Tour de France 2018

29. Juli 2018 19:08; Akt: 29.07.2018 20:18 Print

Der grosse Triumph für Thomas

Geraint Thomas ist heil in Paris angekommen und gewinnt souverän die 105. Tour de France. Für den Sky-Profi ist es eine Premiere.

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Geraint Thomas aus Wales setzte sich in der dreiwöchigen Rundfahrt mit 1:51 Minuten Vorsprung vor dem Niederländer Tom Dumoulin durch. Thomas ist nach Bradley Wiggins (2012) und Chris Froome (2013, 2015 bis 2017) der dritte Brite, der die Grande Boucle für sich entscheidet.

Er empfinde seinen Triumph als «surreal», so der 32-jährige Waliser, der zuvor bei einem Dutzend Teilnahmen an einer grossen Rundfahrt nie besser als im 15. Rang klassiert gewesen war. Bei den vier Triumphen von Froome befand er sich im Team Sky jeweils in der Rolle des Helfers. Heuer überzeugte Thomas bereits im Juni. als er ebenfalls in Frankreich die neuntägige Dauphiné-Rundfahrt gewann.

Dumoulin seinerseits belegte wie schon im Mai im Giro d'Italia den 2. Platz. Der Sunweb-Captain ist damit der erste Niederländer auf dem Tour-Podest seit 28 Jahren. Erik Breukink war im Juli 1990 bei Sieg des Amerikaners Greg Lemond Dritter geworden. Erst vier Monate später kam Dumoulin zur Welt. Dritter der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt wurde Chris Froome. Der vierfache Tour-Sieger aus Grossbritannien zeigte mehrmals Schwäche und verpasste die Titelverteidigung um fast zweieinhalb Minuten.

Dritter Tour-Etappensieg für Kristoff

Alexander Kristoff sicherte sich den Sieg in der 21. und letzten Etappe, die über 116 km von Houilles auf die Pariser Champs-Elysées führte. Der 31-jährige Norweger triumphierte im Sprint vor dem Deutschen John Degenkolb und dem Franzosen Arnaud Démare. Für Kristoff war es der dritte Tagessieg in der Tour de France, der erste in diesem Jahr.

Alle vier am 7. Juli auf der Atlantikinsel Noirmoutier-en-l?Île gestarteten Schweizer beendeten die Rundfahrt. Als Bester klassierte sich der Thurgauer Stefan Küng im 53. Gesamtrang.

Sagan egalisiert Rekord von Zabel

Die Spezialwertungen gingen an den Franzosen Julian Alaphilippe (Bergpreis) und den Slowaken Peter Sagan (Punkte), die in den vergangenen drei Wochen je zwei Etappen für sich entschieden. Sagan sicherte sich das grüne Trikot bei seiner siebten Tour-Teilnahme schon zum sechsten Mal, womit er den Rekord des Deutschen Erik Zabel egalisierte. Bester Jungprofi wurde der Franzose Pierre Latour.

Die 106. Tour de France startet am 29. Juni 2019 zu Ehren des Belgiers Eddy Merckx in Brüssel.

105. Tour de France. 21. Etappe, Houilles - Paris Champs-Elysées (116 km): 1. Alexander Kristoff (NOR) 2:46:36. 2. John Degenkolb (GER). 3. Arnaud Démare (FRA). 4. Edvald Boasson Hagen (NOR). 5. Christophe Laporte (FRA). 6. Maximiliano Richeze (ARG). 7. Sonny Colbrelli (ITA). 8. Peter Sagan (SVK). 9. Andrea Pasqualon (ITA). 10. Jasper de Buyst (BEL).

Ferner: 36. Tom Dumoulin (NED). 37. Stefan Küng (SUI). 67. Geraint Thomas (GBR). 69. Chris Froome (GBR), alle gleiche Zeit. 87. Mathias Frank (SUI) 0:30 zurück. 139. Michael Schär (SUI) 4:08. 144. Silvan Dillier (SUI) 4:44. - 145 Fahrer gestartet und klassiert.

Schlussklassement: 1. Thomas 83:17:13. 2. Dumoulin 1:51. 3. Froome 2:24. 4. Primoz Roglic (SLO) 3:22. 5. Steven Kruijswijk (NED) 6:08. 6. Romain Bardet (FRA) 6:57. 7. Mikel Landa (ESP) 7:37. 8. Daniel Martin (IRL) 9:05. 9. Ilnur Sakarin (RUS) 12:37. 10. Nairo Quintana (COL) 14:18.

Ferner: 53. Küng 2:07:14. 55. Frank 2:10:29. 83. Dillier 2:55:15. 90. Schär 3:04:14.

Spezialwertungen. Bergpreis: 1. Julian Alaphilippe (FRA) 170 Punkte. 2. Warren Barguil (FRA) 91. 3. Rafal Majka (POL) 76. Ferner: 51. Mathias Frank (SUI) 2. 58. Silvan Dillier (SUI) 1. – Punkte: 1. Peter Sagan (SVK) 477. 2. Alexander Kristoff (NOR) 246. 3. Arnaud Démare (FRA) 203. Ferner: 41. Michael Schär (SUI) 43. 56. Dillier 30. 99. Stefan Küng (SUI) 11. – Jungprofis: 1. Pierre Latour (FRA) 83:39:26. 2. Egan Bernal (COL) 5:39 zurück. 3. Guillaume Martin (FRA) 22:05. Ferner: 8. Küng 1:45:01. – Kämpferischster Fahrer: Daniel Martin (IRL).

Teams: 1. Movistar (ESP/Mikel Landa, Nairo Quintana) 250:24:53. 2. Bahrain-Merida (BRN/Domenico Pozzovivo) 12:09. 3. Sky (GBR/Geraint Thomas, Chris Froome) 31:14. Ferner: 17. Katjuscha-Alpecin (SUI/Ilnur Sakarin) 4:25:15.

Radsport

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Swissman73 am 29.07.2018 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation an Geraint Thomas

    Damit hätte vor der Tour bestimmt niemand gerechnet. Ich auch nicht. Gratulation an Geraint Thomas. Dank ihm war die Tour spannender als die letzten Jahre. Der Respekt seiner Gegner an der Tour und aller Radsportfans ist ihm gewiss. Das grosse Leiden hat sich gelohnt!

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  • Kino Ackermin am 29.07.2018 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Tour de France

    Schöne tour gewesen, gratulation an alle. Leider bleibt seit Lance Armstrong ein bitterer beigeschmack. Der Mensch hatt seine Grenzen erreicht, rekorde können nur noch mit doping gebrochen werden, leider in vielen Sportarten der fall,schade.

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  • Kubi Matzen am 29.07.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Hut ab die tour de france zu gewinnen, ist schon beeindruckend. Leider kann und will ich seit Lance Armstrong nichts mehr richtig glauben, auch Chris Froome oder sonst wer hinterlässt einen faden beigeschmack bezüglich doping. Andere Sportarten oder die Olympiade sind ehrlich gesagt auch nicht besser, aber der Radsport oder die tour ist einfach das beispiel wenn es darum geht zu dopen. Der Mensch hatt seine grenzen erreicht, es ist nicht mehr möglich Rekorde zu brechen/gewinnen ohne die Hilfsmittel, wäre Sport noch genauso interessant, ich bezweifle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Fuentes am 29.07.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an alle, die Doping vermuten

    wer meint, mit Doping ginge alles einfacher und das Zeug sei der Stein der Weisen, der einem den Weg zum Sieg ebnet, der irrt. Auch und gerade gedopte Sportler müssen hart über ihre Grenzen hinausgehen, um ein Unterfangen wie die Tour de France zu meistern. Sonst nützt der ausgeklügeltste Arzneimix nix. Radsport ist und bleibt der härteste Wettkampfsport überhaupt. Doping hin oder her. Respekt für Thomas und jeden, der in Paris angekommen ist.

  • Anna Bolika am 29.07.2018 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Spritzensporter

    Diese Rundfahrt der Spritzensortler ist nicht mehr das, was es mal war. Besonders die Regel, dass in der letzten Etappe nicht den Leader angegriffen wird. Lieber das Zeitfahren am Schluss als diese "Cüplifahrt".

    • Simba am 30.07.2018 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anna Bolika

      Zum ersten Mal geschaut? Beim letzten Rennen wird traditionell nicht mehr angegriffen und würde auch keine grossen Zeitunterschiede ergeben.

    • Niemehr am 30.07.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anna Bolika

      Nicht mehr das was es einmal war?! Der dopingverseuchte Radsport will niemand zurück!

    • Argus am 30.07.2018 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Niemehr

      Ehrlich jetzt? Glauben Sie wirklich, dass man über drei Wochen mit diesem Rhyrtmus, diesen Geschwindigkeiten, diesen Tempowechseln und bei diesen hohen Temperaturen ohne "Zusatz" Radfahrer kann. Leute wacht auf. Schaut euch nur mal die Sky Mannschaft an. Alle Fahrer jeden Tag ohne Schwäche die Etappen fast aufreizend dominierend. Die sind ganz einfach den Kontrolleuren immer einen Schritt voraus. Und wie kommt es, dass so viele Radrennfahrer plötzlich Asthma haben? Ein Schelm, wer Böses denkt!

    • Thomas am 30.07.2018 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anna Bolika

      Von der Tour hast du wohl keine Ahnung! Das ist so und muss auch so sein. Sie hatten 3 Wochen Zeit für einen Angriff. Aber nicht am letzten Tag.

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  • Kino Ackermin am 29.07.2018 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Tour de France

    Schöne tour gewesen, gratulation an alle. Leider bleibt seit Lance Armstrong ein bitterer beigeschmack. Der Mensch hatt seine Grenzen erreicht, rekorde können nur noch mit doping gebrochen werden, leider in vielen Sportarten der fall,schade.

    • Herr Do Ping am 29.07.2018 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      An der TdF werden keine...

      ...Rekorde gebrochen. Der addiert jeweils schnellste einer Rundfahrt gewinnt die Gesamtwertung, es spielt keine Rolle ob das "schneller" oder "langsamer" war als in vergangenen Rundfahrten, zumahl die Strecken, Witterung etc. ja auch jeweils andere sind. Selbst mit einem Opaschnitt von 20km/h gäbe es einen Sieger, wenn die anderen noch langsamer wären. Es braucht kein Doping um TdF Sieger zu werden wenn keiner dopen würde.

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  • h.-r. ho am 29.07.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sponsort by....

    habe noch nirgendwo gelesen von welchen Pharmazeutika Herstellern Thomas und Froom gesponsert werden. Müssen wir hier auch wieder Jahre warten -wie bei Armstrong, Hamilton usw.- bis diese bekannt gegeben werden?

    • sabiten am 29.07.2018 22:02 Report Diesen Beitrag melden

      nachfragen

      Dann fragen Sie doch die Aerzte von unseren Schwinger, die sollten dieses ja wissen.

    • Paolo am 29.07.2018 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @h.-r. ho

      Hamilton ist in dem Zusammenhang ein schlechtes Beispiel. Er wurde nur wenige Monate nach seinem Olympiasieg überführt und hat unter Eid alles gestanden. Ganz anders Armstrong. Der musste noch vor seinem 7. Toursieg bei der UCI in Aigle vortraben, galt danach aber weiterhin als sauber. Grund: Er kannte die richtigen Leute - angefangen von Popstars über Funktionäre bis hin zum US-Präsidenten.

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  • Kubi Matzen am 29.07.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Hut ab die tour de france zu gewinnen, ist schon beeindruckend. Leider kann und will ich seit Lance Armstrong nichts mehr richtig glauben, auch Chris Froome oder sonst wer hinterlässt einen faden beigeschmack bezüglich doping. Andere Sportarten oder die Olympiade sind ehrlich gesagt auch nicht besser, aber der Radsport oder die tour ist einfach das beispiel wenn es darum geht zu dopen. Der Mensch hatt seine grenzen erreicht, es ist nicht mehr möglich Rekorde zu brechen/gewinnen ohne die Hilfsmittel, wäre Sport noch genauso interessant, ich bezweifle.