Tour de France

29. Juni 2011 22:50; Akt: 29.06.2011 20:22 Print

Die Tour-Sieger und der lange Doping-Schatten

Von den zehn letzten Siegern der Tour de France sind nur zwei nicht wegen Dopingvergehen belangt worden. Dieses Jahr fährt Alberto Contador sogar auf Bewährung.

storybild

Einzig Floyd Landis (USA) wurde bisher der Toursieg aberkannt. (Bild: Reuters)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nur der Spanier Carlos Sastre (Sieger 2008) und Greg LeMond aus den USA (1986, 89, 90) wurden nicht wegen Dopingvergehen belangt oder standen «offiziell» unter Verdacht, verbotene Substanzen eingenommen zu haben. Gegen Sastre gab es nie Ermittlungen, LeMond sorgte vor mehr als 20 Jahren nie für Doping-Schlagzeilen.

Die anderen acht der letzten zehn Sieger wurden überführt oder stehen zumindest unter Verdacht. Aber trotz all den Vergehen und Verdächtigungen: Bloss ein «Sieger» in der 108-jährigen Tour-Geschichte – Floyd Landis 2006 – verlor wegen nachgewiesenen Dopings im Nachhinein sein Gelbes Trikot. Anstelle des Amerikaners wurde mehr als ein Jahr später der Spanier Oscar Pereiro zum Gewinner erklärt. Dieser war bei jener Tour positiv auf das Asthmamittel Salbutamol getestet worden, konnte aber später ein Attest vorweisen.

Dieses Jahr fährt Titelverteidiger Alberto Contador (2007, 2009, 2010) quasi auf Bewährung. Er muss sich ab dem 1. August vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen seines positiven Clenbuterol-Befundes bei der Tour 2010 verantworten. Gegen Contadors Vorgänger Lance Armstrong (1999 bis 2005) ermitteln die US-Behörden seit einem Jahr. Erwiesen ist, dass er zumindest 1999 Epo benutzte. Bestraft wurde der Amerikaner aber bisher nie.

Marco Pantani (1998) wurde 1999 des Epo-Missbrauchs überführt. Jan Ullrich (1997) hatte nachweislich Blut bei Dopingarzt Fuentes gelagert und dafür bezahlt. Bjarne Riis (1996) gestand vor vier Jahren, dass er Epo, Wachstumshormone und Cortison benutzt hatte. Miguel Indurain (1991 bis 1995) wurde 1994 positiv auf Salbutamol getestet. Er legte ein Rezept vor. Pedro Delgado (1988) durfte sein Gelbes Trikot nur behalten, weil das Verschleierungsmittel Probenicid damals nicht auf der Schwarzen Liste des Rad-Weltverbandes UCI stand.

(pbt)