Giro d'Italia

12. Mai 2012 17:49; Akt: 13.05.2012 01:41 Print

Tiralongo fängt Scarponi noch ab

Der Italiener Paolo Tiralongo setzt sich im Sprint der 7. Etappe vor Michele Scarponi und Fränck Schleck. Neuer Giro-Leader ist der Kanadier Ryder Hesjedal.

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Paolo Tiralongo sorgt für den ersten italienischen Etappensieg im laufenden Giro. (Bild: Keystone/Gian Mattia D'Alberto)

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Der Kampf der Favoriten beschränkte sich auf den letzten Aufstieg hinauf nach Rocca di Cambio. Erst hier gingen die Cracks richtig in die Offensive, und auch hier taten sie es erst auf dem allerletzten Kilometer. Michele Scarponi, nach der Disqualifikation von Alberto Contador Giro-Gesamtsieger von 2011, schien auf dem Weg zum Tagessieg, doch am Ende fing ihn sein Landsmann Paolo Tiralongo noch ab. Tiralongo hatte letztes Jahr seinen ersten Giro-Erfolg feiern können. Doch damals überliess ihm Teamkollege Alberto Contador Platz 1 in der 19. Etappe. Um seinen zweiten Sieg musste Tiralongo jedoch hart kämpfen. Entsprechend ausgepumpt musste sich der 34-Jährige nach seinem Effort auf den Boden legen. Tiralongo sorgte zudem für den ersten italienischen Erfolg im laufenden Giro.

Adriano Malori konnte sein am Vortag erobertes Leadertrikot nicht unerwartet nur einen Tag tragen. Im Schlussaufstieg musste der Italiener schon früh abreissen lassen, und auch der bisherige Gesamt-Zweite, der Pole Michal Golas, war im letzten Aufstieg überfordert. So holte sich erstmals ein Kanadier das rosafarbene Leadertrikot des Giro. Ryder Hesjedal, einst ein starker Mountainbike-Spezialist, kämpfte sich als Etappen-Fünfter ins Ziel, was ihm die Führung in der Gesamtwertung eintrug. Hesjedal hat sich auch in der Tour de France schon bewährt. 2010 war er dort Gesamt-Siebenter.

Hollenstein virtueller Leader

Wie schon tags zuvor hatte sich kurz nach dem Start eine Fluchtgruppe abgesetzt, und erfreulicherweise war diesmal auch ein Schweizer mit dabei. Der Thurgauer Reto Hollenstein, der schon in der 3. Etappe wähend 157 km an der Spitze vertreten war, kam zusammen mit den beiden Italienern Matteo Rabottini und Mirko Selvaggi sowie dem Japaner Fumiyuki Beppu weg.

Nach nur 27 der insgesamt 205 km lag das Quartett schon über 9 Minuten voraus, weshalb Hollenstein als virtueller Leader durch den Apennin pedalte. Der in Sirnach wohnende Hollenstein, trotz seiner Grösse von 1,97 m ein guter Bergfahrer, war der bestklassierte Fahrer der Flüchtlinge. Als 52. der Gesamtwertung, mit nur 1:21 Minuten Rückstand auf Leader Malori, hatte der seit dieser Saison für NetApp fahrende Hollenstein das Teilstück in Angriff genommen. Sein deutsches Team mit amerikanischem IT-Unternehmen als Hauptsponsor bestreitet den Giro dank einer Wildcard.

Bei der ersten Bergwertung des Tages nach rund der Hälfte der Distanz betrug die Reserve der vier Flüchtlinge noch immer knapp 8 Minuten. Als aber das Lampre-Team von Leader Malori Unterstützung durch Katjuscha und Garmin erhielt, schmolz die Reserve schnell dahin, am Fuss der Schlusssteigung betrug sie nurmehr knapp 2 Minuten. Wenig später war die Aktion beendet

Die Etappe vom Sonntag führt den Tross zum südlichsten Punkt im diesjährigen Giro, zum Lago Laceno auf die Höhe von Neapel. Erneut geht es über sehr hügeliges Gelände, und zum Schluss folgt noch ein knapp 10 km langer Aufstieg, der 3,5 km vor dem Ziel endet.

Giro d'Italia. 7. Etappe, Recanati - Rocca di Cambio (205 km):
1. Paolo Tiralongo (It).
2. Michele Scarponi (It), gleiche Zeit.
3. Fränk Schleck (Lux) 0:03 zurück.
4. Joaquin Rodriguez (Sp), gleiche Zeit.
5. Ryder Hesjedal (Ka) 0:05 zurück.

Gesamtklassement:

1. Hesjedal.
2. Tiralongo 0:15.
3. Rodriguez 0:17.

(sda)

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