Tour de France

08. Juli 2018 17:53; Akt: 08.07.2018 19:59 Print

Peter Sagan schlägt gleich doppelt zu

Der Weltmeister aus der Slowakei holt sich den Tagessieg und übernimmt die Gesamtführung.

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Mit seinem neunten Tagessieg an der Tour de France liess sich Peter Sagan im Westen Frankreichs das gelbe Leadertrikot überstreifen. Der Weltmeister aus der Slowakei profitierte im Finale der 2. Etappe auch von einem Sturz, der Fernando Gaviria zum Verhängnis wurde.

Gaviria hatte am Samstag zum Auftakt der 105. Frankreich-Rundfahrt als erster Kolumbianer in der Tour-Geschichte einen Massensprint gewonnen. Der erst 23 Jahre alte Tour-Debütant, im Vorjahr bereits vierfacher Etappensieger am Giro d'Italia, tat es damit Fabian Cancellara gleich, der 2004 bei seiner Tour-Premiere den Prolog in Lüttich gewonnen hatte.

Anders als der Berner, der das Maillot jaune danach noch einen Tag verteidigen konnte, war es Gaviria bei nächster Gelegenheit wieder los. Nach einem Sturz im vorderen Teil des Feldes rund 1,5 km vor dem Ziel konnte er in der 2. Etappe nicht mehr um den Tagessieg mitspurten. Es blieb ihm nur der enttäuschende 28. Rang.

Sagan widmet den Sieg seinem Sohn

Sagan und rund ein Dutzend andere Fahrer wurden durch den Sturz nicht behindert und machten den Tagessieg unter sich aus. Der Slowake setzte sich nach vorwiegend flachen 182,5 km in La Roche-sur-Yon letztlich vor dem Italiener Sonny Colbrelli und dem Franzosen Arnaud Démare durch. «Am Ende war es knapp und ich hatte etwas Glück, das Colbrelli nicht mehr vorbeigekommen ist. Ich bin unglaublich stolz, das Gelbe Trikot zu tragen», sagte Sagan. Den Sieg widmete er seinem neunmonatigem Sohn Marlon.

Aufgrund der gewonnen zehn Sekunden Bonifikation zog er in der Gesamtwertung um sechs Sekunden an Gaviria vorbei. Schon 2016 hatte Sagan das Maillot jaune getragen. Nun feierte der 28-Jährige aus dem deutschen Team Bora-Hansgrohe eine gelungene Rückkehr bei der «Grande Boucle». Im Vorjahr war Sagan nach einer Kollision mit Mark Cavendish nach der 4. Etappe von der Jury ausgeschlossen worden.

Froome und Co. am Montag gefordert

Die Favoriten auf den Gesamtsieg erlebten nach der chaotischen Startetappe einen vergleichsweise ruhigen Tag. Weder schwere Stürze noch zeitraubende Defekte brachten sie am Sonntag in grössere Schwierigkeiten. Tags zuvor hatten sich Vorjahressieger Chris Froome und drei seiner Herausforderer im hektischen Etappenfinale beachtliche Zeitrückstände eingehandelt. Froome, Richie Porte und Adam Yates verloren nach Stürzen auf den letzten 10 km jeweils 51 Sekunden auf das Feld, Nairo Quintana wegen eines doppelten Raddefekts 3,4 km vor dem Ziel sogar noch eine halbe Minute mehr.

Dem gebeutelten Quartett winkt bereits am Montag die Chance auf Wiedergutmachung. Nachdem zu Beginn der Rundfahrt die Sprinter im Fokus standen, wartet mit der 3. Etappe die erste grosse Prüfung auf die Anwärter auf den Gesamtsieg. Beim 35,5 km langen Mannschaftszeitfahren rund um Cholet können die Favoriten mit Hilfe ihrer Teamkollegen wertvolle Sekunden auf die Konkurrenz gewinnen - oder auch verlieren.

Gute Chancen auf den Tagessieg im kollektiven Kampf gegen die Uhr dürfen sich neben Froome mit seinem britischen Team Sky auch Tom Dumoulin mit Sunweb oder Porte mit BMC machen. Anders als Froome und Porte, die nach ihren Stürzen in der Defensive sind, befindet sich Zeitfahr-Weltmeister Dumoulin in einer komfortablen Situation. Der Giro-Sieger des Vorjahres kann auf dem technisch anspruchsvollen Parcours seinen Vorsprung weiter ausbauen. Sein Team sicherte sich im letzten Herbst im norwegischen Bergen den Weltmeistertitel in dieser Disziplin.

Im Mannschaftszeitfahren der Tour de Suisse überzeugte zuletzt auch BMC (Zweiter an der WM 2017) mit einer starken Vorstellung. Unter der Regie von Stefan Küng fuhr der amerikanisch-schweizerische Rennstall auf einer 18 km langen Strecke einen Vorsprung von 20 Sekunden und mehr auf die Konkurrenz heraus. Mit dem Thurgauer als «Lokomotive» möchte BMC im Interesse von Porte in Frankreich nachlegen.

2. Etappe, Mouilleron-Saint-Germain - La Roche-sur-Yon (182,5 km):1. Peter Sagan (SVK) 4:06:37. 2. Sonny Colbrelli (ITA). 3. Arnaud Démare (FRA). 4. André Greipel (GER). 5. Alexander Kristoff (NOR). 6. Timothy Dupont (BEL). 7. Alejandro Valverde (ESP). 8. Andrea Pasqualon (ITA). 9. John Degenkolb (GER). 10. Philippe Gilbert (BEL).

Ferner: 16. Tom Dumoulin (NED). 18. Richie Porte (AUS). 22. Adam Yates (GBR). 26. Romain Bardet (FRA). 28. Fernando Gaviria (COL). 30. Stefan Küng (SUI). 31. Chris Froome (GBR). 36. Nairo Quintana (COL). 40. Vincenzo Nibali (ITA). 91. Mathias Frank (SUI), alle gleiche Zeit. 138. Michael Schär (SUI) 1:47 zurück. 158. Silvan Dillier (SUI) 3:03. 162. Marcel Kittel (GER), gl. Zeit. - 176 Fahrer gestartet, 174 klassiert. - Aufgegeben u.a.: Luis Leon Sanchez (ESP).

Gesamtklassement:1. Sagan 8:29:53. 2. Gaviria 0:06. 3. Colbrelli 0:10. 4. Kittel 0:12. 5. Sylvain Chavanel (FRA) 0:13. 6. Philippe Gilbert (BEL) 0:14. 7. Geraint Thomas (GBR) 0:15. 8. Oliver Naesen (BEL), gl. Zeit. 9. Kristoff 0:16. 10. Degenkolb. Ferner: 20. Dumoulin. 21. Valverde. 22. Nibali. 23. Bardet, alle gl. Zeit. 79. Porte 1:07. 81. Adam Yates. 84. Froome, beide gl. Zeit. 103. Frank 1:20. 108. Quintana 1:31. 118. Schär 1:43. 133. Küng 2:40. 150. Dillier 3:04.

Radsport

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Neumann am 09.07.2018 00:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Gut gefahren, Peter.

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  • No comment am 08.07.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europameisterin!!

    Ich finde es bewundernswert wie in diesem Videokanal immer wieder auch über die anderen Sportarten wie nur Fussball, Tennis oder F1 ach die Doppingrennen habe ich vergessen berichtet wird! Heute wurde Daniela Ryf überlegene Siegerin beim Ironman Frankfurt und somit auch Europameisterin mit dem sensationellen Vorsprung von 30min auf die zweitplatzierte Frau! Ein Wort oder auch nur eine Schlagzeile ist doch wirklich nicht Zuviel verlangt, oder sehe ich das falsch? Liebe Grüsse von einem sportbegeisterten!

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  • Wulline am 09.07.2018 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Tour de Doping

    Seitdem systematisches Doping diesen Sport dominiert, kann ich es nicht mehr ernst nehmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wulline am 09.07.2018 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Tour de Doping

    Seitdem systematisches Doping diesen Sport dominiert, kann ich es nicht mehr ernst nehmen.

  • Neumann am 09.07.2018 00:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Gut gefahren, Peter.

    • MIke GeRber am 09.07.2018 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Ich weiss noch als Sagan frisch in der Szene war und ich sagte: aus diesem Jungen wird mal ein guter Fahrer, und siehe da: ich sollte recht behalten. Btw, weiss jemand was mit Philippe Gilbert ist? Ich habe die ganze Szene in den letzten 2 Jahren aus den Augen verloren...

    • Velo42 am 09.07.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      @MIke GeRber

      Gilbert hat eine starke Klassiker-Saison hingelegt (zweiter E3 Harelbeke, dritter Flandern-Rundfahrt). Fährt im stärksten Team (Quick-Step) und geniesst da noch seine letzten Jahre denke ich.

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  • Autofahrer am 08.07.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Döpeler

    Schau an die Döpeler rollen wieder. Das man darüber überhaupt noch berichtet.

    • denk mal am 08.07.2018 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autofahrer

      Die Döpeler sind aktuell gerade in Russland und rennen einem Ball nach. Beim Fussball wird aber kaum kontrolliert.

    • Español am 09.07.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Doping

      @denkmal: stimmt so nicht. habe früher halbprofi fussball gespielt und mir wurde nie doping angeboten. jetzt bin ich radler und war bereits an ca 15 jedermann rennen. Da wurde mir bereits an 4 was angeboten.

    • tt am 09.07.2018 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Español

      sie wissen schon das energyriegel proteinriegel gels kein doping ist.

    • Eddie am 09.07.2018 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Verwundert

      Immer wieder interessant, wie jene welche Velofahren so langweilig finden, doch immer die Beiträge anklicken und dann einen Kommentar abgeben müssen dass doch alle immer "Döpeler" sind.

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  • No comment am 08.07.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europameisterin!!

    Ich finde es bewundernswert wie in diesem Videokanal immer wieder auch über die anderen Sportarten wie nur Fussball, Tennis oder F1 ach die Doppingrennen habe ich vergessen berichtet wird! Heute wurde Daniela Ryf überlegene Siegerin beim Ironman Frankfurt und somit auch Europameisterin mit dem sensationellen Vorsprung von 30min auf die zweitplatzierte Frau! Ein Wort oder auch nur eine Schlagzeile ist doch wirklich nicht Zuviel verlangt, oder sehe ich das falsch? Liebe Grüsse von einem sportbegeisterten!

    • Piko am 10.07.2018 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @No comment

      Ach und bei den Triathleten sind natürlich alle nicht gedopt? Träumen Sie weiter!

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