Mountainbike

08. September 2018 17:40; Akt: 08.09.2018 22:17 Print

Schurter fährt überlegen zu WM-Gold

Nino Schurter wird im Heimrennen seiner Favoritenrolle gerecht. Der Bündner lässt die Konkurrenz regelrecht stehen.

Der Favorit zeigt es allen: Nino Schurter bringt im Heimrennen seinen 7. WM-Titel souverän ins Ziel. (Video: SRF)
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Nino Schurter bleibt der König im Cross Country. Der Bündner sicherte sich in Lenzerheide seinen siebenten Weltmeistertitel, den vierten in Folge. Er war der uneingeschränkte Favorit. Für ihn zählte an diesem Samstag in diesem Rennen lediglich 20 Kilometer von zu Hause entfernt nur der Sieg. Vor dem Heimpublikum sollte es nichts weniger werden als der siebte Weltmeistertitel. Schurter wollte die in Scharen aufmarschierten Zuschauer nicht enttäuschen. Die meisten der 24'000 Leute an der Strecke waren zu einem grossen Teil selbstredend wegen ihm gekommen.

Entsprechend resolut nahm der Bündner das Zepter vom ersten Meter weg in die Hand. Seinem Tempo vermochte einzig Gerhard Kerschbaumer zu widerstehen, der Südtiroler, der Schurter Mitte Juli im Weltcup-Rennen in Vallnord in Andorra eine der seltenen Niederlagen beigefügt hatte.

Fokus und Geduld behalten

Schurter bewahrte trotz des hartnäckigen Konkurrenten stets die Ruhe – genauso, wie er sich im Vorfeld des saisonalen Highlights gegeben hatte. Die Rolle des Topfavoriten hatte ihm nichts anhaben können. An den letzten Tagen vor dem Rennen zeigte er sich geradezu entspannt. Sein Selbstvertrauen schien grenzenlos zu sein, den immensen Druck, den er sich selber auferlegt und die er auch von aussen zu spüren bekommen hatte, konnte ihm nichts anhaben. Die Gewissheit, in taktischer Hinsicht mehrere Varianten im Köcher zu haben, erhöhte die Zuversicht zusätzlich.

Die Taktik in Lenzerheide war (auch) auf Geduld ausgelegt. Folglich wartete er lange zu mit dem entscheidenden Angriff. Die finale Attacke lancierte Schurter in der zweitletzten der acht Runden. Dieser letzten Tempoverschärfung hatte auch Kerschbaumer nichts mehr entgegenzusetzen.

«Es war unglaublich»

Die letzten Meter waren für den Dominator reiner Genuss. «Es war unglaublich, hier vor so vielen Zuschauern zu fahren. Für mich war es das beste Gefühl, das ich in einem Rennen jemals erlebt habe», sagte Schurter nach seinem neuerlichen Grosserfolg. Im Ziel traf der König der Cross-Country-Fahrer mit elf Sekunden Vorsprung vor dem Hobby-Bauern aus Verdings ein. Die müden Beine, auf die Schurter nach getaner Arbeit hingewiesen hatte («Die Teamstaffel am Mittwoch hat Spuren hinterlassen»), fielen nicht ins Gewicht.

Die Bronzemedaille sicherte sich der Holländer Mathieu van der Poel. Florian Vogel als Fünfter, Mathias Flückiger als Sechster und Thomas Litscher als Zehnter rundeten das positive Schweizer Ergebnis ab.

Mountainbike-WM in Lenzerheide

Cross-Country. Männer (33,6 km): 1. Nino Schurter (SUI) 1:29:21. 2. Gerhard Kerschbaumer (ITA) 0:11. 3. Mathieu van der Poel (NED) 1:14. 4. Henrique Avancini (BRA) 1:53. 5. Florian Vogel (SUI) 1:54. 6. Mathias Flückiger (SUI) 2:00. - Die weiteren Schweizer: 10. Thomas Litscher 3:04. 13. Andri Frischknecht 3:47. 29. Reto Indergand 5:23. 36. Lars Forster 6:41. 39. Nicola Rohrbach 7:16.

Radsport

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 08.09.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Über 20'000

    Wow! Das nenn ich ja mal Support. Hopp Jolanda!

  • Vera am 08.09.2018 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liche Gratulation

    Herzliche Gratulation. Also wenn Schurter nicht der nächste Sportler des Jahres wird, wer dann. Das hätte er mehr als verdient

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  • Nefffän am 08.09.2018 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jolanda beschde

    Kopf hoch Jolanda, du bist und bleibst unsere Nr. 1. Nächstes Mal zeigst den Mädels wieder wer die Chefin auf dem Bike ist. Weiter so! Das Weltmeistertrikot steht dir ohne Zweifel am besten, du holst es bestimmt wieder retour.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Trailriderin am 10.09.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Ernsthaft?! Die MTB-WM(!) finden in der CH statt, Schurter, Keller, Frei und Balmer holen sich eine Medaille, diverse andere schweizer FahrerInnen schaffen es in die Top 10, die Schweizer holen den Teamsieg, über die ganze WM verteilt eifern 65000 Zuschauer mit den Athleten mit, auf der Lenzerheide herrscht eine mitreissende Stimmung. Und die Medien schaffen es, dieses Ereignis nach X Fussballposts oder Doppelseiten mit einem kurzen Artikel am Rande abzuspeisen. Die Berichterstattung und Vielfalt der Sportbeiträge in den Medien ist bedenklich, gibt es doch noch mehr als Fussball und Tennis...

  • Realo am 09.09.2018 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Frage: Würden einige der

    Downhill-Spezialisten, die heute unterwegs waren, auf Cross Country umsatteln, wie sähe dann die CH-Bilanz aus?

    • XCO Fahrer am 10.09.2018 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort: Genau gleich

      Ein Downhill-Spezialist würde mit grosser Sicherheit in einem Cross Country Rennen untergehen. Denn die Anforderungen an ein Downhill-Spezialisten zu einem XCO Fahrer sind total unterschiedlich. Zum Beispiel ist ein DH Spezialist nicht trainiert ein ca. eineinhalb Stunden Vollgas zu geben.

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  • frizz am 09.09.2018 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echte Glücksgefühle

    Unsere Biker machen wirklich Freude! Vor 25000 begeisterten Fans zeigen sie, dass es nebst den ewigen, nicht Enden wollenden Fussballgeschichten, auch Andere GROSSE einheimische (....) Sportler gibt..... und wie!!! Zielgerichtet, intelligent umgesetzt, bringen sie die Trophäen heim. Ausser Jolanda Neff, das schmerzt einen wirklich. Aber sie hat längst gezeigt, dass sie es kann. Übrigens, wo sind die Trittbrettfahrer der Fussballzunft aus gewissen Herkunftsländern? Zu wenig zu verdienen? Es ist längst klar. Einen auf hilfsbedürftig machen, Hand auf und dann, absahnen gehen. Fragen?

  • Ginsbo am 09.09.2018 02:30 Report Diesen Beitrag melden

    Sportler des Jahres

    Diesmal dürfte es für Tennis-Ass Federer echt eng werden als "CH-Sportler des Jahres". El Nino ist kaum noch zu toppen. (Ich schätze Beide sehr).

    • bruno h. am 09.09.2018 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ginsbo

      Jetzt muess er die Auszeichnung bekommen, sonnst verstehe ich die Welt nicht mehr!!!

    • Der Kenner am 09.09.2018 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bruno h.

      Es ist nun mal so, dass in dieser Disziplin (ohne Konkurrenz) unter den ersten 6, 3 Schweizer sind und in den Top 50 gefühlte 10 oder noch mehr.... Scheint einem doch wesentlich einfacher zu fallen, hier zu brillieren als in den Weltsportarten Fussball oder Tennis. Ein Grand-Slam Titel im Tennis scheint etwa 100x schwieriger zu erringen zu sein. Mountainbike ist einfach Kondition und Wille... dennoch gute Leistung vom Arbeiter Nino

    • bruno h. am 09.09.2018 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Kenner

      hallo Kenner. wirklich nur Kondition und Wille!? Wie wärs noch mit einem top bike, menaler stärke usw.? beim Tennis muss man schliesslich auch nur den Ball treffen!!!

    • Der Kenner am 09.09.2018 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bruno h.

      Nur den Ball treffen? Verschiedene Schlagarten, richtige Positionierung, taktisch auf den Gegner einstellen... Material ist wohl so oder so bei allen im ähnlichen Bereich... Und somit heisst es beim Mountainbike wohl nur, wer hat wie viele Reserven und wann greift man an... so viel zu Talent

    • Oltner am 10.09.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung

      @der Kenner: Sehr wahrscheinlich noch nie auf einem Bike gesessen:-)

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  • Frank Sauter am 08.09.2018 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten-WM

    Diesen Anlass eine WM zu nennen ist der allergrösste Witz. Das ist eine Ansammlung proletenhafter Landschaftsschänder..

    • J. Hug. am 09.09.2018 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      Schade!

      Schade, dass solche Kommentare abgedruckt werden

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