Tour de France

17. Juli 2014 14:51; Akt: 17.07.2014 15:03 Print

Fans nerven Radprofis mit gefährlichen Selfies

Auf der Tour de France sind enge Gassen durch Menschenmengen längst der Normalfall. Nun sorgt aber ein neues Phänomen für gefährliche Situationen: das Selfie-Schiessen.

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Der Deutsche Tony Martin gewinnt das Einzelzeitfahren von Bergerac nach Périgueux über 54 km überlegen. Er nimmt dem Zweiten Tom Dumoulin aus Holland 1:39 ab. Der Italiener Vincenzo Nibali verteidigt sein Leader-Trikot souverän und wird im Zeitfahren Vierter. Ramunas Navardauskas überrascht die Sprinter und gewinnt die 19. Etappe in Bergerac. Das Wetter zeigt sich nicht von der netten Seite. Gesamtleader Vincenzo Nibali hat keine Probleme und geht mit beruhigendem Vorsprung ins Zeitfahren am Samstag. Vincenzo Nibali feiert in Hautacam seinen vierten Etappensieg und baut den Vorsprung im Gesamtklassement weiter aus. Bergpreisleader Rafal Majka aus Polen gewinnt die zweite Pyrenäenetappe von Saint Gaudens nach Saint Lary-Soulan 29 Sekunden vor dem ersten Verfolger. Gesamtleader Vincenzo Nibali wurde mit 49 Sekunden Rückstand Etappendritter. Der Australier Michael Rogers (Bild) gewinnt die erste Etappe in den Pyrenäen vor Thomas Voeckler. Vincenzo Nibali zeigt keine Schwäche und ist weiter auf Titelkurs. Der Ruhetag hat nicht geholfen: Weltmeister Rui Costa (rechts) muss wegen Problemen mit den Bronchien die Tour de France abbrechen. Alexander Kristoff jubelt über seinen Sprintsieg. Der Schweizer Martin Elmiger (l.) und Jack Bauer prägen die Etappe mit einer Soloflucht, werden aber kurz vor dem Ziel eingeholt. Gute Sicht auf den Tour-Tross. Am Vortag noch Zweiter, jetzt überquert der Pole Rafal Majka als Erster die Ziellinie. Er gewinnt die zweite Alpen-Etappe solo. Leader Vincenzo Nibali ist ihm auf den Fersen und beendet das Rennen auf dem zweiten Platz. Damit baut er die Führung aus. Solo-Sieg von Tour-Leader Vincenzo Nibali. Gegen den Italiener ist auf der ersten Alpenetappe kein Kraut gewachsen. Der zweitplatzierte Pole Fafal Majka kommt mit einem Rückstand von 10 Sekunden im Ziel auf 1730 Metern Höhe an. Alexander Kristoff gewinnt die 12. Etappe im Sprint vor Peter Sagan. Es ist der erste Tour-de-France-Etappensieg für den Norweger. Vincenzo Nibali darf das gelbe Trikot weiterhin tragen. Schmerzhaft: David de la Cruz melgarejo verletzt sich bei einem Sturz und muss die Tour aufgeben. Tony Gallopin triumphiert nach dem Ruhetag im Schlusssprint der 11. Etappe. Vincenzo Nibali verteidigt das gelbe Leadertrikot souverän. Ruhetag an der diesjährigen Tour de France: Fabian Cancellara gibt bekannt, dass er aus der Rundfahrt aussteigt. Tagessieg und Gesamtführung: Vincenzo Nibali gewinnt die 10. Etappe mit der Bergankunft in La Planche des Belles Filles. Der Italiener überholt im Schlussaufstieg alle Gegner und erscheint nach 161,5 km alleine im Ziel. Tony Gallopin muss das Maillot jaune nach nur einem Tag wieder an Nibali abtreten. Mit Tränen und Schmerzen endet die 10. Etappe für Mitfavorit Alberto Contador. Der Spanier stürzt in der Abfahrt des Petit Ballon und muss mit einer Knieverletzung aufgeben. Solo-Sieg in Mulhouse: Der Deutsche Tony Martin feiert seinen Erfolg auf der 9. Etappe nach 170 Kilometern. Fabian Cancellara sichert sich mit einem beherzten Sprint in der Verfolgergruppe Rang 2 hinter Martin. Der Franzose Blel Kadri beschehrt Frankreich an der 8. Etappe der diesjährigen Tour de France den ersten Heimsieg. Die Schweizer Hoffnung Mathias Frank muss die Tour de France 2014 aufgeben. Der Luzerner stürzt auf der 7. Etappe und bricht sich den linken Oberschenkel. Nicht nur Frank stürzt. Im Schlusssprint in Nancy erwischt es auch den Amerikaner Andrew Talansky. Im Sprint setzt sich der Italiener Matteo Trentin hauchdünn vor Peter Sagan durch. Leader bleibt der Italiener Vincenzo Nibali. Wieder ein deutscher Etappensieg: André Greipel setzt sich im Sprint durch. Vincenczo Nibali belibt auch nach der sechsten Etappe im gelben Trikot. Der Holländer Lars Boom fährt bei der Pavé-Etappe zum Sieg. Nibali bleibt im Leadertrikot. Für Titelverteidiger Christopher Froome ist die Tour de France bereits vorbei. Er stürzt auf der 5. Etappe mehrmals und gibt rund 70 Kilometer vor dem Ziel auf. Von den Stürzen gezeichnet steigt er in den Team-Wagen. Die 4. Etappe von Le Toquet-Paris-Plage nach Lille wird im Sprint entschieden. NIcht zu schlagen: Der Deutsche Marcel Kittel holt seinen dritten Tagessieg. Nicht mehr dabei ist Andy Schleck. Der Tour-Sieger von 2010 hatte sich bei der 3. Etappe bei einem Sturz am Knie verletzt. Frankreich empfängt den Briten Christopher Froome nicht herzlich: Der Titelverteidiger stürzt, zieht sich heftige Schürf wunden zu, kann jedoch weiterfahren. Marcel Kittel feiert in der dritten Etappe der Tour de France seinen zweiten Tagessieg - schon in der Startetappe war er nicht zu schlagen. Die Zielgerade vor dem Buckingham Palace in London fuhr Kittel von der Spitze aus und blieb von seinen Konkurrenten unangetastet. Der Italiener Vincenzo Nibali fährt zwei Sekunden vor den ersten Verfolgern ins Ziel der zweiten Tour-Etappe. Damit fährt der letztjährige Giro-Sieger die 3. Etappe in Gelb. Marcel Kittel gewinnt den Massenspurt und darf sich als erster Fahrer ins Maillot jaune einkleiden lassen. Mark Cavendish kommt kurz vor dem Ziel zu Fall und verletzt sich an der Schulter. Fabian Cancellara (l.) entgeht dem Sturz. Sein Angriff rund 1 Kilometer vor dem Ziel bleibt aber ohne Erfolg. Königliche Unterstützung beim Tour-Start in England. Alberto Contador (r.) fordert Vorjahressieger Christopher Froome heraus. Mathias Frank ist Captain des Schweizer Teams IAM. Fabian Cancellara startet ohne grosse Ambitionen. Die 101. Tour de France beginnt am 5. Juli in Leeds und endet am 27. Juli in Paris.

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Vier Wochen lang wurde Twitter geflutet von #KabinenSelfies. Die deutschen Fussballnationalspieler, allen voran Lukas Podolski, liessen die ganze Welt an ihrem Garderobenleben teilhaben. Kaum ist die WM in Brasilien vorbei, machen die nächsten Selfies die Runde, die #TourdeFranceSelfies.

Dieser Trend birgt aber nicht unerhebliche Risiken und Gefahren. Nicht nur für die Person, die das Selfie schiesst, sondern auch für die Rennfahrer auf der Strecke. Denn vielen Zuschauern genügt es offenbar nicht mehr, wenn auf ihren Schnappschüssen irgendwo im Hintergrund andere Fans und einige Fahrer zu sehen sind. So nah ran an die Rennfahrer wie nur irgendwie möglich, heisst die Devise. Das Rennen selbst scheint da nicht mehr wirklich zu interessieren, davon bekommt man beim Selfie-Shooting ja nichts mit.

Selfie-Schiesser sind besonders gefährlich

Zwar ist es nichts Neues, dass die Fans den Fahrern möglichst nah sein wollen. Die Bilder von gerade einmal fahrerbreiten Gassen zwischen den Menschenmassen auf Bergetappen sind längst Sinnbilder für die Euphorie und die gute Stimmung, die an der Tour herrschen. Dennoch sind die Nebenherrenner, Schulterklopfer und Wasserspritzer oft mehr lästig als aufmunternd. Die Selfie-Schiesser sind nun aber wirklich gefährlich, denn sie wenden sich ja ihrer Smartphone-Kamera zu und sehen entsprechend nicht, was auf sie zubraust.

Und so sieht das «perfekte» #TdFSelfie aus:


Das Phänomen hat bereits zu mehreren heiklen Situationen geführt. Die deutsche «Welt» zitiert den Engländer Geraint Thomas, der sich nach dem sturzbedingten Ausfall von Chris Froome sehr deutlich zur Selfie-Thematik geäussert hat: «Das Schlimmste ist, dass die Leute mit dem Rücken zu den Fahrern stehen. Sie sehen uns nicht kommen, stehen auf der Strasse und das führt zu extrem heiklen Situationen.» Besonders gefährlich sei das für Fahrer, die mitten im Feld fahren. Diese sähen die Zuschauer erst im letzten Moment und könnten so fast nicht mehr ausweichen.

Organisatoren haben zu Selfie-Schiessen aufgerufen

Nun ist das Problem aber zumindest teilweise hausgemacht. Nicht wenige Teams und selbst die Tourveranstalter der Amaury Sport Organisation (ASO) haben vor dem Rennen dazu aufgerufen, #TdFSelfies zu machen und posten. Zwar hat die ASO inzwischen explizit darauf hingewiesen, dass die Selfies nur am Start und am Ziel erwünscht seien. Da ist die Strecke nämlich mit Abschrankungen gesichert und die Zuschauer können nicht auf die Strecke.

Einige Fahrer haben auf die Selfie-Attacken der Zuschauer auf deren Kanal reagiert. Fabian Cancellara, der inzwischen aus der Tour ausgestiegen ist, hat noch während der England-Etappen getwittert, dass es auf den Strassen wegen den Selfie-Zuschauern gefährlich war:


Und auch der BMC-Profi Tejay van Garderen regte sich auf Twitter über die Selfie-Zuschauer auf:




(ofi)