Tour-Aus

20. Juli 2018 10:55; Akt: 20.07.2018 11:34 Print

Nibali wird ein Zuschauer zum Verhängnis

Ein Zuschauer trägt die Schuld an Vincenzo Nibalis Sturz während der 12. Etappe. Für Chris Froome hatte ein Rencontre mit einem Zuschauer keine Konsequenzen.

Nibali stürzt. (Video: Twitter)

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Eine Tour de France ohne den Besuch auf der Alpe d'Huez ist wie eine Suppe ohne Salz. Hunderttausende erwiesen dem legendären Anstieg in den Alpen auch am Donnerstag wieder die Ehre und sorgten für eine tolle Stimmung. Beim fatalen Sturz von Vincenzo Nibali scheint es ein Fan allerdings übertrieben zu haben. Doch was war passiert?

Im hektischen Finale des 13,8 km langen Schlussanstiegs der 12. Etappe befand sich die Gruppe um Leader Geraint Thomas im engen Spalier der zahlreichen Zuschauer auf der Verfolgung des Franzosen Romain Bardet, als es krachte und Nibali 4 km vor dem Ziel plötzlich auf dem Boden lag. «Ich weiss gar nicht, was passiert ist. Da waren zwei Polizei-Motorräder. Froome hat beschleunigt, ich bin ihm hinterhergefahren, dann bremste plötzlich alles und ich bin gestürzt», beschrieb der 33-Jährige aus dem Team Bahrain-Merida die Situation nach der Zielankunft.

Nibali konnte die Etappe zwar noch beenden und fuhr auf Platz 7, doch musste der Tour-Sieger von 2014 am späten Donnerstagabend für das 13. Teilstück vom Freitag Forfait erklären. Ein Besuch im Spital in Grenoble bestätigte den Verdacht auf einen Wirbelbruch.

Videobilder entlasten Motorrad-Fahrer

Die Schuld am Tour-Aus des viermaligen Grand-Tours-Siegers trägt offenbar aber nicht der Fahrer des Polizei-Motorrads, wie Videobilder nun beweisen. Vielmehr dürfte es ein Zuschauer am Strassenrand gewesen sein, der den «Hai von Messina» zu Fall gebracht hat. Wie verschiedene Tweets zeigen, verhakt sich die Umhängeschlaufe einer Kamera in Nibalis Lenker.


Auch der vierfache Tour-Sieger Chris Froome wurde am Donnerstag angegangen. Der ungeliebte Brite wurde von einem Zuschauer gestossen, blieb aber auf dem Rad. Der Schubser wurde später von der Polizei verhaftet, wie der Tages Anzeiger schreibt. «Wenn ihr uns nicht mögt, ist das in Ordnung. Buht uns aus, so fest ihr könnt. Aber lasst uns in Ruhe und fasst uns nicht an», äusserte Gesamtleader Geraint Thomas nach der Etappe seinen Unmut.

Nibali und Froome sind nicht die ersten Fahrer, die beim Aufstieg nach L'Alpe d'Huez von einem Zuschauer angerempelt wurden. 1999 hätte Giuseppe Guerini wegen eines unvorsichtigen Zuschauers fast seinen Etappensieg verloren. Der Italiener wurde von einem Fan, der ein Foto machen wollte, rund einen Kilometer vor dem Ziel zu Fall gebracht, konnte aber sofort wieder aufsteigen und kam mit dem Schrecken davon.

Guerini kollidiert mit einem Zuschauer.

(Video: Youtube)

Radsport

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Velo Fahrer am 20.07.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    viel zu gefährlich

    das sind doch schon längst keine Zustände mehr an der TdF. Die Zuschauer sind viel zu nahe, da müssten die Fahrer einmal streiken und somit Akzente setzten.

  • Jonas Renggli am 20.07.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Safety first!!

    Wenn in Zukunft die Alpe d Huez wieder gefahren wird, dann müssen einfach auf dem gesamten Anstieg Absperrgitter aufgestellt werden. So geht es auf jeden Fall nicht weiter.

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  • F.H. am 20.07.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Meiner Meinung nach sind die Franzosen ein unfaires Publikum, sicher was den Radsport betrifft. Schon 1950 wurden die Italiener mit Steinen beworfen, so dass das ganze Team geschlossen die T.d.F verliess und Ferdy Kübler die Tour gewann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Obelix am 20.07.2018 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zaubertrank

    Ein tragischer Fall. Dass er aber trotz Wirbelbruch noch bis ins Ziel fahren konnte stellt sich bei mir die Frage, wieviel er intus hatte, damit das noch ging.

  • Jonas Renggli am 20.07.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Safety first!!

    Wenn in Zukunft die Alpe d Huez wieder gefahren wird, dann müssen einfach auf dem gesamten Anstieg Absperrgitter aufgestellt werden. So geht es auf jeden Fall nicht weiter.

    • SpainItalo am 20.07.2018 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jonas Renggli

      Absperrgitter waren da. Nur die Zuschauer haben diese Ignoriert und die Organisatoren haben dies geduldet...

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  • Peppe Petrosino am 20.07.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Stop Tou de France

    Eine schande, Die Franzosen sind nicht nur Welt Meister in Fussball, Sonder auch in Stupidität.

    • Alle Flaggen sichtbar am 20.07.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peppe Petrosino

      Seit wann stehen nur Franzosen am Berg? Schauen sie sich die Tour überhaupt an?

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  • K. Ludwig am 20.07.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nervig

    Ich würde alle Velorennen abschaffen. Die gehören nicht auf die Strasse. Behindern mit ihren Sperrungen nur den Verkehr

    • Päde am 20.07.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      @K. Ludwig

      Da geb ich ihnen völlig recht. Die Rennvelofahrer haben zwar das Recht auf der normalen Strasse zu fahren aber alle anderen Verkehrsregeln, gilt generell bei Velofahrern, werden konsequent ignoriert. meiner Meinung nach ein völlig idiotischer Sport. Und gedopt sind eh Alle...

    • @erik am 20.07.2018 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Päde

      meinen sie die fussballer sind nicht gedopt?

    • Idiot V. am 20.07.2018 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Päde

      Welchen sport macht denn de Pädi? Fischen Dart Jassen oder Sackbilliard?

    • SpainItalo am 20.07.2018 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Päde

      ich bin Rennvelofahrer und halte mich an die Verkehrsregeln, da ich noch den Führerschein besitze! Wer noch nie Rennrad gefahren ist, weiss nicht wie viel Potenzial aus dem Körper abgerufen werden kann um durchzuhalten! Habe diese Dopingvorwürfe so was von satt! Mein Respekt an die Profis und Amateure wie mich!

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  • Peter Pan am 20.07.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wie im Fussball

    Auch hier Hooligans mit Pyro's die dann die Sicht total verunmöglichen. TV-Bilder waren erschreckend. Weitere Parallele: die verantwortlichen Organisatoren kassieren auch hier, fühlen sich aber für die Sicherheit überhaupt nicht verantwortlich. Die Absicherung soll dann gefälligst die Polizei übernehmen, die ja schliesslich auch von Steuergeldern finanziert wird!