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11. Februar 2011 15:09; Akt: 11.02.2011 15:22 Print

Riccos Eigenblut-Transfusion bestätigt

Die Schlinge um Riccardo Ricco zieht sich zu: Medizinische Untersuchungen bestätigten den Verdacht auf erneute Eigenbluttransfusion.

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Beim Captain der peruanischen Fussballnationalmannschaft wird im Oktober 2017 bei einer Kontrolle das Kokain-Abbauprodukt Benzoylecgonin festgestellt. Guerrero erklärt, er habe in der Heimat einen Anistee getrunken, weil er eine Magenverstimmung hatte. In Argentinien habe er einen Schwarztee mit Zitrone und Honig getrunken, weil er eine Grippe hatte. Im Februar 2017 wird die italienische Tennisspielerin positiv auf die verbotene Substanz Letrozol getestet. Bei der Anhörung im Sommer sagt sie: «Mir ist das Krebsmittel meiner Mutter in die Tortellini gefallen.» Der Luxemburger wird im Juli 2012 mit dem Diuretikum Xipamid erwischt, das nicht leistungsfördernd ist, aber zur Verschleierung von Doping-Substanzen dient. Er sieht sich als «Opfer einer Vergiftung» und beteuert seine Unschuld. Der Spanier gibt die Schuld am Clenbuterol-Befund an einem Ruhetag der Tour de France 2010 «verunreinigten Lebensmitteln», genauer gesagt einem Stück Fleisch. Am Tag nach der Kontrolle steht die Bergetappe zum Col du Tourmalet auf dem Programm. Drei positive Tests auf anabole Steroide im Jahr 2010 überführen den 400-m-Weltmeister und -Olympiasieger. Die beschämende Begründung: Ein Medikament zur Penisvergrösserung, das er eingenommen hat, enthält die verbotene Substanz. Der Tennisspieler wird des Kokainkonsums überführt. Der Franzose behauptet nach der positiven Probe im Frühjahr 2009, dass er lediglich eine Frau in einem Nachtclub geküsst habe, die die Droge konsumiert habe. Auch die Schweizer Tennisqueen wird 2007 in Wimbledon positiv auf Kokain getestet. Ihre Erklärung für die minime Menge in ihrem Körper: «Jemand hat es mir in den Fruchtsaft getan.» Darauf muss man erst einmal kommen. Die deutsche Mountainbikerin sagte 2007 nach dem positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol : «Der Asthma-Inhalator meiner Mama ist explodiert. Vor Schreck hab ich ‹huch› gesagt und wohl versehentlich etwas inhaliert.» Der Amerikaner wird 2006 zum ersten überführten Tour-de-France-Sieger der Geschichte. Seine Erklärung für den erhöhten Testosteronwert: Er habe am Vorabend der 17. Etappe, auf der er dann allen davonfuhr, «zwei Bier und mindestens vier Whiskys getrunken» – aus Frust, weil er auf dem 16. Teilstück völlig eingebrochen war. Der rumänische Stürmerstar wird im Herbst 2004 des Kokainkonsums überführt. «Ich habe das nur gemacht, um meine sexuelle Leistung zu steigern», sagt er. Reichlich abenteuerlich erklärt der Amerikaner seine positiven Proben im Jahr 2004, die Blutdoping nachweisen: «Ich bin ein Mischwesen, die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert.» Im Sommer 2002 wird dem deutschen Radstar die Einnahme von Amphetaminen nachgewiesen. Daran schuld seien zwei Pillen, die ihm am Abend vor der Kontrolle in einer Disco angedreht worden seien. «Keine Ahnung, was da drin war, aber ich habe sie halt in meiner Dummheit geschluckt», sagt er. Der Italiener wird vor und während des Giro d'Italia 2002 positiv auf Kokain getestet. Den ersten Befund führt er auf eine vom Zahnarzt verabreichte Spitze zurück, später auf einen kolumbianischen Koka-Tee, den ihm die Tante seiner Frau serviert hatte. Zum zweiten sagt er: «Meine Mutter schickte mir Bonbons aus Peru. Und diese waren in Kokablätter eingepackt.» Ach ja, Simoni wird übrigens freigesprochen. Im März 2002 wird der belgische Radstar wegen des Besitzes von Dopingpräparaten gesperrt. Er behauptet bei der Anhörung: «Mein Hund hat Asthma.» Des Clenbuterol sei demnach für das Tier und das Epo «aus einer anderen Zeit seines Lebens» gewesen. Der Langläufer gewinnt an den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City drei Goldmedaillen. Er muss jedoch alle abgeben, da er positiv auf das Epo-ähnliche Darbepoetin getestet wird. Seine Ausrede: Eine Diät im Vorfeld der Spiele sei schuld. Der Helfer, der Ullrich 1997 zum Tour-Sieg verhalf, wird zwei Jahre später überführt. Er kann natürlich nichts für seinen hohen Testosteronwert, weil er nur seine Zeugungskraft stärken wollte. Deshalb habe er dummerweise zu einem Mittelchen seines italienischen Schwiegervaters gegriffen. Wieder Testosteron: 2001 sei sein Masseur schuld gewesen, welcher ihm die Beine mit einer testosteronhaltigen Salbe «positiv massierte», sagt der US-Sprinter. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Ein erhöhter Nandrolonwert wird dem britischen 100-Meter-Olympiasieger 1999 zum Verhängnis. Wie es dazu gekommen ist? «Ich habe nicht gedopt. Ich habe nur zu viele Avocados gegessen!» Der Fall des kubanischen Hochsprung-Weltrekordhalters sorgt 1999 für Verschwörungstheorien in seinem Heimatland. In einer TV-Ansprache von Fidel Castro macht dieser die CIA und die kubanisch-amerikanische Mafia fürs den positiven Kokain-Test verantwortlich. Der deutsche Langstreckenläufer gibt nach auffälligen Tests im Sommer 1999, die einen erhöhten Nandrolonspiegel anzeigen, an, unbekannte Täter hätten ihm die Substanz in die Zahnpasta getan. Nachdem der US-Sprinter 1998 erwischt worden ist, sagt er zu seinem verdächtigen Testosteronwert: «Ich hatte fünf Flaschen Bier und viermal Sex - es war ihr Geburtstag, und die Lady hatte eine Extra-Behandlung verdient.» Wie männlich! Woher der erhöhte Nandrolonwert des Judo-Olympiasiegers von 1996 kommt, weiss er selbst nicht, denn natürlich hat er nichts Falsches getan. «Ich bin Moslem und halte mich strikt an die Regeln, die Drogen als Todsünde ansehen - also auch das Doping», sagt der Franzose nach dem Befund 1998. Beim Goldmedaillen-Gewinner von Nagano 1998 wird nach seinem Sieg Marihuana im Blut gefunden. Laut dem Kanadier sei dies aber nur vom Passivrauchen. Glück für ihn: Marihuana ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht als illegale Substanz gelistet. Der britische Kugelstosser wird an der EM 1994 mit anabolen Steroiden erwischt und macht sein Haarshampoo für den positiven Dopingbefund verantwortlich. Die Substanz sei in den Kreislauf geraten, weil er das Shampoo getrunken habe. Versehentlich, versteht sich. Der US-Rad-Star wird offiziell nie mit Doping erwischt. Aber seine Weigerung an der Schiedsgericht-Verhandlung vor der Usada teilzunehmen, gleicht einem Schuldeingeständnis. Armstrongs Erklärung, warum er dort nicht erscheinen wird: «Im Leben eines jeden Mannes kommt der Punkt, an dem er sagen muss: ‹Genug ist genug.› Ich muss mich mit den Anschuldigungen gegen mich seit 1999 beschäftigen. Das fordert Tribut - auch von meiner Familie und meiner Stiftung. Das alles hat mich zu dem Punkt geführt, an dem ich sage: ‹Ich bin fertig mit diesem Unsinn.›» Im Zuge der umfassenden Untersuchungen gegen den gefallenen Star berichten belgische Medien, dass er 1999 auf dem Weg zu seinem ersten Tour-Sieg gleich viermal positiv auf Kortikoide getestet worden sei. Damals war nur von einer «auffälligen Kontrolle» die Rede. Armstrong machte eine Salbe zur Behebung von Sitzbeschwerden für die geringen Kortikoidspuren verantwortlich.

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Der Kletterspezialist war am Samstag nach einer Eigenbluttransfusion mit nicht optimal konserviertem Blut zusammengebrochen. Sobald sich Riccos Zustand gebessert hat, will ihn die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Modena zu der Angelegenheit befragen.

Vorerst bleibt Ricco auf der Intensivstation des Spitals von Modena, in das er am Sonntag eingeliefert worden war. Die Staatsanwaltschaft sucht derweil nach Personen, die Ricco bei der Eigenbluttransfusion geholfen haben. Sollten sich die Vorwürfe gegen Ricco erhärten, will das Team holländische Team Vacansoleil, bei dem der 27-Jährige seit einigen Monaten unter Vertrag steht, den Profi entlassen.

(sda)