können ihre Positionen in der Gesamtwertung problemlos halten. Der eine trägt weiterhin das gelbe Leadertrikot, der andere hat 1:39 Minuten Rückstand auf seinen Landsmann. Das britische Team Sky – hier angeführt vom Italiener Gianni Moscon – hat während der 15. Etappe alles im Griff. Tour-Vorjahressieger Froome hat nach der Zieleinfahrt gut lachen. Nun stellt sich die Frage, ob Thomas in der Leaderrolle bleiben darf oder das Team Sky nicht doch plötzlich auf den umstrittenen Star setzt. Schöne Geste: Der Franzose Florian Vachon (r.) und der Spanier Imanol Erviti fahren Hand in Hand über die Ziellinie. Der Franzose Julian Alaphilippe bleibt Bester der Bergwertung und startet am Dienstag im gepunkteten Trikot in die 16. Etappe. Auf dem 181,5 km langen Teilstück zwischen Millau im französischen Zentralmassiv und der historischen Stadt Carcassonne haben die Fahrer mit dem Pic de Nore nur einen Anstieg der ersten Kategorie zu bewältigen. Hier brausen sie unter dem Millau-Viadukt durch.

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Magnus Cort Nielsen setzt sich in Carcassonne im Sprint einer Dreiergruppe durch. Der Däne liess seinen beiden Mitstreitern, dem Spanier Ion Izagirre und dem Niederländer Bauke Mollema, nach 181,5 Kilometern im Spurt keine Chance. Das Trio hatte sich sieben Kilometer vor dem Ziel aus einer achtköpfigen Spitzengruppe gelöst. Am Samstag in Mende hatte der Spanier Omar Fraile mit einem Solosieg für den ersten Triumph eines Astana-Profis an diesem Wochenende gesorgt. Nielsen feierte den ersten Etappensieg an der Tour de France. 2016 hatte er zwei Teilstücke an der Vuelta für sich entschieden.

Die Bilder der Tour de France 2018

Thomas bleibt vor Froome

Das Hauptfeld mit Leader Geraint Thomas und allen anderen Favoriten auf den Gesamtsieg erreichte das Ziel in Carcassonne mit einem Rückstand von gut 13 Minuten. An der Spitze der Gesamtwertung ergaben sich keine Veränderungen. Thomas führt weiterhin 1:39 Minuten vor seinem britischen Landsmann Chris Froome und 1:50 Minuten vor dem Niederländer Tom Dumoulin.


Ein Stunt an der Tour de France

Der Mountainbiker plante die Aktion sechs Monate lang. Video: Tamedia/Storyful


Thomas, Froome und deren Kollegen vom Team Sky hatten auch auf dem letzten Teilstück vor dem zweiten Ruhetag alles im Griff. Von den besten Fahrern der Gesamtwertung versuchte auf dem Weg nach Carcassonne einzig der Gesamtzehnte Daniel Martin aus Irland, Zeit herauszuholen. Sein Angriff am grössten Hindernis des Tages, dem Pic de Nore rund 40 Kilometer vor dem Ziel, blieb allerdings erfolglos.

Auf wen setzt Sky?

So durfte sich an diesem Tag durch das Zentralmassiv nicht nur Magnus Cort Nielsen, sondern auch Geraint Thomas wie ein Gewinner fühlen. Er setzte der Tour de France in der zweiten Woche den Stempel auf, holte sich mit zwei Etappensiegen das Gelbe Trikot und startet als souveräner Leader in die letzten sechs Etappen.

Offen bleibt, ob Thomas die Leaderrolle auch wahrnehmen darf oder ob das Team Sky nicht doch noch plötzlich auf den Vorjahressieger Chris Froome setzt. Die erste Antwort dürfte wohl bereits am Dienstag in der ersten von drei Bergetappen in den Pyrenäen folgen. Vorerst tanken die Profis in Carcassonne neue Kräfte für die finale Woche.

105. Tour de France.

15. Etappe, Millau - Carcassonne (181,5 km): 1. Magnus Cort Nielsen (DEN) 4:25:52. 2. Ion Izagirre (ESP), gleiche zeit. 3. Bauke Mollema (NED) 0:02 zurück. 4. Michael Valgren (DEN) 0:29. 5. Toms Skujins (LAT) 0:34. 6. Domenico Pozzovivo (ITA). 7. Lilian Calmejane (FRA), beide gleiche Zeit. 8. Rafal Majka (POL) 0:37. 9. Nikias Arndt (GER) 2:31. 10. Julien Bernard (FRA), gleiche Zeit. - Ferner: 28. Chris Froome (GBR) 13:11. 33. Geraint Thomas (GBR). 35. Tom Dumoulin (NED). 42. Romain Bardet (FRA). 51. Mathias Frank (SUI). 54. Silvan Dillier (SUI). 61. Primoz Roglic (SLO), alle gleiche Zeit. 80. Michael Schär (SUI) 17:55. 85. Stefan Küng (SUI), gleiche Zeit. - Disqualifiziert: Gianni Moscon (ITA/Schlagen eines Fahrers).

Gesamtklassement: 1. Thomas 62:49:47. 2. Froome 1:39. 3. Dumoulin 1:50. 4. Roglic 2:38. 5. Bardet 3:21. 6. Mikel Landa (ESP) 3:42. 7. Steven Kruijswijk (NED) 3:57. 8. Nairo Quintana (COL) 4:23. 9. Jakob Fuglsang (DEN) 6:14. 10. Daniel Martin (IRL) 6:54. - Ferner: 43. Küng 1:00:49. 53. Frank 1:12:39. 62. Nielsen 1:20:47. 91. Dillier 1:47:41. 105. Schär 1:56:30.

Radsport

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Globi am 24.07.2018 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mannschaftssport

    Das Problem ist nich Sky, das Problem haben die anderen Teams. Es ist nicht Froome der die Tour gewinnt, letztlich ist es Sky. Radsport ist ein Mannschaftssport, da kann ein einzelner wenig bis gar nichts ausrichten. Das sieht man an der diejährigdn TdF sehr schön. Es hat bessere Fahrer als Froome, aber die sind mehr oder weniger alleine unterwegs, ohne Hilfe einer guten Mannschaft. Das hat natürlich mit vor allem auch mit dem Budget zu tun, Sky gibt mit Abstand am meisten Geld aus pro Saison. Da Sky die stärkste Mannschaft hat gewinnt Sky die Tour.

    einklappen einklappen
  • Oliver Keller am 23.07.2018 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langeweile...

    Die Tour war schon lange nicht mehr so langweilig. Sky gewinnt Tour und das grüne Trikot ist auch schon besetzt. Die Favoriten kommen miz weit über 10 hinter der Spitze ins Ziel. Auch wenn es mich stört wenn Froome gewinnt, letztendlich ist er frei gesprochen worden, warum auch immer. Kurz vor ende der Tour wird er gelb übernehmen, er wird seinen 5ten Gesamtsieg nicht hergeben. Vielleicht müsste man sich grundsätzlich gewisse Gedanken machen. Zum Beispiel, dass einer die Tour nur gewinnen kann, wenn er auch mind. eine Etappe gewonnen hat...?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Globi am 24.07.2018 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mannschaftssport

    Das Problem ist nich Sky, das Problem haben die anderen Teams. Es ist nicht Froome der die Tour gewinnt, letztlich ist es Sky. Radsport ist ein Mannschaftssport, da kann ein einzelner wenig bis gar nichts ausrichten. Das sieht man an der diejährigdn TdF sehr schön. Es hat bessere Fahrer als Froome, aber die sind mehr oder weniger alleine unterwegs, ohne Hilfe einer guten Mannschaft. Das hat natürlich mit vor allem auch mit dem Budget zu tun, Sky gibt mit Abstand am meisten Geld aus pro Saison. Da Sky die stärkste Mannschaft hat gewinnt Sky die Tour.

    • Oliver Keller am 24.07.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Globi

      Na Du hast aber Ahnung vom Radsport... oder Schwierigkeiten beim lesen?

    einklappen einklappen
  • Oliver Keller am 23.07.2018 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langeweile...

    Die Tour war schon lange nicht mehr so langweilig. Sky gewinnt Tour und das grüne Trikot ist auch schon besetzt. Die Favoriten kommen miz weit über 10 hinter der Spitze ins Ziel. Auch wenn es mich stört wenn Froome gewinnt, letztendlich ist er frei gesprochen worden, warum auch immer. Kurz vor ende der Tour wird er gelb übernehmen, er wird seinen 5ten Gesamtsieg nicht hergeben. Vielleicht müsste man sich grundsätzlich gewisse Gedanken machen. Zum Beispiel, dass einer die Tour nur gewinnen kann, wenn er auch mind. eine Etappe gewonnen hat...?