105. Tour de France

15. Juli 2018 16:03; Akt: 15.07.2018 21:37 Print

Deutscher Sieg nach Sturzfestival

John Degenkolb hat die schwierige 9. Etappe der Tour de France für sich entschieden. Zahlreiche Fahrer sind gestürzt.

Bildstrecke im Grossformat »
Grosse Freude: Omar Fraile jubelt im Ziel nach dem grössten Sieg in seiner Laufbahn. (21. Juli 2018) Ganz oben: Der spanische Astana-Profi nach der 14. Etappe der Tour in Mende. Der Brite Geraint Thomas verteidigt souverän sein Leadertrikot. Das Feld pedalt während des 14. Teilstücks durch die wunderschönen Landschaften im Süden Frankreichs. Der Leader sprintet vor seinen Konkurrenten dem Ziel entgegen: Geraint Thomas setzt sich auch in der Königsetappe durch und gewinnt als erster Brite auf der Alpe d'Huez. (19. Juli 2018) Sein Landsmann und Teamkollege Chris Froome (r.) muss sich mit Rang 4 begnügen. Im Gesamtklassement liegt der Tour-Vorjahressieger 1:38 Minuten hinter Thomas. Der Franzose Romain Bardet (l.) beendet die Etappe zeitgleich mit Froome als Vierter und der Niederländer Tom Dumoulin (r.) erreicht das Ziel mit zwei Sekunden Rückstand auf den Gesamtführenden an zweiter Stelle. Der Tagessieger ist nach dem Aufstieg auf 1850 Meter über Meer von den Strapazen gezeichnet. Auch Dumoulin muss auf der 175,5 Kilometer langen Königsetappe beissen. Auf dem Streckenabschnitt hinauf zum beliebten Wintersportort kommen die Zuschauer den Fahrern ganz nahe, wodurch immer wieder brenzlige Situationen entstehen. Vincenzo Nibali bekommt das zu spüren: Der Vierte des Gesamtklassements fährt im Rauch von Petarden auf ein Polizei-Motorrad auf und stürzt. Der Italiener beisst zwar auf die Zähne und kommt mit nur 13 Sekunden Rückstand als Siebter ins Ziel. Am späten Donnerstagabend muss er aber wegen eines erlittenen Wirbelbruchs aufgeben. Wird für seinen kurz vor dem Ziel lancierten Antritt belohnt: Geraint Thomas entscheidet die 11. Etappe der Tour de France solo für sich. (18. Juli 2018) Der Brite übernimmt nach der ersten Bergankunft der Rundfahrt die Gesamtführung und trägt am Donnerstag beim Erklimmen der Alpe d'Huez das Maillot Jaune. Teamkollege und Landsmann Chris Froome (l.) sowie der Niederländer Tom Dumoulin erreichen 20 Sekunden später das Ziel. Ersterer liegt im Gesamtklassement nun als Zweiter 1:25 Minuten hinter dem Leader, während Dumoulin als Drittplatzierter 1:44 Minuten Rückstand hat. Greg van Avermaet aus Belgien ist bei der zweiten Alpenetappe noch im Gelben Trikot unterwegs, muss dieses nach der Ankunft (als 71.) in La Rosière allerdings wieder abgeben. Der Schweizer Mathias Frank (2.v.l.) hält lange an der Spitze mit, ehe er bei der Abfahrt vom Cormet de Roselend stürzt, danach aber weiterfahren kann. In den Alpen sind die Tour-Teilnehmer sowohl beim Bewältigen von Anstiegen als auch bei den Abfahrten enorm gefordert. Ein Einheimischer entscheidet die erste Bergetappe für sich: Der Franzose Julian Alaphilippe feiert bei der Zieleinfahrt seinen Tagessieg. (17. Juli 2018) Der 26-Jährige aus dem Team QuickStep Floors schüttelte im letzten Anstieg des Tages hinauf zum Col de la Colombière seinen Fluchtgefährten ab. Leader Greg Van Avermaet aus Belgien hält in den Alpen gut mit und baut als Etappenvierter seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus. Die Zuschauer feuern die Fahrer während der Etappe mit vielen Höhenmetern an. Dieser besonders kreative Fan schwenkt in den französischen Alpen die Schweizer Flagge. Einen Tag nach der 10. Etappe von Annecy nach Le Grand-Bornand erwartet die Tour-Teilnehmer in den Bergen zwei Anstiege der höchsten Kategorie. Grosser Triumph: John Degenkolb jubelt nach der Zieleinfahrt in Roubaix. (15. Juli 2018) Im Finish haben Leader Greg Van Avermaet (M.) und Yves Lampaert das Nachsehen. Zahrleiche Fahrer stürzen bei der sonntäglichen «Mini-Classique», darunter der auch der zum Favoritenkreis zählende Australier Richie Porte (r.). Die endschnellen Favoriten überrascht: Dylan Groenewegen (g. l.) siegt in Chartres. (13. Juli 2018) Im Spurt zugeschlagen: Daniel Martin jubelt im Ziel der 6. Etappe der Grande Boucle. (12. Juli 2018) Der irische Routinier setzt sich an der Mûr de Bretagne durch – ein feiner Triumph für den 31-Jährigen. Greg van Avermaet kann sein Leadertrikot mit Erfolg verteidigen. Vive la France – der grösste Radsportevent des Jahres zieht nicht nur die Franzosen in ihren Bann. La France, wie Gott das Land schuf: Faszinierende und romantische Bilder der Tour. Mitten durchs Dorf: Das Feld fährt mit einem Höllentempo dem Ziel der 6. Etappe entgegen. Warten auf die Helden auf zwei Rädern: Fans in der Bretagne. Alt und jung sind von der Tour begeistert: Ein Mädchen in traditioneller bretonsicher Tracht. Hasen sind neben den Strassen keineswegs unerwünscht. Das Feld in der Provinz: Impressionen von der Tour de France 2018.

Zum Thema
Fehler gesehen?

John Degenkolb gewann die spektakuläre «Mini-Classiques» von Arras nach Roubaix, die auch über 21,7 Kilometer der gefürchteten Kopfsteinpflaster-Passagen führte, im Sprint einer Dreiergruppe. Souverän siegte der Deutsche, am Vortag bereits Etappendritter, vor dem Gesamtführenden Greg van Avermaet und dessen belgischem Landsmann Yves Lampaert.

Mit dem Triumph in Roubaix ging für Degenkolb eine Leidenszeit zu Ende. 2015 hatte Degenkolb den Frühjahrs-Klassiker Paris - Roubaix gewonnen. Seither fehlten ihm die grossen Siege, zudem musste er nach einem schweren Trainingsunfall im Winter 2016 lange pausieren. Nun feierte er bei seiner sechsten Teilnahme den ersten Etappensieg im Rahmen der Tour de France.

Die Anwärter auf den Gesamtsieg hielten den Schaden im Teilstück, das von unzähligen Stürzen und Defekten geprägt war, in Grenzen – mit zwei Ausnahmen: Der Australier Richie Porte vom Team BMC musste die Tour nach einem Sturz verletzt aufgeben, Rigoberto Uran, der Gesamtzweite des Vorjahrs, verlor rund eineinhalb Minuten auf die weiteren Favoriten.

Die Aufgabe von Porte

Porte stürzte bereits nach zehn Kilometern, lange vor dem ersten Pavé-Abschnitt, und musste mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ins Spital eingeliefert werden. Der Gesamtsieger der Tour de Suisse und Captain von BMC hatte die Tour de France bereits im Vorjahr während der 9. Etappe aufgeben müssen. Damals hatte er sich nach einem schweren Crash in einer Abfahrt einen Becken- und Schlüsselbeinbruch zugezogen.

Porte erwischte es beim Sturzfestival am Schwersten. Aber kaum ein Fahrer kam ohne Problem über die 156 Kilometer. Auch Vorjahressieger Chris Froome musste einmal zu Boden, blieb dabei aber unverletzt. Der Franzose Romain Bardet, im Vorjahr Dritter hinter Froome und Uran, erlitt gleich dreimal einen Defekt, das letzte Mal gut sechs Kilometer vor dem Ziel.

Leader baut die Führung aus

Bardet verlor am Ende nur sieben Sekunden auf das Feld mit den Favoriten, genauso wie der Spanier Mikel Landa. Der Kolumbianer Rigoberto Uran, der rund 30 Kilometer vor dem Ziel gestürzt war, schaffte den Anschluss dagegen nicht mehr.

Aus sämtlichen Problemen heraushalten konnte sich Greg van Avermaet, ein Teamkollege von Porte bei BMC. Der Leader baute mit seinem 2. Rang die Führung in der Gesamtwertung aus. Der Belgier liegt vor der ersten Alpenetappe am Dienstag – am Montag geniessen die Profis einen Ruhetag – 43 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas und 44 Sekunden vor seinem Landsmann Philippe Gilbert.

105. Tour de France. 9. Etappe, Arras - Roubaix (156,5 km): 1. John Degenkolb (GER) 3:24:26. 2. Greg van Avermaet (BEL). 3. Yves Lampaert (BEL), beide gleiche Zeit. 4. Philippe Gilbert (BEL) 0:19 zurück. 5. Peter Sagan (SVK). 6. Jasper Stuyven (BEL). 7. Bob Jungels (LUX), alle gleiche Zeit. 8. André Greipel (GER) 0:27. 9. Edvald Boasson Hagen (NOR). 10. Timothy Dupont (BEL).

11. Alexander Kristoff (NOR). Ferner: 13. Fernando Gaviria (COL). 16. Geraint Thomas (GBR). 18. Alejandro Valverde (ESP). 19. Tom Dumoulin (NED). 22. Chris Froome (GBR). 23. Vincenzo Nibali (ITA). 24. Nairo Quintana (COL), alle gleiche Zeit. 35. Mikel Landa (ESP) 0:34. 36. Romain Bardet (FRA), gleiche Zeit. 59. Rigoberto Uran (COL) 1:55. 70. Stefan Küng (SUI), gleiche Zeit. 81. Silvan Dillier (SUI) 5:47. 83. Michael Schär (SUI). 85. Tejay van Garderen (USA), beide gleiche Zeit. 140. Mathias Frank (SUI) 16:09. - 169 gestartet, 167 klassiert. - Aufgegeben (nach Stürzen): Richie Porte (AUS), José Rojas (ESP). - Nicht gestartet: Tony Martin (GER).

Gesamtklassement: 1. Van Avermaet 36:07:17. 2. Thomas 0:43. 3. Gilbert 0:44. 4. Jungels 0:50. 5. Valverde 1:31. 6. Rafal Majka (POL) 1:32. 7. Jakob Fuglsang (DEN) 1:33. 8. Froome 1:42. 9. Adam Yates (GBR). 10. Landa, beide gleiche Zeit.

Ferner: 12. Nibali 1:48. 13. Primoz Roglic (SLN) 1:57. 15. Dumoulin 2:03. 17. Bardet 2:32. 21. Quintana 2:50. 22. Uran 2:53. 23. Sagan 3:08. 30. van Garderen 6:05. 48. Küng 13:50. 53. Degenkolb 15:44. 69. Frank 21:22. 103. Dillier 29:18. 137. Schär 41:20.

Radsport

(fal/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marko 33 am 16.07.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 33 am 16.07.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super