Lance Armstrong

20. Januar 2011 09:13; Akt: 20.01.2011 09:34 Print

Zum Abschied neue Doping-Anschuldigungen

Lance Armstrong bestreitet an der Tour Down Under sein letztes Rennen. Ein renommiertes amerikanisches Sportmagazin belastet den siebenfachen Tour-de-France-Gewinner nochmals schwer.

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Lance Armstrong muss sich einmal mehr gegen Doping-Anschuldigungen wehren. (Bild: AFP)

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Wo Armstrong auftaucht, taucht automatisch auch der Vorwurf des Dopings auf. Dies ist beim Abschiedsrennen des 39-jährigen Texaners in Australien nicht anders. Das amerikanische Wochenblatt «Sports Illustrated» hat einen längeren Artikel mit dem Titel «Das Verfahren gegen Lance Armstrong» veröffentlicht. In diesem werden alte und neue Details zur möglichen Doping-Vergangenheit des Tour-de-France-Rekordsiegers veröffentlicht.

Armstrong soll in den späten 90er-Jahren das blutsteigernde Medikament HemAssist genommen haben. Das Mittel befand sich damals noch in der Entwicklungsphase. Es hatte in Versuchen bei Tieren eine erhöhte Sauerstoff-Transportkapazität bewirkt. Die Sport-Bibel beruft sich dabei auf Quellen rund um die Ermittlungen im Zuge des Dopingskandals um das frühere US-Postal-Team.

Die Anschuldigungen gehen noch weiter. Bei Armstrongs Teamkollege Jaroslaw Popowitsch sollen im letzten November bei einer Razzia E-Mails und Dokumente sichergestellt worden sein, die eine Verbindung von Armstrong zum Dopingarzt Michele Ferrari im Jahr 2009 nachweisen sollen. Der abtretende Radprofi hatte immer betont, dass er seit 2004 nicht mehr mit «Dottore Epo» zusammenarbeite.

Armstrongs Abstecher ins Engadin

Auch Ex-Teamkollege Floyd Landis, der mit seinem Dopinggeständnis im vergangenen Mai die Ermittlungen ausgelöst hatte, meldete sich wieder zu Wort. 2003 sei das US-Postal-Team für ein Trainingslager ins Engadin gereist. Nach der Landung in Samedan hätten Zollbeamte das Gepäck der Fahrer untersucht und Spritzen und Dopingmittel gefunden. Die Präparate seien auf Spanisch beschriftet gewesen. Auf Drängen von Armstrong sei es den Betreuern gelungen, die Beamten davon zu überzeugen, dass es sich nur um Vitaminpräparate und -spritzen handelte.

Armstrong selbst sieht sich nach wie vor nicht als Schuldiger. «Ich habe nichts zu sagen», liess er an der Tour Down Under die Reporter wissen. Sein Sprecher Mark Fabiani meinte dazu: «Der Bericht ist voll von alten Nachrichten mit den gleichen alten Lügen von den gleichen alten Lügnern.»

Droht bald eine Anklage?

Doping-Ermittler Jeff Novitzky soll seine Untersuchungen in den Doping-Anschuldigungen gegen Armstrong bald abgeschlossen haben. Dann stellt sich die Frage, ob die Vorwürfe für eine Anklage reichen. Das letzte Kapitel in der jahrelangen Geschichte um Armstrongs Dopingpraktiken ist mit Sicherheit aber noch nicht geschrieben.

(heg)